Hoffnung auf Schadenersatz bei überhöhter Rechnung von verborgtem Handy?

Hoffnung auf Schadenersatz bei überhöhter Rechnung von verborgtem Handy?

Wer anderen gutgläubig ein Handy für eine bestimmte Zeit überlässt, kann mit einer hohen Rechnung überrascht werden. Hat man Chancen, sein Geld wieder zu sehen? Die Rechtsexperten von D.A.S. geben Auskunft.

Leseranfrage:

Sehr geehrte Redaktion!

Mein Sohn (17) hatte eine Freundin (15), die öfters Opfer von
häuslicher Gewalt war. Sie entschied sich ins Krisenzentrum zu gehen. Ihre Eltern hatten ihr, gleich nach dem Anruf des Jugendamtes, das Handy gesperrt, woraufhin ich ihr eine neue Vertrags-SIM-Karte (Vertrag läuft auf meinen Namen) besorgt habe. Allerdings nur unter der Bedingung innerhalb des Limits zu bleiben, was sie mir vor Zeugen zugesagt hat.

In den Weihnachtsferien folgte das Mädchen einer Einladung
ihres Onkels und sie verbrachte die Feiertage bei ihm und seiner Frau in Amerika. Zwei Tage nach ihrer Rückkehr habe ich per E-Mail die Telefonrechnung erhalten. € 204,97!! Ich bin aus allen Wolken gefallen! Als ich ihr versucht habe klar zu machen, dass das gegen die Vereinbarung verstößt und ich das Geld gerne hätte, habe ich nur freche Antworten bekommen.

Leider habe ich verabsäumt, die SIM-Karte wieder sperren zu lassen. Jedoch hätte ich nie zu träumen gewagt, dass das Mädchen mich so schamlos ausnutzt und fleißig aus Amerika telefoniert! Nun zu meiner Frage: Besteht die Möglichkeit, dieses Geld irgendwie einzuklagen? Und wenn ja, wie würden Sie meine Chancen einschätzen?

Antwort der D.A.S. Experten:

In Ihrem Fall liegt eine Leihe vor. Es wurde die unentgeltliche Übergabe zum Gebrauch der Handyvertrags-SIM-Karte – bis zum eingeräumten Limit - vereinbart. Ein Vertrag kann auch mündlich zustande kommen. In dem von Ihnen geschilderten Fall waren Zeugen beim Vertragsabschluss anwesend, es gibt daher keine Beweisschwierigkeiten. Der Entlehner ist zum vertraglich vereinbarten oder ordentlichen Gebrauch der Sache berechtigt. Er hat dem Verleiher jeden Schaden zu ersetzen, den er verschuldet hat. Hier hat die Exfreundin Ihres Sohnes schuldhaft den Vertrag verletzt, in dem sie mehr als das vereinbarte Limit vertelefoniert hat. Sie haben daher einen Schadenersatzanspruch aufgrund der Vertragsverletzung.

Allerdings könnte entgegnet werden, dass Sie die Schadensminderungspflicht vernachlässigt haben. Darunter versteht man die Pflicht des Geschädigten, wenn möglich, der unmittelbar drohenden Entstehung des Schadens oder seiner Vergrößerung entgegenzuwirken. Da die SIM-Karte auf Sie läuft, hätten Sie die Möglichkeit gehabt, diese sperren zu lassen und somit den zu hohen Betrag der Telefonrechnung zu verhindern. Die Verletzung dieser Pflicht führt dazu, dass Ihr Ersatz eingeschränkt wird.

Über D.A.S. Rechtsschutz AG

Die D.A.S. Rechtsschutz AG ist seit 1956 in Österreich tätig und hat sich auf die Beratung von Privatpersonen und Unternehmen im Bereich Rechtsschutz spezialisiert. Die D.A.S. ist führender Rechtsschutzspezialist und neben 16 europäischen Ländern auch in Südkorea und Kanada vertreten. Die D.A.S. Österreich als unabhängiger Rechtsdienstleister bietet umfassenden Versicherungsschutz sowie einen 24h-Rechtsberatungsservice an. Sie hat ihre Marktposition in den letzten Jahren stark ausgebaut. Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Wien. Die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in neun Geschäfts- und RechtsService-Büros in Wien, St. Pölten, Wiener Neustadt, Graz, Klagenfurt, Linz, Salzburg, Innsbruck und Dornbirn bieten ihren Kunden reibungsloses und rasches Service.

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Haftungsauschluss:

Die Antworten auf die Fragen haben lediglich Informationscharakter. Sie wurden von den Rechtsexperten der D.A.S. gründlich recherchiert. Trotzdem übernehmen Format/trend online und die D.A.S. Rechtsschutzversicherung keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen.
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