Soziale Unternehmer gesucht

Soziale Unternehmer gesucht

Die internationale Organisation Ashoka fördert in Österreich bis zu zwei Unternehmer pro Jahr, die gesellschaftliche Probleme lösen.

Das Wort "Ashoka“ kommt aus dem indischen Sanskrit und bedeutet "das aktive Überwinden von Missständen“. Da es sich zudem in fast allen Sprachen der Welt aussprechen lässt, sah der Amerikaner Bill Drayton darin einen guten Namen für sein Projekt. 1980 gründete er das Netzwerk Ashoka, das sich seitdem zu einer der größten internationalen Organisationen zur Förderung sozialen Unternehmertums entwickelt hat. In Wien gibt es seit vergangenem Jahr eine lokale Vertretung - und damit finanzielle Unterstützung für Menschen, die sich nicht dem Profit verschrieben haben, sondern "drängende soziale Probleme“ lösen wollen. Einer der ersten Fellows ist Gerald Koller, der viele Jahre in der Suchtprävention tätig war. Er entwickelte ein pädagogisches Programm, das Jugendliche und Erwachsene schult, wie sie sich in risikoreichen Situationen etwa bei Festen mit übermäßigem Alkoholkonsum verantwortungsvoll verhalten.

Wer sich wie Koller von Ashoka fördern lassen möchte, muss einige Voraussetzungen erfüllen. Wichtig ist, dass das Projekt einen neuen Ansatz verfolgt. Darüber hinaus muss es die Pilotphase bereits erfolgreich durchlaufen haben und sich international verbreiten lassen. Wer aufgenommen wird, wird drei Jahre lang mit durchschnittlich rund 30.000 Euro pro Jahr unterstützt. "Wir wollen, dass sich unsere Fellows ganz auf ihre neue Aufgabe konzentrieren können“, sagt Marie Ringler, Ashoka-Leiterin. Zudem erhalten die Kandidaten Zugang zum internationalen Ashoka-Netzwerk und können sich von dessen Experten beraten lassen.

Neben Ashoka gibt es in Österreich weitere Initiativen, die sich der Förderung des Sozialunternehmertums verschrieben haben. So gründete das Unternehmerpaar Martin und Gerda Essl 2008 eine gemeinnützige Stiftung, die seitdem einmal jährlich einen Preis für private Sozialinitiativen und Sozialunternehmer vergibt. Studenten haben die Möglichkeit, sich um den Social Impact Award des WU-Instituts für Entrepreneurship und Innovation zu bewerben. Seit zehn Jahren erfährt die Idee des Sozialunternehmers vermehrte Aufmerksamkeit. Als großes Vorbild gilt die auf Mikrokredite spezialisierte Grameen Bank des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus, die Mini-Darlehen an Arme vergibt, die sonst kein Geld bekommen würden.

Von Vanessa Voss

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