Betrunken Radfahren kostet bis zu 5.900 Euro

Betrunken Radfahren kostet bis zu 5.900 Euro

Wer angesäuselt mit dem Fahrrad vom Heurigen oder von der Disco nach Hause fährt, riskiert nicht nur hohe Geldstrafen sondern auch den Führerscheinentzug. Mag. Stefan Hutecek, Partneranwalt der D.A.S. Rechtsschutz, erklärt, worauf es dem Gesetzgeber ankommt.

Der Gesetzgeber versteht, was übermäßigen Alkoholkonsum beim Lenken eines Fahrrades angeht, kein Pardon. Er ist zwar nicht ganz so streng, wie wenn jemand hinter dem Steuer eines Kraftfahrzeuges, also eines Autos oder eines Motorrads, einen Rausch hat. Demnach dürfen laut Führerscheingesetz § 14 Absatz 8 FSG Lenker motorisierter Fahrzeuge höchstens 0,5 Promille Alkohol im Blut haben.

Am Fahrrad gilt die 0,8-Promille-Grenze

Da ein Fahrrad jedoch kein Kraftfahrzeug ist, gilt hier die Straßenverkehrsordnung § 5 Absatz 1 StVO: "Wer sich in einem durch Alkohol oder Suchtgift beeinträchtigten Zustand befindet, darf ein Fahrzeug weder lenken noch in Betrieb nehmen. Bei einem Alkoholgehalt des Blutes von 0,8 g/l (0,8 Promille) oder darüber oder bei einem Alkoholgehalt der Atemluft von 0,4 mg/l oder darüber gilt der Zustand einer Person jedenfalls als von Alkohol beeinträchtigt."

Bei 0,8 Promille drohen bereits bis zu 3.700 Euro Strafe

Wird ein Radfahrer mit 0,8 Promille Alkohol oder mehr von der Polizei erwischt, kann es teuer werden. So wird, wie bei Kraftfahrzeugen auch, eine Übertretung der Promillegrenze von 0,8 mit einer Geldstrafe von 800 bis 3.700 Euro geahndet, ab 1,2 Promille kostet es zwischen 1.200 bis 4.400 Euro. Wer 1,6 Promille und mehr im Blut hat oder einen Alkotest verweigert, muss mit einem Strafsatz von 1.600 bis 5.900 Euro rechnen.

Eine vorläufige Abnahme des Führerscheins (sofern vorhanden) durch die Polizei ist zwar bei betrunkenen Radfahrern nicht vorgesehen, was jedoch nicht bedeutet, dass nicht doch ein Entzug der Lenkerberechtigung drohen kann.

Potentiellen Alkoholikern droht Führerscheinentzug

Bei jenen Radfahrern, die einen Führerschein besitzen, wird eine Verkehrszuverlässigkeitsüberprüfung vorgenommen. Kritisch kann es dann werden, wenn bereits mehrfach einschlägige Vorstrafen vorliegen. Bei übermäßigem bzw. regelmäßigem Alkoholgenuss kann der Gesetzeshüter die Ansicht vertreten, dass der Lenker nicht in der Lage ist, die Risiken des Straßenverkehrs richtig einzuschätzen und daher eine Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellt. Das kann schlussendlich den Entzug der Lenkerberechtigung zur Folge haben.







Strafrechtliche Konsequenzen bei selbst verschuldetem Unfall

Radfahrer, die betrunken einen Verkehrsunfall mit Personenschaden schuldhaft verursachen, drohen auch gravierende strafrechtliche Konsequenzen. In solchen Fällen kann von besonders gefährlichen Verhältnissen ausgegangen werden, was mit saftigen Strafen enden kann.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter: www.pfluegl-hutecek.at
Mag. Stefan Hutecek
Pflügl - Hutecek
Rechtsanwälte
Oberndorfer Ortsstraße 56a
3130 Herzogenburg

Welche gesetzlichen Regelungen es zum Fahrradfahren mit Helm gibt, erfahren Sie im nächsten Rechtstipp.

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