Frankenkreditspezialist Massenbauer hat Probleme mit Bank

Die holländische Saxo Bank steht unter Verdacht Stopp-Loss-Aufträge im nachhinein manipuliert zu haben.

Die holländische Saxo Bank steht unter Verdacht Stopp-Loss-Aufträge im nachhinein manipuliert zu haben.

Die dänische Saxobank, eine Partnerbank der Censeo Vermögensverwaltung, die dem "Fremdwährungskrediterfinder" Johann Massenbauer und dessen Sohn gehört, soll aufgrund der heftigen Währungsschwankungen bei Stop-Loss-Aufträgen Probleme bei Ausführungspreisen gehabt haben . Massenbauer hat bereits Anwälte eingeschaltet.

Die Freigabe des Franken-Wechselkurses beschert dem Wiener Vermögensverwalter Censeo um Gerhard Massenbauer Probleme mit seiner dänischen Partnerbank. Die Saxobank soll bei der Abwicklung von sogenannten Stop-Loss-Aufträgen nachträglich Änderungen durchgeführt haben - zum Nachteil von Censeo-Kunden. Eigentlich sollten die Stop-Loss-Order vor allzu großen Verlusten schützen, wie sich jetzt jedoch herausstellt, sollen die Aufträge zu tieferen Kursen als vereinbart ausgeführt worden sein. Dem widerspricht Wojciech Antosz von der Censeo Vermögensverwaltung: "Es wurden keine Ausführungskurse vereinbart." Antosz dazu weiter: "Nicht die von uns beauftragten Preise wurden verändert, sondern die zunächst von Saxobank selbst verbuchten Ausführungspreise, die zunächst hohe Gewinne für die Kunden ausgewiesen hatten."

Kurslücken nicht ungewöhnlich

Auch Kurslücken wären normal. Antosz: "Stop Loss-Aufträge bergen ein generelles Risiko von Kurslücken zwischen denen keine Kurse zustandekommen." Das seien Gaps bzw. sprunghafte Kursveränderungen ohne Zwischenstufe. Antosz: "Genau das ist auch am 15. Jänner infolge eines enormen Nachfrageüberhangs in Franken und eines Überangebots an Euro geschehen." Die Censeo hätte zudem in diversen Webinaren und Kundengesprächen immer auf die vorhandenen Risiken bei Stop-Loss Aufträgen hingewiesen.

Bei 60 Prozent gewünschter Effekt erzielt

Censeo-Miteigentümer Johann Massenbauer: "Bei 60 Prozent der Kunden kam es auch zu Gutschriften und somit zum gewünschten Effekt der Absicherung", erklärte Massenbauer. "Lange nach der Frankeneruption" habe die Saxobank allerdings "die Preisabrechnung nachträglich verändert, was zu einer Revision der Gutschriften und vielfach auch zu einer Belastung von Konten geführt hat." Censeo könne "die Rechtmäßigkeit dieser Maßnahme nicht erkennen".
Censeo lässt die Vorgänge nun von Juristen überprüfen. Konsumentenschützer und Anwälte sind der Meinung, Banken hätten solche Stop-Loss-Order nicht verkaufen dürfen. Generell dienen Stop-Loss-Order dazu vor allzu großen Verlusten zu schützen.

Censeo betreut Devisenkonten von rund 140 Fremdwährungskreditnehmern. Es geht um 30 Mio. Euro an offenen Franken-Krediten. Die Firma gehört zur Hälfte Gerhard Massenbauer, etwas über 40 Prozent hält dessen Vater Johann Massenbauer, der als "Erfinder" der Fremdwährungskredite für österreichische Privathaushalte gilt.

So funktioniert das Censeo-Frankenkonzept

Censeo hat unter dem Namen "Frankenkonzept" ein Instrument zur Eindämmung von Kursrisiken bei Fremdwährungskrediten verkauft. Das Frankenkonzept besteht darin, auf einem Zweitkonto Franken zum bestmöglichen Preis zu kaufen. Antosz: "Dies war für viele Kunden zunächst zu weit besseren Preisen abgerechnet worden, und Stunden später revidiert worden." Die Zulässigkeit dieser Maßnahme werde geprüft.

Zuletzt wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 0,99 Franken gehandelt. Für zahlreiche österreichische Franken-Kreditnehmer heißt das, dass sich ihre Schuld mit einem Schlag massiv erhöht hat, vorerst freilich auf dem Papier.

Franken bei Stop-Loss-Order nicht automatisch umgewandelt

Für viele Frankenkreditnehmer haben sich die Verluste aber schon realisiert: Denn viele, die einen sogenannten Stop-Loss-Order abgeschlossen haben, müssen jetzt wohl bluten. Generell werden bei Limitorder Aufträge ab einem bestimmten Stop-Loss-Kurs automatisch umgewandelt. Im Fall eines Frankenkredits gilt: Wenn sich der Frankenkurs über eine vereinbarte Grenze hinaus verändert, wird der Kredit automatisch in den Euro umzuwandeln. Nicht so bei Censeo. Antosz: "Der Kredit wird im Zuge des Frankenkonzepts nicht automatisch in Euro umgewandelt, sondern es erfolgt nur ein Gegengeschäft durch den Kauf von Franken. Der Frankenkredit bleibt. Censeo-Kunden haben nämlich keine Kreditfinanzierung bei Saxobank und haben somit auch kein Problem mit einer Zwangskonvertierung. Die Kunden haben noch immer ihre Kredite in Schweizer Franken und somit einen nicht realisierten Nachteil . Auch das Frankenkonzpet führt nicht zu einer automatischen Konvertierung in Euro – das liegt bei der Hausbank

Pionier warnte bereits 2008

Johann Massenbauer: "Fremdwährungskredit ist nur etwas für solche, die das wirtschaftlich vertragen können, wenn es einmal ein Problem gibt." Massenbauer hat in den 1990er Jahren Bank Austria und Erste/Sparkassen dazu gebracht, Fremdwährungskredite an Privathaushalte zu vergeben, 1994 hat er einen ersten Artikel im "Gewinn" über Fremdwährungskredite lanciert. "Für die breite Masse hätte er das Instrument nie gewollt und die Leute deutlich auf das Kursrisiko hingewiesen. Und bereits 2008 hat Massenbauer Kreditnehmer vehement zum Ausstieg aus dem Franken geraten. Massenbauer hatte auch vergangene Woche darauf hingewiesen, seine Franken-Kunden im Herbst wiederholt dazu angehalten zu haben, in den japanischen Yen zu wechseln.

Was es kostet, den Urlaub zu stornieren

Rechtstipps

Was es kostet, den Urlaub zu stornieren

Wer das Geschenk, bei Nichgefallen, frühestens am 10. Jänner zurückgeben kann, sollte das vorher mit dem Verkäufer ausmachen.

Recht

Geschenke: Umtausch oder Geld zurück - darauf sollten Sie achten

Rechtstipps

Fasching: Welche Verkleidung mit dem Gesetz kollidieren könnte

Rechtstipps

Sozialbetrug: Die neuen, verschärften Bestimmungen