Unternehmen klagen: Jeder dritte Bewerber hat massive Bildungslücken

Unternehmen klagen: Jeder dritte Bewerber hat massive Bildungslücken

Die Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB) hat österreichische Unternehmen zum Bildungsstand von Bewerbern befragt. Bei jedem dritten Bewerber sind schon Grundkenntnisse wie Lesen, Schreiben und Rechnen mangelhaft. Social Skills wie Engagement, Motivation oder Flexibilität fehlen ebenso vielen.

Frauen schneiden tendenziell besser ab als Männer. Das ist schon beinahe das Beste, das Unternehmen über ihre Bewerber sagen. Eine neue, unter 500 Personalchefs und Führungskräften durchgeführte Befragung der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB) zeigt, dass Unternehmen unter massiven Bildungslücken am Arbeitsmarkt leiden. Rechnen, Schreiben, Lesen - oft bringen die Bewerber nicht einmal diese grundlegenden Kenntnisse mit. Auch die hohen Erwartungen an die Social oder Soft Skills -die Persönlichkeit der Bewerber - bleiben oft unerfüllt.

Am schlechtesten wurden in der Befragung Männer bewertet, die nur einen Pflichtschulabschluss mitbringen, und zwar sowohl was die klassischen Grundkenntnisse der Bildung als auch was die Soft Skills - die in den Unternehmen immer wichtiger werden - betrifft.

Bedeutung von Social Skills nimmt zu

Schon bei Stellenanzeigen lässt sich die zunehmende Bedeutung der Social Skills erkennen. Auch wenn es Unterschiede von Branche zu Branche gibt, bestätigt die Untersuchung des PbEB diese Tendenz. Eine adäquate Bildung und Fachkenntnisse sind für die Unternehmen die Grundvoraussetzung, um einen Bewerber überhaupt in Betracht zu ziehen. Sind diese gegeben, entscheiden soziale Kompetenzen wie Engagement, Motivation, Kommunikation und Kritikfähigkeit zwischen den Bewerbern.

Unzufriedenheit mit Bewerbern

Insgesamt sind 14 Prozent der Unternehmen mit der Qualität der Bewerbungen unzufrieden, über ein Drittel sind zufrieden. Der Rest urteilte neutral: "Diese 50 Prozent, die sagen: 'Na ja, es geht schon' sollten uns aber nicht zu froh machen", so PbEB-Sprecher Hannes Knett. Als Hauptgründe für die Unzufriedenheit gaben die Befragten fehlende fachliche Qualifikation (36 Prozent), einen nicht überzeugenden persönlichen Eindruck (35 Prozent), mangelnde Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen (34 Prozent) sowie schlechte Bewerbungsunterlagen (28 Prozent) an. "Letzteres ist das Unnötigste, weil das sind reine Hausübungen", meint Knett.

Insgesamt ein Fünftel der Betriebe ortete geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Bewerbungen. Dabei empfanden 88 Prozent jene von Frauen besser. Für das PbEB nicht überraschend: Der Bildungsstand von Frauen übertrifft zunehmend den von Männern.

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