FORMAT-Rechtsserie zum Thema Tier – 1. Fall: Radfahrerin stürzt wegen Dackel...

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Aktuell liegt ein Urteil des Obersten Gerichtshofs vor: Ein Hund läuft auf einer Landstraße frei herum, es kommt zu einem Unfall mit einer Radfahrerin. Laut dem OGH wiegt die Schuld der Fahrradfahrerin in diesem Fall jedoch schwerer, als die des Hundebesitzers.

Auch ein Spaziergang mit einem gutmütigen Dackel kann turbulent enden. So spazierte Herr M. mit seinem 13 Jahre alten Dackel auf einer Gemeindestrasse, gleichzeitig war aber auch Frau S. als Dritte einer vierköpfigen Radfahrergruppe in dieselbe Richtung unterwegs. Doch das Überholmanöver der Radfahrer blieb nicht ohne Folgen: Als sich die Gruppe mit circa 20 bis 30 km/h Herrn M. und seinem Dackel von hinten näherte, bewegt sich der Dackel immer weiter nach links zur Fahrbahnmitte. Der an der Spitze fahrende Radfahrer fuhr links an dem Hund vorbei. Der zweiten Radlerin, die Tochter von D., gelang es nach einem kurzen Bremsmanöver ebenfalls an dem Hund vorbeizufahren. Frau D. nahm Herrn M. und seinen Hund zwar aus mindestens 30 Meter Entfernung wahr, erschrack jedoch durch die kurze Bremsung ihrer Tochter, machte eine Vollbremsung und stürzte.

Da der Dackel nicht angeleint war und deshalb die Fahrbahn überqueren konnte, fordert Frau D. vom Hundebesitzer einen Schadenersatz in Höhe von 18.700 Euro.

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs:

Auch in ländlicher Umgebung darf ein Hund nicht überall frei herumlaufen, da sich selbst gutmütige Hunde auf der Straße unachtsam verhalten, weil diese die damit verbundenen Gefahren nicht erkennen. Ein freilaufender Hund stellt daher auf einer Freilandstraße ein erhebliches Gefahrenmoment dar, vor allem für die Benützer einspuriger Fahrzeuge.

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Radfahrerin war zu schnell unterwegs und hielt zu geringen Abstand

Herr M. hat also seine Verwahrungspflicht verletzt, weil er seinen Dackel ohne Leine ausgeführt hat. Allerdings trägt auch die verletzte Fau D. Schuld am Unfall. Sie war laut dem OGH-Urteil zu schnell unterwegs, hat nicht genügend Abstand zum Hund gehalten und war insgesamt etwas unaufmerksam. Zudem stufte der OGH das Bremsmanöver als unsachgemäß ein.

Insgesamt wiegt das Verschulden von Frau D. somit schwerer als jenes von Herrn M., nämlich im Verhältnis 3:1 zugunsten des Hundehalters.

Über D.A.S. Rechtsschutz AG

Die D.A.S. Rechtsschutz AG ist seit 1956 in Österreich tätig und hat sich auf die Beratung von Privatpersonen und Unternehmen im Bereich Rechtsschutz spezialisiert. Als unabhängiger Rechtsdienstleister bietet sie umfassenden Versicherungsschutz, fachliche Betreuung durch hauseigene D.A.S. Juristen sowie ein breites Dienstleistungsangebot inklusive eines 24h-Rechtsberatungsservice an. Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Wien. Die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in neun regionalen D.A.S. Niederlassungen in Wien, St. Pölten, Wiener Neustadt, Graz, Klagenfurt, Linz, Salzburg, Innsbruck und Dornbirn stehen ihren Kunden mit juristischer Kompetenz zur Verfügung. In den vergangenen Jahren hat die D.A.S. Österreich ihre Marktposition stark ausgebaut. 2012 erwirtschaftete sie ein Prämienbestandsvolumen in der Höhe von 62,3 Mio. Euro.

Die D.A.S. Österreich gehört zur D.A.S., Europas Nr. 1 im Rechtsschutz. Gegründet 1928, agiert die D.A.S. heute in 16 europäischen Ländern sowie in Südkorea und Kanada. Die Marke D.A.S. steht für die erfolgreiche Einführung der Rechtsschutzversicherung in verschiedenen Märkten. Die D.A.S. ist der Spezialist für Rechtsschutz der ERGO Versicherungsgruppe, eine der großen Versicherungsgruppen in Deutschland und Europa.

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