Die neuen Obergrenzen für Handy- und Online-Gebühren im Ausland

Die neuen Obergrenzen für Handy- und Online-Gebühren im Ausland

Die EU hat mit der neuen Verordnung zum Thema Roaming-Gebühren abermals neue Höchstgrenzen für das Telefonieren, SMS und Internetsurfen festgelegt. Der St. Pöltner Rechtsanwalt Dr. Georg Lugert, Partneranwalt der D.A.S Rechtsschutz AG, über die Änderungen im Detail.

Auch wenn der Urlaub noch so schön war, kann es hinterher ein böses Erwachen geben. Nämlich dann, wenn die Rechnung für das Mobiltelefon im Postkasten liegt und horrende Gebühren die Urlaubsfreuden trüben. Denn, obwohl sich die EU seit mehreren Jahren bemüht, Handybenutzer vor unerwarteten und zu hohen Kosten im EU-Ausland zu schützen, kann das Telefonieren im Ausland nach wie vor ein teures Vergnügen sein.
Um sich jedoch vor unrechtmäßig hohen Gebühren zu schützen, rät Rechtsanwalt Georg Lugert: „Unbedingt die Gebühren des Anbieters beim Telefonieren, SMSn und beim Onlinesurfen im Ausland mit den Obergrenzen, die in der neuen Verordnung festgelegt wurden, vergleichen.“

Preisobergrenze seit Juli auf Datenroaming ausgeweitet

Bereits mit der Roamingverordnung des Jahres 2007 wurden Preisobergrenzen für Telefongespräche (Sprachroaming) und Kurzmitteilungen (SMS) fixiert. Bei der aktuellen Roaming III-Verordnung wurden nun die Preisobergrenzen auf das mobile Internet (Datenroaming) ausgedehnt. Diese Roamingverordnung gilt sowohl für die EU-Mitgliedstaaten als auch für Norwegen, Island und Liechtenstein.

Wer aus dem Ausland anruft, zahlt höchstens 0,288 Euro pro Minute

Seit 1. Juli 2013 gelten folgende Obergrenzen für Endkundenentgelte inklusive Umsatzsteuer:

- für aktive Telefonate 0,288 Euro pro Minute,
- für passive Telefonate maximal 0,084 Euro pro Minute,
- für das Versenden einer SMS höchstens 0,096 Euro,
- der Empfang einer SMS ist kostenlos.
- Internetsurfen (Datenroaming) ist auf maximal EUR 0,54 pro Megabyte beschränkt.
- Ein Gigabyte kostet 540 Euro.

Diese Höchstgrenzen sind vom Roaminganbieter automatisch auf alle Endkunden anzuwenden. Es können jedoch von den Anbietern sehr wohl niedrigere Roamingtarife verrechnet werden, ebenso spezielle Roamingpakete.

Schrittweise Senkungen der Tarife bis Juli 2014

Mit der jüngsten Verordnung wird die 2007 gestartete schrittweise Senkung der Roamingtarife, die per 1. Juli 2014 abgeschlossen sein soll, fortgeführt. Ziel der Verordnung ist es, Roaming – und damit den Unterschied zwischen den Gebühren im In- und Ausland – komplett abzuschaffen.

Am 1.Juli 2014 erfolgt vorläufig die letzte Preissenkung durch die EU-Roamingverordnung. Ab dann sollen für aktive Telefonate von derzeit 0,288 höchstens 0,228 Euro pro Minute gezahlt werden, für passive Telefonate statt bisher 0,084 Euro dann maximal 0,06 Euro pro Minute. Die Kosten pro versendeter SMS werden auf 0,072 Euro beschränkt, das Datenroaming auf maximal 0,24 Euro pro Megabyte begrenzt.

Die Abrechnung von Telefonaten muss sekundengenau sein

Schon jetzt sind die Anbieter verpflichtet, aktive Telefonate sekundengenau abzurechnen. Bei passiven Telefonaten ist dagegen eine anfängliche Mindestabrechnungsdauer von höchstens 30 Sekunden zulässig, bei deren Überschreitung ist jedoch weiter sekundengenau abzurechnen. Beim Surfen im Internet über ein mobiles Gerät verlangt die Verordnung ein kilobytegenaues Abrechnen. Ein Entgelt für den Empfang einer Sprachbox-Nachricht darf nicht verlangt werden. Dies gilt jedoch nicht für das Abhören dieser Nachrichten. Die Anbieter sind jedoch verpflichtet, den Kunden bei der Einreise in einen anderen Mitgliedsstaat der EU unverzüglich eine kostenlose SMS-Nachricht mit Preisinformationen über die Roamingentgelte zu senden.

Pauschaler Höchstbetrag für Datenroaming von 50 Euro pro Monat

Die aktuelle Roamingverordnung enthält zudem umfassende Regelungen für das Datenroaming - sowohl für Kunden im EU-Ausland als auch außerhalb. So sind die Anbieter dazu verpflichtet auf das mobile Gerät eine kostenlose Nachricht über die Preise je Megabyte zu übermitteln. Außerdem muss eine Funktion zur Verfügung gestellt werden, die bei Überschreiten des Höchstentgelts von 50 Euro (ohne USt) pro Monat den Datendienst sperrt. Alternativ kann der Anbieter einen pauschalen Höchstbetrag von etwa 50 Euro (ohne USt) anbieten, wobei darüber hinaus höhere und niedrigere Obergrenzen angeboten werden können. In Staaten außerhalb der EU hat der Anbieter bei fehlender Echtzeitüberwachung des Datenvolumens zumindest unverzüglich und kostenlos mitzuteilen, dass die Funktion der Höchstbetragsbegrenzung nicht zur Verfügung steht.

Wenn der Kunde im Ausland weitersurft und auf entsprechende
Hinweise nicht reagiert, wird der Datendienst eingestellt

Werden 80 Prozent des vereinbarten Höchstbetrages oder der vereinbarten Obergrenze des Roaminganbieters erreicht, muss der Kunde per E-Mail, Pop-up oder SMS darauf hingewiesen werden. Gleiches gilt, wenn der vereinbarte Höchstbetrag oder die vereinbarte Obergrenze erreicht wird. Wer trotzdem weitersurft, muss darüber informiert werden, wie und ob man die Daten weiter nutzen will und welche Kosten anfallen. Wenn der Kunde auf diese Mitteilung nicht entsprechend reagiert, muss der Anbieter die mobilen Datendienste einstellen. Ansonsten verliert dieser den Entgeltanspruch. Mit Hilfe dieser Regelungen sollen unerwartete Rechnungen von mehreren tausend Euro verhindert werden.

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Dr. Georg Lugert
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Über die D.A.S. Rechtsschutz AG:

Die D.A.S. Rechtsschutz AG ist seit 1956 in Österreich tätig und hat sich auf die Beratung von Privatpersonen und Unternehmen im Bereich Rechtsschutz spezialisiert. Als unabhängiger Rechtsdienstleister bietet sie umfassenden Versicherungsschutz, fachliche Betreuung durch hauseigene D.A.S. Juristen sowie ein breites Dienstleistungsangebot inklusive eines 24h-Rechtsberatungsservice an. Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Wien. Die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in neun regionalen D.A.S. Niederlassungen in Wien, St. Pölten, Wiener Neustadt, Graz, Klagenfurt, Linz, Salzburg, Innsbruck und Dornbirn stehen ihren Kunden mit juristischer Kompetenz zur Verfügung. In den vergangenen Jahren hat die D.A.S. Österreich ihre Marktposition stark ausgebaut. 2012 erwirtschaftete sie ein Prämienbestandsvolumen in der Höhe von 62,3 Mio. Euro.

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