Agenturen für 24-Stunden-Pflege mit dubiosen Verträgen

Agenturen für 24-Stunden-Pflege mit dubiosen Verträgen

Die Zahl der Vermittlungsagenturen für 24-Stunden-Pflege explodiert. Neben seriösen Anbietern tummeln sich laut Konsumentenschützer auch viele Anbieter, deren Verträge sowohl für Pfleger als auch für Patienten problematisch sind.

Pflegebedürftige und Agenturen steigen rasant

Die Zahl der Alten und Pflegebedürftigen steigt. Laut Schätzungen des Vereins ChronischKrank sind in Österreich rund 60.000 Pflegekräfte für die Betreuung Kranker zu hause im Einsatz. Mit ihnen wächst auch die Zahl der Agenturen, die eine 24-Stunden-Pflege anbieten. Pro Jahr werden laut dem Verein rund 10.000 Pfleger zusätzlich benötigt. Insgesamt kümmern sich bereits rund 600 Vermittlungsagenturen um Pflegebedürftige. Doch nicht immer verläuft die Pflege wie gewünscht. Angehörige wenden sich deshalb immer öfter an den Verein für Konsumenteninformationen. Auch Pfleger beschweren sich über Agenturen.

Ungesetzliche Klauseln

Neben seriösen Anbietern tummeln sich laut Informationen des VKI auch zahlreiche dubiose Pflegeagenturen am Markt. VKI-Juristin Ulrike Docekal: „Beschwerden über schlecht ausgebildete Pflegekräfte und Personal mit mangelnden Deutschkenntnissen sind an der Tagesordnung.“ Die Pfleger wiederum haben immer wieder mit Lohndumping oder nicht abgeführte Sozialbeiträge zu kämpfen. Docekal: „Häufig weisen bereits die Verträge, die Pflegekräften und Klienten von den Agenturen zur Unterschrift vorgelegt werden, höchst problematische Klauseln auf.“ Die VKI-Juristin stieß dabei immer wieder auf teilweise sittenwidrige und ungesetzliche Bestimmungen. Als besonders problematisch erachtet der VKI Konkurrenzklauseln.

Agentur bedroht Patienten mit Strafe

„In solchen Konkurrenzklauseln wird den Klienten, die den Vertrag mit der Agentur gekündigt haben, unter Androhung einer Konventionalstrafe untersagt, das vermittelte Betreuungspersonal weiter zu beschäftigen, und zwar zeitlich völlig unbegrenzt. Außerdem soll die Strafe oft auch dann anfallen, wenn die Agentur das Vertragsende zu vertreten hat“, sagt Docekal.

Haftungsausschlüsse laut VKI nicht vertretbar

Weiters kritisiert die Konsumentenschützerin Haftungsausschlüsse: „Die Agenturen stehlen sich damit aus der Verantwortung. Es ist ja gerade die Hauptleistung einer Vermittlungsagentur, geeignete Betreuer zu vermitteln.“

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