So nutzen Sie die Weihnachtsfeier für Ihre Karriere

So nutzen Sie die Weihnachtsfeier für Ihre Karriere
So nutzen Sie die Weihnachtsfeier für Ihre Karriere

Die betriebliche Weihnachtsfeier: Netzwerken für die Karriere.

Ausgelassen feiern mit Kollegen oder verhalten Smalltalken mit dem Chef, die alljährliche Weihnachtsfeier steht vor der Tür und kann mehr als nur Essen, Trinken, Plaudern. Format.at hat Experten befragt, wie man die Feier zu einer Networking-Party mit Kollegen und Vorgesetzten macht und so die eigene Karriere vorantreibt.

Für Weihnachtsmuffel ist die betriebliche Feier zum Jahresende hin eher lästige Pflicht als Anlass zu Partylaune. Die Mehrzahl der Arbeitnehmer ist von Weihnachtsdeko im Büro sogar genervt. Experten sind sich jedoch einig: Jedes Fest in einem Unternehmen ist eine gute Gelegenheit zu Netzwerken und damit eine Chance die Karriere zu befördern.

Auf die Haltung kommt es an

"Offen, zurückhaltend, interessiert" - mit dieser grundsätzlichen Einstellung kommt man bei Kollegen und Vorgesetzten gut an, weiß Karrierecoach Andrea Jindra. Es empfiehlt sich, das Netzwerken im Hinterkopf zu behalten und aktiv auf Andere zuzugehen, Jindra warnt aber davor, einen zu ehrgeizigen Auftritt hinzulegen: "Die Weihnachtsfeier ist in erster Linie eine informelle Veranstaltung, bei der Themen wie Gehaltserhöhung, Beförderung oder Abteilungswechsel nicht angebracht sind." Also entspannt bleiben und ohne Hintergedanken auf Menschen zugehen. Wer zu verbissen an die Karriere denkt, strahle das auch aus, sagt Jindra und empfiehlt: "Interessieren Sie sich mehr für Andere als für die eigenen Interessen."

Smalltalk für Anfänger

Schüchterne tun sich schwer mit Smalltalk. Barbara Blagusz ist Stimm- und Sprechtechniktrainerin und empfiehlt beim ersten Kontakt das bewusste, direkte Ansprechen. Gehen Sie auf Kollegen zu, die Sie noch nicht kennen, in etwa "Hallo, wir kennen uns noch nicht, ich würde mich gerne vorstellen..." das ist erfrischender und ehrlicher als der oftmals verkrampfte Versuch, mit einer Bemerkung über das Essen oder Wetter ins Gespräch zu kommen. Nach der Weihnachtsfeier trifft man sich eventuell am Gang, in der Küche oder im Aufzug wieder und stärkt so die Beziehungen im Team und zu anderen Abteilungen.

Netzwerken

Kommen Sie beim Gespräch nicht in die Gänge oder ins Stocken, hilft es, offene Fragen zu stellen, also Fragen, die der Gesprächspartner nicht mit Ja oder Nein beantworten kann. "Das zwingt uns zum Nachdenken und es entstehen mitunter interessante Gespräche", so Blagusz.

Zudem reden Führungskräfte gerne über sich. Wer Interesse zeigt und offene Fragen stellt kommt ganz leicht ins Gespräch mit Vorgesetzten. Kennen Sie vielleicht einen Kollegen einer anderen Abteilung, können Sie diesen bitten, dass er Ihnen unbekannte Kollegen vorstellt. Das erleichtert das Kennenlernen. Prinzipiell gilt für erfolgreiches Netzwerken: Setzen Sie sich nicht immer zu denselben Leuten und reden Sie nicht nur mit Altbekannten. Die Betriebsfeiern sind eine ideale Möglichkeit, sich einen Überblick über das Unternehmen zu verschaffen und Einblicke in andere Abteilungen zu gewinnen. Streben Sie einen Wechsel an, können Sie hier schon einmal vorfühlen wie die Kollegen in spe ticken.

Ein sympathischer Plausch mit dem Chef kann Ihnen selbst auch Hemmungen nehmen, im neuen Jahr einen persönlichen Termin zu vereinbaren. "Der Monat Jänner ist ein guter Zeitpunkt, um mit dem Chef Entwicklungsfragen zu diskutieren und über das Gehalt zu sprechen", sagt Beraterin Jindra. Das ist der angebrachte Rahmen für Karriere-Themen. Wer bei einer Feier die Vorgesetzten mit seinen Plänen und Anliegen zutextet, bewirkt da eher das Gegenteil und riskiert genervte Chefs, die einem in zukünftigen Gesprächen und Überlegungen nicht mehr positiv gewogen sind. Zeigen Sie bei der Weihnachtsfeier hingegen soziale Kompetenz im Umgang und Gespräch mit Kollegen, hinterlässt das einen Eindruck, der Ihnen später zugute kommen kann.

Spielerisch Kontakte knüpfen

Bei einem sitzenden Setting beziehungsweise fixen Tischplätzen kann von Gastgeberseite aus darüber nachgedacht werden, ganz bewusst einen Wechsel mehrmals im Laufe des Abends vorzunehmen, sei es mit Themenschwerpunkten oder Tischwechsel. Das ist besonders angebracht, wenn es sehr viele neue Mitarbeiter in dem Unternehmen gibt. Hier schlägt Blagusz Kommunikationsspiele vor. Zum Beispiel kann man mit Zetteln für die Gäste, versehen mit Fragen und Farben, die Leute spielerisch ins Gespräch bringen und den Teamgeist stärken.

Tabus: Das sollten Sie vermeiden

Blagusz weiß, worauf es bei einem guten Auftritt ankommt: "Tun Sie es nicht kund, wenn Sie nicht da sein wollen. Nicht raunzen, das fällt negativ auf Sie zurück". Prinzipiell sollte man sich bei Klatsch und Tratsch, sowie Kritik am Unternehmen eher zurückhalten und nicht vereinnahmen lassen. Weder auf Feiern, noch in Pausengesprächen oder am Arbeitsplatz. Vorsicht ist bei politischen Themen und Meinungen gefragt, "Themen, bei denen man nicht weiß, wo der Andere steht, sind riskant für Smalltalk. Suchen Sie nach Gemeinsamkeiten und möglichst unverfänglich. Klassiker wie Wetter, Essen und Arbeit sind durchaus angebracht".

Wer an Vielredner gerät, sollte auf einer Betriebsfeier möglichst nicht die Konfrontation, sondern das Weite suchen, ohne den Kollegen vor den Kopf zu stoßen. "Lobend abbrechen" nennt Blagusz die Methode. Hilfreich ist hier etwa durch Nicken Zustimmung zu signalisieren und dann einen Exit-Satz beim nächsten Luftholen anzubringen, wie "Das ist interessant, aber ich muss ganz kurz weg" oder "kurz telefonieren" oder "etwas zu trinken holen". Monologe lassen sich mit einem Themenwechsel durchbrechen, wie etwa "Ja, interessant, aber was halten Sie eigentlich von ..."

Darüber hinaus gilt Maß zu halten und einen klaren Kopf zu bewahren: Nicht zu viel trinken, nicht zu laut sein, nicht zu viel reden, sich aber auch nicht verstecken. Nicht viel früher vor Beginn kommen aber auch nicht verspäten. Sich nicht zu kurz blicken lassen aber auch nicht bis fünf Uhr in der Früh feiern. Grundsätzlich kann man sich am Chef orientieren. Geht dieser nach Hause, kann man auch aufbrechen. Arbeitsrechtlich gilt bei Weihnachtsfeiern in der Arbeitszeit Anwesenheitspflicht, aber auch nach Feierabend sollte man nicht unentschuldigt fehlen.

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