"Abzocke": Vermieter von Altbauwohnungen verlangen laut AK zu viel

"Abzocke": Vermieter von Altbauwohnungen verlangen laut AK zu viel

Alt, vielleicht schön, dafür überteuert: Bei Altbauwohnungen langen Vermieter beim Mietzins kräftig hin.

Die Arbeiterkammer hat festgestellt, dass bei der Vermietung von Altbauwohnungen unrechtmäßige Aufschläge von 18 bis 62 Prozent erhoben werden. Erneut fordert die Arbeiterkammer eine Reform des Mietrechts - unter anderem die Abschaffung befristeter Mietverhältnisse.

Wien. Die Arbeiterkammer (AK) hat den Mietwohnungsmarkt für Altbauwohnungen unter die Lupe genommen und kommt zum ERgebnis, dass die Vermieter vielfach unrechtmäßgie Aufschläge erheben. Laut AK-Auswertung von 200 Inseraten von Dezember bis März verlangen Wiener Vermieter viel zu viel. Bei den unbefristeten Wohnungen betrug der unrechtmäßige Aufschlag im Schnitt 18 Prozent, bei befristeten gar 62 Prozent.

Derzeit liegt der gesetzliche Richtwert in Wien 5,39 Euro pro Quadratmeter. Für die inserierten Wohnungen hat die AK auf Basis von Ausstattungsmerkmalen (Stockwerk, Lift etc.) den zulässigen Hauptmietzins ermittelt. Gesetzlich erlaubte Ab- und Zuschläge sowie ein durchschnittlicher Lagezuschlag wurden berücksichtigt.

Für die 110 unter die Lupe genommenen Altbauwohnungen ohne Befristung verlangten die Vermieter im Schnitt (72 Quadratmeter) 100 Euro im Monat zu viel . Bei den befristeten Wohnungen (71 Quadratmeter) machte die AK bei der Nettomiete inklusive Umsatzsteuer eine überhöhte Summe von 259 Euro im Monat aus.

"Das ist reine Abzocke", wird AK-Präsident Rudolf Kaske in einer Aussendung zitiert. Die Arbeiterkammer fordert erneut eine Reform des Mietrechts inklusive Mietobergrenzen für Altbauwohnungen.
Ksake spricht sich erneut für eine Verbesserung des Richtwertsystems aus. "Dafür ist ein gesetzlicher Katalog von zulässigen Zu- und Abschlägen nötig, inklusive einem Deckel der Gesamtzuschläge bei 20 Prozent des Richtwerts."

Abschaffung befristeter Mietverhältnisse

Befristete Mietverhältnisse will die Arbeiterkammer abgeschafft wissen, außer wenn der Vermieter für Kinder oder Enkel Eigenbedarf hat. Für Grunderwerbsteuer und Versicherung solle der Vermieter aufkommen, ebenso für Maklergebühren. Weiters sollten Vermieter bei der Erhaltung der Wohnungsausstattung, etwa Elektroleitungen oder Sanitäranlagen, in die Pflicht genommen werden.

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