FORMAT-Rechtsserie Tier: Hund fällt Kind an - kein Schmerzensgeld

FORMAT-Rechtsserie Tier: Hund fällt Kind an - kein Schmerzensgeld

Laut einem aktuellen Urteil des Obersten Gerichtshofes erhält ein Bub, der sich einem schlafenden Hund genähert hat und verletzt wurde, kein Schmerzensgeld. Begründung: Die Sorgfaltspflichten der Hundehalter wurden eingehalten. Der Hergang und der Urteilsspruch im Detail.

Kindliche Neugier kann manchmal böse enden. Der siebenjährige T. ist mit seiner Familie bei der befreundeten Familie P. auf Besuch. Dort wird er gemeinsam mit den anderen anwesenden Kindern darauf hingewiesen, dass sie den Hund der Familie P., wenn er in seinem Körbchen liegt, schlafen lassen sollen. T. ist an den Umgang mit Hunden gewöhnt und kennt die Dogge von früheren Besuchen.

Doch entgegen diesen Anweisungen rutscht der Bub im Verlauf des Besuchs entweder auf Knien zu dem Hundekörbchen oder kniet sich abrupt vor die Dogge hin. Der schlafende Hund erschrickt und dreht den Kopf zu dem Bub. Dabei streift der Hund mit den Zähnen den kleinen T. an der Wange. Das hinterlässt eine stark blutende Wunde. Der Hund wirkt nach diesem unglücklichen Zwischenfall verschreckt, aber nicht aggressiv und verkriecht sich.

Eltern von T. verlangen 7.057 Euro Schmerzensgeld

Die Eltern von T. verlangen nach dem Zwischenfall 7.057 Euro Schmerzensgeld. Die Begründung: Familie P. hat trotz der Anwesenheit mehrerer Kinder den Hund nicht ordentlich verwahrt. Familie P. wendet ein, dass für erhöhte Sorgfaltsmaßnahmen keine Notwendigkeit bestanden hat. Zudem hätte die Verletzung nicht von einem Biss her gerührt, sondern von einem Schreckreflex des Hundes.

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Mit Hinweis, die schlafende Dogge in Ruhe zu lassen, wurde Sorgfaltspflicht erfüllt

Der Oberste Gerichtshof hält fest, dass in der Nähe von kleinen Kindern auch bei sonst gutmütigen oder kinderfreundlichen Hunden für den Halter Vorsicht geboten ist. Familie P. hat laut OGH-Urteil aber mit dem Hinweis, die schlafende Dogge in Ruhe zu lassen, ihren Sorgfaltspflichten ausreichend entsprochen. Von einem siebenjährigen Kind, das an den Umgang mit Hunden gewöhnt ist und auch den Hund der Familie P. gekannt hat, kann man erwarten, dass es sich dem schlafenden Tier nicht abrupt nähert. Der verletzte Bub erhält daher kein Schmerzensgeld.

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