Wie Headhunter ticken

Wie Headhunter ticken

Mladen Kasagic, Chef des Headhunters "TheXecutives" gewährt Einblick wie Recruitings von Spitzenmanagern ablaufen und worauf sie bei der Auswahl von Vorständen, Geschäftsführern und Managern der zweiten Ebene achten.

Der Markt für Headhunter ist im Umbruch. Immer mehr Unternehmen gehen dazu über selbst auf Personalsuche zu gehen. Einer der größten Konkurrenten für Headhunter ist das Internet, wo viele Personalchefs selbst auf die Jagd nach potentiellen Kandidaten gehen. Doch das trifft vor allem auf Mitarbeiter unter der zweiten Management-Ebene zu. „Bei der Suche nach Spitzenmanagern verlassen sich Firmen aber nach wie vor nicht auf das Internet“, weiß Mladen Kasagic, Chef von TheXecutives.

Doch wie geht ein Headhunter an die Suche nach den besten Managern für ein bestimmtes Unternehmen heran? TheXecutives-Boss Kasagic verrät die Details.

Headhunter hinterfragt Anforderungsprofil der Unternehmen

„Drei Viertel der Arbeit besteht darin, die Kandidaten, die überhaupt in Frage kommen, zu identifizieren. Die Aufgabe als Berater des Unternehmens zu fungieren, beginnt bereits damit, das Anforderungsprofil des Kandidaten, das die Firma erstellt hat, genau zu prüfen. „Es ist die Rolle des Beraters das Profil kritisch zu hinterfragen und nicht nur entgegenzunehmen“, so Kasagic. Es wenn, nötig zu schärfen oder zu ändern, sei seine Aufgabe. Das sei nicht immer einfach vorgefasste Profile zu verändern, aber gute Argumente würden die Firmen vielfach überzeugen. So werden auch künftige Anforderungen einer Firma in solche Überlegungen einbezogen. „Ein gutes Anforderungsprofil ist der Schlüssel für die Gesamtsuche“, weiß Kasagic.

Eigene Strategie bei größerem Recruiting-Prozess einer Firma

Sind innerhalb eines Unternehmens mehrere Jobs zu besetzen, erarbeitet der Headhunter mit dem Unternehmen eine eigene Strategie aus, um so zielgerichtet Profile und Kandidaten suchen zu können. Dabei werden dann meistens nur die Jobs von Spitzenpositionen von Headhuntern gesucht, für die Suche anderer Mitarbeiter stützt sich dann das Unternehmen auf die Anforderungsprofile, die mit dem Personalprofi erarbeitet wurden.

Firmen mit herausragenden Leistungen im Visier der Headhunter

Sind Profile und Strategien erstellt, macht sich der Headhunter auf die Suche nach den besten Kandidaten. Dabei profitiert Kasagic sowohl von seiner langjährigen Erfahrung, als auch vom Netzwerk, das er und seine Mitarbeiter in den vergangenen 15 Jahren entwickelt haben. TheXecutives suchen jedoch auch bei Firmen, die über potentielle Kandidaten verfügen, die er selbst noch nicht kennt. Wenn jemand häufig in den Medien stark vertreten ist, beeindruckt das den Profi-Exekutiv-Sucher nicht: „Zuerst filtern wir die Firmen heraus, die in der gewünschten Branche oder ähnlichen Bereichen in den vergangenen Jahren erfolgreich waren. Dann screenen wir diese Unternehmen nach Managern, die mit ihrer Leistung hervorstechen.“ Nur Kandidaten mit einer herausragenden Leistung hätten eine Chance auf eine erste Liste von potentiellen Kandidaten zu kommen. Doch oft ist es nicht ganz einfach, die echten Leistungsträger im Topmanagement zu erkennen. Schließlich schmücken sich viele gerne mit dem Erfolg. „Wir führen, wenn wir uns noch ein besseres Bild verschaffen müssen, mit rund 20 Menschen, die in dem beruflichen Umfeld eines potentiellen Kandidaten arbeiten, diskrete Gespräche. Oft helfen uns auch unser langjährigen Kontakte dabei“ erläutert Kasagic die Vorgangsweise.

Generalisten sind selten

Ist für eine Spitzenposition mehr der Generalist oder mehr der Spezialist gefragt? Kasagic: „Im Idealfall deckt man alle Bereiche ab. Aber das ist sehr selten.“ Man konzentriert sich daher auf die Schwerpunkte, die man im Unternehmen setzen will. Werden etwa neue Produktionsprozesse implementiert, werde man eher einen Produktionsprofi zum Geschäftsführer machen. Wenn im Vertrieb gerade die größte Herausforderung steckt, tendiere man eher dazu die Suche auf diesen Bereich zu fokussieren.

"Was war bisher Ihre größte berufliche Leistung?"

Ist eine erste Auswahl aller möglichen Kandidaten getroffen, geht es in die erste heiße Phase. Die Kandidaten werden gefragt, ob Sie Interesse haben. Wenn diese bereit für einen Wechsel sind, werden mit jedem einzelnen intensive Gespräche geführt.
Doch wie kriegt man heraus, wie Kandidaten tatsächlich ticken und ob diese zu dem gerade gesuchten Anforderungsprofil passen? „Einer der geeignetsten Fragen an die Kandidaten dafür ist: ‘Was war bisher ihre größte berufliche Leistung und wie sind Sie an die Sache herangegangen?‘ “, verrät Kasagic einer seiner Fragetechniken. Wenn die Antwort nicht aufschlussreich genug ist, werden vertiefende Fragen gestellt. „ Ich schreibe mit und beurteile anschließend systematisch die Antworten des Kandidaten. Erst dann urteile ich.“ Aus diesem einzigen Fallbeispiel kann er unter Umständen für ihn wichtige Punkte wie fachliche Kompetenz, Entscheidungsstärke, Führungskompetenz, Kommunikationsfähigkeit, Kreativität und Teamfähigkeit erkennen und ob man in der Lage ist Prioritäten richtig zu erkennen. „Wer jedoch glaubt, dass seine Leistungen schon alleine für sich sprechen, ist auf dem Holzweg. „Kandidaten müssen auch in der Lage sein ihre Leistungen zu kommunizieren. Man darf keine Angst haben zu sagen, ‘Das habe ich erreicht, das habe ich erfolgreich gemacht‘ Oder zu sagen ‘´Wäre ich nicht dagewesen, wäre das nicht zustande gekommen “, verrät Kasagic worauf es ihm bei Kandidaten ankommt.

Bis zu 144 Tage von Profilerstellung bis zur Entscheidung wer den Job kriegt

Sind die Gespräche mit den potentiellen Jobkandidaten abgeschlossen und die Urteile des Headhunters gestellt, wird eine Shortlist mit den Spitzenkräften erstellt, die aus Sicht des Personalsuchers tatsächlich für den Job geeignet sind. Von der Erstellung des Anforderungsprofils bis zur Präsentation der Shortlist vor dem Auftraggeber vergehen, nach Erfahrung von TheXecutives im Schnitt 42 Tage. Doch der Entscheidungsprozess kann für die Kandidaten noch nervenaufreibend werden, denn bis sich das Unternehmen tatsächlich für einen Kandidaten entscheidet, vergehen im Schnitt weitere 102 Tage. „Aber es gibt auch Ausnahmen. Manchmal dauert es auch nur ein Monat“, erzählt Kasgic. Dann fängt allerdings meist erst die Kündigungsfrist des ausgewählten Kandidaten an.

TheXecutives stammen aus Divisionen von "Neumann & Partners"

Der Headhunter wurde vor zwei Monaten in „TheXecutives“ umbenannt. Bereits zwei Jahre davor war die einstige Osteuropa-Division von Neumann & Partners von Mladen Kasagic und seinen Partnern übernommen worden. Jetzt will er mit neuem Namen das eigenständige Firmenprofil schärfen. Mit Niederlassungen in Wien, Bratislava, Belgrad, Moskau und Kiew suchen TheXecutives in Österreich und grenzübergreifend nach den besten Führungskräften.

Spezialist für mittelständisch, privat geführte Unternehmen

TheXecutives unterstützen Firmen jedoch nicht nur bei der Suche von Spitzenmanagern in Zentral- und Osteuropa sondern auch in Österreich und Deutschland, wo rund 30 Prozent des Umsatzes gemacht werden. Der stärkste Markt ist jedoch Russland, wo der Umsatzanteil bei rund 40 Prozent liegt. Der Headhunter ist spezialisiert auf privat geführte mittelständische Unternehmen und berät namhafte Kunden aus den Branchen Handel, Konsumgüter, produzierende Industrie und Automotive.

Mladen Kasgic, Chef des Headhunters TheXecutives.

Mladen Kasgic, Chef des Headhunters TheXecutives.

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