GmbH Neu ab Juli: Gründen wird einfacher, Haftung mit Privatvermögen verschärft

GmbH Neu ab Juli: Gründen wird einfacher, Haftung mit Privatvermögen verschärft

Bei der GmbH Neu, die ab 1. Juli in Kraft tritt, sinken die Gründungsbarrieren aufgrund des deutlich niedrigen Mindeststammkapitals deutlich. Aber genau deswegen wird nun bei einer finanziellen Schieflage sofort auf das Privatvermögen zurückgegriffen und nicht wie bisher nur, wenn die Beteiligten grob fahrlässig gehandelt haben. Trotz der gesunken Hürden, sollte man genau prüfen, ob sich diese Gesellschaftsform aufgrund der hohen Kosten lohnt.

Die neuen Gesetze für die „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ (GmbH) sind ab 1. Juli 2013 gültig. Gregor Beer, Partner der Anwaltskanzlei Kraft & Winternitz: „Das neue Gesetz baut wichtige Hürden für Neugründer ab. Besonders die Absenkung des Mindeststammkapitals von 35.000 auf 10.000 Euro, wovon nur die Hälfte sofort bar eingezahlt werden muss, ist eine echte Erleichterung für Jungunternehmer.“ Doch nicht nur beim Stammkapital gibt es Erleichterungen, sondern auch die Kosten für die Mindestkörperschaftsteuer von derzeit 1.750 Euro sinken auf 500 Euro im Jahr. Zudem entfällt die Veröffentlichungspflicht im Amtsblatt der Wiener Zeitung. Auch die Kosten für den Gründungsakt werden günstiger. Es muss in Zukunft nur noch beim Notar ein Standardformular beglaubigt werden und dafür werden pauschal 75 Euro verrechnet.

Wenn Kredit Stammkapital übersteigt, wird persönliche Haftung schlagend

Zwar bringt die GmbH einige Kostenvorteile, doch eine vollständige Trennung zwischen Privaten und gewerblichen Vermögen gibt es nur sehr bedingt. Beer: „Wer von einer Bank Kredite aufnimmt, die das einbezahlte Stammkapital übersteigen, muss die entsprechende Sicherheiten vorweisen. Hier wird von den Kreditinstituten meist eine persönliche Haftung der Gesellschafter eingefordert.“ Zudem wurden im Zuge der Neuregelung der GmbH auch die Haftungsregelungen überarbeitet. „Heute gibt es einen erweiterten und klar definierten Katalog, wann sowohl der Geschäftsführer, wie auch die Gesellschafter zur Verantwortung gezogen werden können“, so Rechtsexperte Beer.

Verschärfte Durchgriffsrechte auf das Privatvermögen von Geschäftsführer und Gesellschafter

Neu ist, dass der Geschäftsführer eine Generalversammlung mit den Gesellschaftern einberufen muss, wenn die Eigenmittelquote unter acht Prozent beziehungsweise die fiktive Schuldentilgungsdauer über 15 Jahren liegt. Beer: „Es besteht ab sofort auch eine Insolvenzantragspflicht für die Gesellschafter, wenn offensichtlich wird, dass das Unternehmen in eine Schieflage gerät. Werden diese Verpflichtungen nicht eingehalten, so gibt es nun weitergehende Durchgriffsrechte auf das Privatvermögen des Geschäftsführers wie auch der Gesellschafter.“ Bisher musste wurde nur dann auf das Privatkapital zurückgegriffen, wenn grob fahrlässig gehandelt wurde.

Wegen der hohen Kosten rechnet sich eine GmbH erst ab einem Gewinn von 156.000 Euro vor Steuern

Jungunternehmer sollten aber vor der Gründung einer GmbH Neu trotzdem genau nachrechnen, ob sich diese Gesellschaftsform für sie wirklich lohnt. Beer: „Einerseits ist eine GmbH natürlich eine eingeführte und etablierte Gesellschaftsform am Markt, trotzdem sollte man die Verwaltungskosten nicht unterschätzt. Vorerst oft unbeachtete bleiben die zusätzlichen Kosten wie zum Beispiel für die doppelte Buchhaltung, den Steuerberater, die Notariatskosten bei Beschlüsse etc. Aus rein steuerlicher Sicht (bei beabsichtigter Vollausschüttung der Gewinne) lohnt sich eine GmbH frühestens ab einem Gewinn vor Steuer von 156.000 Euro. In dieser Berechnung sind jedoch weder die oben genannten Verwaltungskosten, noch der für Einzelunternehmer geltende investitionsbedingte Freibetrag berücksichtigt. Beer: „Ein Beratungstermin bei einem Rechtsanwalt sollte vor der Gründung deshalb wahrgenommen werden, sonst könnte es später ein böses Erwachen geben.“

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