Weiterbildung: Österreich ist nur Mittelmaß

Weiterbildung: Österreich ist nur Mittelmaß

Österreichische Unternehmen geben ein bis 2,5 Prozent ihrer gesamten Arbeitskosten für Weiterbildung aus. Rund die Hälfte aller Arbeitnehmer kommt in den Genuss einer Weiterbildung. Damit liegt die Alpenrepublik im europäischen Mittelfeld.

Jeder zweite Arbeitnehmer Österreichs ist in einem beruflichen Weiterbildungsprogramm. Vergleicht man den Anteil der Unternehmen, die in eine betriebliche Weiterbildung investieren, so liegt Österreich mit Schweden sogar an der Spitze. 87 Prozent österreichischer Betriebe bieten entsprechende Programme an - der europäische Durchschnitt liegt bei 66 Prozent.

Finanziert werden die Programme zumeist nach dem Schlüssel 40/40/20: 40 Prozent zahlt der Arbeitnehmer, 40 Prozent das Unternehmen und 20 Prozent werden vom AMS gefördert. Unternehmen fördern insbesondere dann Weiterbildungen, wenn das Unternehmen selbst davon profitiert. So werden Mitarbeiter am häufigsten auf Produktschulungen sowie Marketing- und Verkaufsschulungen geschickt.

Verbesserung der Soft Skills

Obwohl die Persönlichkeitsentwicklung immer wichtiger wird, liegt es oft am Arbeitnehmer selbst, in eine Weiterbildung in diesem Bereich zu investieren. Gerade bei diesen so genannten Soft oder Social Skills wäre eine Weiterbildung aber oft nötig, denn Unternehmen sind häufig von den Soft Skills ihrer Mitarbeiter - vor allem der neu Eingetretenen - enttäuscht. Die größten Unterschiede zwischen Erwartung und tatsächlichen Fähigkeiten und Kenntnissen gibt es bei Engagement und Eigenmotivation, Kritikfähigkeit, Flexibilität, kommunikativen Fähigkeiten und sozialer Kompetenz. Hannes Knett, Bildungsexperte des WIFI Österreich, betont die Komplexität von Weiterbildung in diesem Bereich, „beim Thema Engagement sind auch die Unternehmen gefragt, den neuen Mitarbeitern klar zu machen 'Wofür engagiere ich mich? Wofür bin ich konkret verantwortlich?' Ebenso setzt Kritikfähigkeit auch voraus, dass Kritik annehmbar formuliert wird. Hier ist nicht die einzelne Person, sondern das gesamte Team mit Führungskräften gefragt.“

Konstante Budgets

Insgesamt wollen die Unternehmen heuer ihre Investitionen in Weiterbildung konstant halten. Zwei Drittel haben 2014 gleich hohe Ausgaben wie 2013 dafür vorgesehen. 14 Prozent wollen ihr Budget erhöhen, 13 Prozent reduzieren.

Die höchsten Erwartungen haben Unternehmen übrigens an Weiterbildung in den Bereichen Technik und Produktion sowie Verkaufstraining und Marketing (je 56 Prozent), gefolgt von Persönlichkeitsentwicklung (51 Prozent). Als eher unwichtig eingestuft werden die Bereiche Recht (drei Prozent), Rechnungswesen (zehn Prozent), Betriebswirtschaft und Umweltschutz (je elf Prozent).

Weiterbildungstrends

Gute bis sehr gute Effekte sehen die Unternehmen bei Weiterbildungen im Bereich von EDV-Anwenderkenntnissen, kaufmännischen und technischen Fähigkeiten sowie Grundkenntnissen wie Rechnen, Schreiben und Lesen. Auch Fremdsprachenkenntnisse und kommunikative Fähigkeiten könnten aus Sicht der Unternehmen im Rahmen von Weiterbildung erfolgreich vermittelt werden. Für die genannten Bereiche, sowie Produktschulungen, Verkaufstraining und Marketing setzen bereits 23 Prozent österreichischer Unternehmen E-Learning ein.

Info: „Tag der Weiterbildung am 4. Juni“
In fast allen Bundesländern finden finden am 4. Juni Events zum Thema Weiterbildung statt. Die kostenlosen Veranstaltungen sind für alle Bildungsinteressierten zugänglich. Nähere Informationen zu den geplanten Events und Anmeldung hier.

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