Studie: Was 30 Minuten Gehen verändern können

Studie: Was 30 Minuten Gehen verändern können

Gehen in der Mittagspause fördert die Konzentration, macht enthusiastisch und entspannt.

Wer länger am Schreibtisch sitzt ist nicht produktiver. Im Gegenteil: Wer regelmäßig eine halbe Stunde in der Mittagspause spazieren geht, kann seine Gesundheit und Leistungsfähigkeit nachhaltig positiv beeinflussen.

Schon Hippokrates, der Vater der Heilkunde, wusste: "Gehen ist des Menschen beste Medizin". Dass Bewegung gesund ist, weiß jeder. Trotzdem integrieren wir sie zu wenig in den Alltag. Die dänische Sportpsychologin Cecilie Thøgersen-Ntoumani hat untersucht, welchen Effekt Gehen in der Mittagspause bei „Schreibtischtätern“ hat. Probanden in sitzenden Berufen machten drei Mal die Woche Spaziergänge von 30 Minuten in ihrer Mittagspause. Der „Lunch Walk“ zeigte unmittelbar positive Effekte auf Enthusiasmus, Entspannung, Konzentration und Nervosität der Angestellten bei der Arbeit.

Körperliche Untätigkeit ist eine der Hauptursachen für vorzeitigen Tod und Krankheit und ist laut der dänischen Forscherin einer der größten Gesundheitsprobleme des 21. Jahrhunderts. Eine Langzeitstudie des Pennington Biomedical Research Center in den USA hat festgestellt, dass Personen, die täglich mehr als drei Stunden am Stück sitzen, eine geringere Lebenserwartung haben. Außerdem stehen Volksleiden wie Diabetes, Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen, Depression, Verdauungsprobleme und Verspannungen in direktem Zusammenhang mit Bewegungsmangel.

Die aktuelle Studie der Universität Birmingham stellte bei den Versuchs-Gehern Stressminderung, Spannungsabbau und weniger Müdigkeit am Nachmittag fest. Die Spaziergänger waren motivierter, sich den Aufgaben in der Arbeit zu stellen und ihre Stimmung war positiv aufgehellt. Viele gehende Probanden fielen nicht mehr in das typische "Nachmittags-Loch" nach dem Mittagessen.

In Bewegung bleiben

Dass Bewegung gesund ist und man täglich an die frische Luft sollte, ist keine Neuigkeit. Allerdings zeigt die aktuelle Studie des Teams der Universität von Birmingham, dass ein kurzer, integrierter Spaziergang im Alltag viel bewirken kann. Oftmals scheitert das Vorhaben, fitter zu werden an den zu hohen Erwartungen an sich selbst. Kleine Schritte sind die Lösung. Es muss nicht der 10-Kilometer-Lauf oder das nervige Aerobic-Programm für viel Geld im Fitnesscenter sein: Regelmäßiges, zügiges Spazierengehen bringt auf Dauer mehr, als ein paar frustrierte Fitnesscenter-Besuche im Jahr. Zudem stellte das Forschungsteam fest, dass keine Mindeststrecke zurückgelegt werden muss oder das Gehen besonders zügig ausgeführt werden müsse - lediglich 30 Minuten Flanieren an der frischen Luft zeigten bereits Verbesserungen.

Wer an einer kniffligen Aufgabe verzweifelt, sollte einen Ortswechsel vornehmen. Raus an die frische Luft, in die Kaffeeküche oder ein paar Minuten Ruhe auf dem WC - es gibt immer einen Weg, seine Perspektive zu verändern. Im Büro kann man es sich zur Regel machen, beim Telefonieren aufzustehen und aus dem Fenster zu schauen. Ein bewusster Umweg zum Mittagslokal und auf dem Rückweg vom Bäcker oder Supermarkt die Treppe nehmen oder ein paar bewusste Atemzüge am offenen Fenster dauern keine fünf Minuten, sind aber Veränderungen im Arbeitsalltag, die Körper und Psyche Kraft geben.

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