Aus für Prostitution? EU will Freier bestrafen

Aus für Prostitution? EU will Freier bestrafen

Bordelle, Peepshows und Laufhäuser boomen in Europa wie nie zuvor. Das Angebot, vor allem an Frauen, die ihren Körper zu Dumpingpreisen anbieten, ist enorm. Doch damit soll nun Schluss sein. Frauen sollen ihren Körper nicht mehr für sexuellen Bedürfnisse zahlungswilliger Männer zur Verfügung stellen. Denn das verstößt gegen die Menschenrechte, so die EU.

Der Gang zu Prostituierten soll strafbar werden, fordert deshalb das Europaparlament. Nicht nur Zwangsprostitution sondern auch freiwillig angebotene sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung verletzten die Menschenrechte, meint das Parlament. Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch in Straßburg mit großer Mehrheit für eine entsprechende unverbindliche Resolution.

Die EU-Staaten sollten zudem Ausstiegsstrategien für Prostituierte entwickeln, verlangen die Volksvertreter. Als Vorbild zum Umgang mit sexuellen Dienstleistungen werden Schweden, Island und Norwegen genannt. Dort wird Prostitution als Verletzung der Menschenrechte und als Form der Gewalt gegen Frauen betrachtet. Nicht die Frauen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten werden bestraft, sondern diejenigen, die dafür bezahlen.

Legalisierung führte zu Desaster

"Statt der Legalisierung, die in den Niederlanden und Deutschland zu einem Desaster geführt hat, brauchen wir einen nuancierten Ansatz, der die Männer bestraft, die die Körper der Frauen als Gebrauchsgegenstand behandeln, ohne dabei diejenigen zu bestrafen, die in die Sexarbeit abgeglitten sind", so die Europaabgeordnete der britischen Labourpartei Mary Honeyball.

Gewalt gegen Frauen bekämpfen

In einer separaten Resolution votierten die Abgeordneten am Dienstag dafür, Gewalt gegen Frauen auf europäischer Ebene zu bekämpfen. Sie rufen die Kommission dazu auf, bis Jahresende Gesetzesvorschläge vorzulegen, mit denen geschlechtsbezogene Gewalt in der EU verhindert werden kann. Geschlechtsbezogene Gewalt sollte als Verbrechen angesehen werden, betonen die Abgeordneten.

Ziel ist eine Gesellschaft ohne Prostitution

Unter anderem macht sich Frankreichs Frauenministerin Najat Vallaud-Bekacem dafür stark das Sex-Business einzudämmen. In einem Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger erklärte sie: "Ziel ist eine Gesellschaft ohne Prostitution". Und Bekacem weiter: "Eines ist sicher: Überall dort, wo Prostitution legal ist, breitet sich das Gewerbe explosionsartig aus. Welche Art von Gesellschaft wollen wir unseren Kindern hinterlassen? Das ist doch die wirkliche Frage, die wir uns stellen müssen."

Damit würde auch die Zwangsprostitution zurückgehen oder gestoppt werden. So gibt es schon eine regelrechte Frauenhandels-Mafia. Darunter auch viele Frauen aus Afrika, vor allem Nigeria. So werden Frauen in nigerianischen Dörfern mit falschen Versprechungen nach Europa gelockt, wo sie vorher einem Woodoo-Schwur leisten müssen, wo sie schwören müssen das Geld für den Transport zurückzuzahlen. Weshalb sie dann in Europa umso eher bereit sind durch Prostition ihre Schulden über Jahre abzuarbeiten.

Österreich und Ungarn sind die einzigen Länder Europas in denen Prostitution ohne Einschränkungen erlaubt ist

In Dänemark, Belgien, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Polen, Portugal, Spanien, England und Schweden gilt Prostition bereits als nicht legal. Nur in Griechenland, Holland und Deutschland ist es unter bestimmten Voraussetzungen legal. Lockere Gesetze gibt es nur noch Ungarn und Österreich.

Die nicht bindende Resolution wurde mit 343 Stimmen im Europaparlament angenommen. Bei 105 Enthaltungen stimmten 139 Abgeordnete dagegen. Am 5. März wird das Europäische Parlament den Internationalen Frauentag feiern. Dieses Jahr ist er ganz der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen gewidmet.

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