Wider der Erschöpfung am Arbeitsplatz – Pausen sind Pflicht!

Wider der Erschöpfung am Arbeitsplatz – Pausen sind Pflicht!

Das geht aus einer aktuellen Auswertungen der Erwerbstätigenbefragung in Deutschland hervor, die die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vorlegte. 17.000 Beschäftigte wurden unter anderem zu ihren Arbeitsbedingungen befragt.

So gab mehr als die Hälfte der Befragten an, häufig Verschiedenes gleichzeitig tun zu müssen (58 Prozent) oder unter starkem Termin- und Leistungsdruck arbeiten zu müssen (52 Prozent).

Über häufige Störungen bei der Arbeit berichten 44 Prozent, darüber, besonders schnell arbeiten zu müssen 39 Prozent. 16 Prozent gaben an, häufig an der Grenze der Leistungsfähigkeit zu arbeiten.

Die einzelnen dieser fünf Stressfaktoren im Job wirken dabei nach eigener Einschätzung unterschiedlich stark: Während jeder Dritte es als belastend empfand, gleichzeitig verschiedene Aufgaben zu erledigen, finden es drei von vier Befragten schlimm, häufig an der Leistungsgrenze arbeiten zu müssen.

Pausen zwingend einlegen

Wer am Arbeitsplatz gleich mehreren solchen Stressfaktoren ausgesetzt ist, fühle sich besonders häufig erschöpft, so die Studie.

Die Arbeitsschützer raten daher stressgeplagten Arbeitnehmern, immer wieder Phasen einzulegen, in denen Störungen vermieden werden. Auch in Phasen hoher Arbeitsintensität sei es wichtig, Pausen nicht ausfallen zu lassen und bewusst einen Ausgleich einzuplanen.

Eine aktuelle Umfrag von Karriere.at hat ergeben, dass vier von zehn Arbeitnehmern höchstens einmal pro Tag Pause. Zehn Prozent der Österreicher arbeiten sogar durch. Weniger als die Hälfte der Befragten (47 Prozent) gab an, mehrmals täglich die Tätigkeit zu unterbrechen. Richtig gemacht, sind Pausen sogar ein Garant für mehr Leistung und Konzentration. Eine Studie der University of Edinburgh etwa zeigte, dass Pausen den Menschen dabei helfen, sich Dinge besser zu merken.

"Der Großteil der Arbeitnehmer ist verleitet durchzuarbeiten", kommentiert Judith Proksch-Gabriel vom Arbeitsmedizinischen Dienst (AMD) die Online-Umfrage von karriere.at . Und dadurch gehe viel an Leistungsfähigkeit, Konzentration und Produktivität verloren. "Ideal wäre spätestens alle 90 Minuten eine kurze Pause von fünf bis sieben Minuten", rät die Expertin. Was in der Pause die beste Entspannung bringt, hängt freilich von Tätigkeit und Person ab. "Wer viel sitzt, sollte unbedingt aufstehen, sich bewegen, die Augen entlasten und unbedingt den Arbeitsplatz kurz verlassen", erklärt Proksch-Gabriel. Mit kleinen Entspannungsübungen kann man die Pause für Körper und Geist noch idealer gestalten.

Die ideale Zeit für eine Pause, so Proksch-Gabriel, gibt es nicht. “Wir Menschen haben einen individuellen Rhythmus. Man kann jedoch sagen, dass die Leistungsfähigkeit um die Mittagszeit abnimmt. Deshalb sollte man auch eine längere Mittagspause einlegen." Sich die Erholung aufsparen kann man hingegen nicht, erklärt die Expertin. Dies hat, ebenso wie längere Pausen zwischendurch, keinen positiven Effekt auf die Leistungsfähigkeit. "Der Erholungseffekt ist am Anfang der Pause am größten", betont Proksch-Gabriel erneut, dass die ideale Pausenzeit fünf bis sieben Minuten beträgt.

"Nein" sagen lernen

Wer im Job unter immer mehr Aufgaben, Zeitdruck und höheren Anforderungen leidet, muss sich abgrenzen, zu Überstunden und Zusatzaufgaben auch einmal "Nein“ sagen. In letzter Konsequenz: "Nein“ zum krankmachenden Job und kündigen!

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