Studie: Jeder Zweite knapp am Burnout

Einer Studie des Marktforschungsinstituts meinungsraum.at zufolge ist jeder zweite Arbeitnehmer in Österreich vom Burnout bedroht: 51 Prozent arbeiten in einer psychisch belastenden Umgebung.

Studie: Jeder Zweite knapp am Burnout

Arbeiten am Rande des Nervenzusammenbruchs: Für jeden Zweiten ist das die traurige Realität.

Sieben Milliarden Euro verschlingt die Betreuung von Burnout-Patienten laut WIFO in Österreich jedes Jahr. Bei der Erhebung der Krankenstandstage im Jahr 2013 (12,8 Tage pro Erwerbsperson pro Jahr) sind psychische Belastungen laut Hauptverband an dritter Stelle. Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz verlangt seit Jänner 2013 die Evaluierung psychischer Belastungen. Für die Erhebung wurde ein Fragenset aus 116 Fragen verwendet, das sich an den Anforderungen zur „Bewertung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz“ laut ArbeitnehmerInnenschutzgesetz orientiert.

Das Schweigen der Leitung

Die Zahl der Angestellten und Arbeiter, die „innerlich gekündigt“ haben, weil sie sich immer mehr emotional zurückziehen, beträgt in Österreichs Unternehmen bis zu 40 Prozent. Eine der Hauptursachen für die Resignation dürften die mangelhaften Social Skills der Führung sein. Die Kommunikation kommt im Allgemeinen in den Betrieben zu kurz, auf die Befriedigung sozialer Bedürfnisse wird wenig eingegangen . Auch die Klarheit der Kommunikation lässt zu wünschen übrig. Über 40 Prozent der Arbeitnehmer fehlt es an Orientierung über die Unternehmensziele und sie fühlen sich im Unklaren gelassen über die strategische Ausrichtung ihres Unternehmens. Der Umgang am Arbeitsplatz gestaltet sich für viele mühsam: Widersprüchliche Anweisungen und fehlendes Vertrauen in den Chef frustrieren die Mitarbeiter.

Mit Ängsten in die Arbeit

51 Prozent arbeiten in einer psychisch belastenden Umgebung. Fast jeder zweite Arbeitnehmer ist damit Burnout-gefährdet. Die größten Ängste der österreichischen Angestellten sind mit 42 Prozent der Verlust des Arbeitsplatzes, gefolgt von der Angst vor Fehlern. Fehlertoleranz und Feedbackkultur scheinen keinen großen Stellenwert in den heimischen Unternehmen zu haben, hier bemängelt fast die Hälfte der Arbeitnehmer einen konstruktiven Umgang .Viele Arbeitnehmer haben das Gefühl, es würde immer der Schuldige gesucht. Generell lässt sich feststellen, dass in Unternehmen zu wenig gesprochen wird. Fast der Hälfte fehlt Lob und Anerkennung im Arbeitsalltag.

Der Druck nimmt zu

Unterbrechungen bei der Arbeit durch Vorgesetzte und Kollegen führt bei 67 Prozent zu Stress. Hoher Zeit- und Termindruck quält ebenso viele und verstärkt sich bei Personalengpässen für 62 Prozent. Zeitdruck und Termindruck werden meist durch Erkrankungen verursacht, da die Arbeitnehmer den Ausfall von Kollegen zu wenig auffangen. Häufige Überstunden sind für 59 Prozent problematisch.

Sicherheit versus Zufriedenheit

In großen Unternehmen fällt die Angst um den Arbeitsplatz nicht so stark ins Gewicht wie in kleineren Betrieben. Die Größe des Unternehmens und Ausbildungsprogramme geben den Arbeitnehmern mehr Sicherheit. Je kleiner das Unternehmen, desto besser jedoch die Beurteilung der Gesamtsituation, auch was das Thema Burnout betrifft, finden sich in großen Unternehmen mehr Gefährdete. Das dürfte auch an der Struktur liegen, ergibt sich nämlich für viele durch Führungsverantwortung eine große Belastung. Beschäftigte ohne Führungsverantwortung und Beschäftigte in Kleinunternehmen sind deutlich zufriedener. Die klein strukturierte, österreichische Unternehmenslandschaft wirkt sich da von Vorteil aus. In folgender Grafik sind die Werte nach Branchen gereiht. Die Gesamtbewertung ist dem mentalen Stabilitätsindex (MSI) gegenüber gestellt und zeigt die Burnout-Gefährdung an. Telekommunikation schneidet demnach als Branche insgesamt halbwegs gut ab, bei Burnout jedoch weitaus schlechter. Top-Leister sind Öffentliche Verwaltung, Fremdenverkehr und Finanz- und Versicherungsdienstleistungen


Die beste Werte der Studie erzielen die Arbeitgeber bei der Gestaltung und Ausstattung des Arbeitsplatzes. Arbeitszeit- und Pausenregelungen sind ebenso relativ gut bewertet. Österreichs Unternehmen sollten sich aber nicht zurücklehnen, denn kein abgefragter Bereich schafft es in das obere Drittel.

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