7 Tipps: So minimieren Manager ihr Haftungsrisiko

7 Tipps: So minimieren Manager ihr Haftungsrisiko

Härtere Maßstäbe, strengere Aufsichtsgremien und empörte Anleger: Topmanager müssen immer mehr Schadenersatz für Affären aller Art zahlen. Sieben Praxis- und Verhaltenstipps für Führungskräfte.

1. Besondere Treuepflicht

Manager verwalten fremdes Vermögen. Sie sind also treuhänderisch tätig und genießen eine besondere Vertrauensstellung, Einer Führungskraft ist es verboten, gesellschaftsrechtliche Machtbefugnisse für eigene Zwecke einzusetzen. Dementsprechend besteht auch die Verpflichtung des Vorstandes, auf alle persönlichen Vorteile hinzuweisen, die ihm im Zusammenhang mit der Geschäftsführung zukommen.

2. Wer schreibt, der bleibt

Für die Haftungsvermeidung ist es unerlässlich, dass die Führungskraft darauf achtet, unternehmerische Entscheidungen schriftlich zu dokumentieren. Dies gilt vor allem für Geschäfte, bei denen den Erfolgschancen ein hohes Risiko gegenübersteht. Aus den dokumentierten Unterlagen sollte idealerweise hervorgehen, dass sich der Manager sorgfältig informiert hat und zum Entscheidungszeitpunkt die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass sich das Geschäft für das Unternehmen als günstig erweist. Ebenso sind Weisungen der Gesellschafter sorgfältig zu dokumentieren, und der Geschäftsführer muss auf mögliche wirtschaftliche Nachteile für das Unternehmen hinweisen. Der Manager darf einer Weisung nicht folgen, wenn er dafür eine strafbare Handlung begehen müsste.

3. Keine leichtfertige Mandatsübernahme

Das Angebot, die Funktion eines Aufsichtsrates zu übernehmen, kann durchaus ehrenvoll sein. An die Kenntnisse und Fähigkeiten, die ein Aufsichtsrat aufweisen muss, stellt die Judikatur aber sehr hohe Ansprüche. Die Vernachlässigung der Überwachungs-und Aufsichtspflicht kann schnell zu einer Haftung führen. Also vor Mandatsübernahme erst einmal abwägen, ob man die erforderliche Qualifikation mitbringt und sich der Arbeitsaufwand und die Übernahme der hohen Verantwortung lohnen.

4. Einhaltung der einschlägigen Gesetze

Wenn ein Manager das Unternehmen wechselt und sich einer neuen Herausforderung stellt, sollte er sich mit allen für das neue Unternehmen relevanten Rechtsvorschriften auseinandersetzen und sicherstellen, dass sie eingehalten werden. Denn abhängig von der Geschäftstätigkeit und der Rechtsform können die Rechtsvorschriften divergieren.

5. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Trotz einer getroffenen Ressortaufteilung unter den Führungskräften sollten Manager ihren Kollegen im Führungsgremium nicht blind vertrauen. Es besteht die Pflicht zur Kontrolle unter den Kollegen. Die Führungskräfte sollten sich also regelmäßig wechselseitig über die wichtigsten Vorgänge im jeweiligen Zuständigkeitsbereich informieren.

6. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Geht es um Geschäfts-und Betriebsgeheimnisse, so sind höchste Vertraulichkeit und Geheimhaltung geboten. Die ungerechtfertigte Weitergabe vertraulicher Informationen kann dem Unternehmen massive Schäden verursachen und führt zur Haftung allzu redseliger Manager.

7. Verhaltenskodex festschreiben

Die präventive Einrichtung eines Compliance-Systems sollte sicherstellen, dass sich das Unternehmen umfassend rechtskonform verhält. Mitarbeiter sind über die anwendbaren Rechtsvorschriften zu belehren, ein Compliance-Officer sollte bestellt und eine Whistleblower-Hotline eingerichtet werden. Das kann die Haftung des Managers zwar nicht ausschließen, befreit ihn aber vom Vorwurf der Leichtfertigkeit oder des fahrlässigen Handelns.

Lesen Sie den ganzen Artikel in FORMAT Nr. 16/2015
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