So managen Sie Krisen in Ihrem Unternehmen - 5 essenzielle Tipps

So managen Sie Krisen in Ihrem Unternehmen - 5 essenzielle Tipps

Krisen können Unternehmen langfristig ernsthaft schädigen, vor allem wenn sie falsch eingeschätzt und schlecht gemanagt werden. Im digitalen Zeitalter verbreiten sich Nachrichten schnell und unkontrolliert. Neuigkeiten verbreiten sich über Social Media wie ein Lauffeuer in der ganzen Welt. format.at zeigt, worauf es beim Krisenmanagement ankommt.

Krisen treffen Unternehmen unvorhersehbar und schlagen hohe Wogen in den Medien. In so einem Fall ist schnelles und richtiges Handeln gefragt, denn Fehler im Krisenmanagement schädigen massiv die Reputation von Unternehmen und einzelnen Personen. Langfristig hat ein Unternehmen nach einer Krise mit Wertverlusten an der Börse und einem Vertrauensverlust bei Geschäftspartnern und Kunden zu rechnen. Ein gutes Krisenmanagement wendet hier nicht nur Schaden vom Unternehmen ab, es kann im besten Fall sogar eine positive Wende herbeiführen.

Die internationale Wirtschaftskanzlei Freshfields hat in einer Studie das Verhalten von Unternehmen im Krisenfall untersucht. Demnach gilt es im Krisenfall in den ersten 24 bis 48 Stunden erste Maßnahmen zu treffen. Während des ersten Tages einer Krise waren fast die Hälfte der untersuchten Unternehmen von Aktienkursrutschen betroffen. Ein Jahr nach der Krise hatten es mehr als die Hälfte der Unternehmen nicht geschafft, ihren Aktienkurs wieder auf Vorkrisenniveau zu bringen. Die Konsequenz war, dass 15 Prozent der Vorstände das Unternehmen verlassen mussten, bei einem funktionierendem Krisenmanagement waren es lediglich vier Prozent. Die vier häufigsten und größten Krisen im Überblick:

1. Operative Krisen
Unfälle, Katastrophen und Umweltschäden, sowie Produktfehler oder Rückrufaktionen können ein Unternehmen langfristig und stark schädigen. Betrifft die Krise die Produktion, hat ein Unternehmen hart zu kämpfen. Fehler im Management solcher operativer Krisen sind das viel zu späte Erkennen der Tragweite des Ereignisses, das die Krise auslöste. Es werden keine klaren Handlungsrichlinien und Zuständigkeiten im Vorfeld geklärt. Fehlverhalten in der Krise, wie öffentliche Aussagen oder Versprechen, die sich als falsch herausstellen untergraben die Gaubwürdigkeit des Unternehmens.

2. IT-/Datenschutzkrisen
Verlust von Kundendaten, Ausfall betriebswichtiger Systeme, Hacking, Internet-Betrug und Diebstahl von Betriebsgeheimnissen. Oft reagieren Unternehmen viel zu langsam bei einer radikalen Schließung von Sicherheitslücken und der Wiederherstellung der Datensicherheit. Juristische Mittel wie einstweilige Verfügungen werden erst ergriffen, wenn die Informationen nicht mehr zu stoppen sind. Unangemessen harte juristische Maßnahmen können die Situation hingegen noch verschlimmern. Diese Art von Krise gewinnt im digitalen Zeitalter immer mehr an Bedeutung. Wichtig: Häufig werden die Betroffenen in der Krise übersehen, stellen Sie angemessene Unterstützung und Beratung sicher.

3. Verhaltenskrisen
Bestechung, Korruption, Insiderhandel und Steuerhinterziehung. Wenn Mitarbeiter sich nicht an die Regeln halten, fällt das auf das Unternehmen zurück. Rechnen Sie hier bereits am ersten Tag des Bekanntwerdens mit den stärksten Auswirkungen. Gehen Sie vorher Kernfragen durch: Was passiert mit den Verantwortlichkeiten? Welche Folgen haben Kündigungen? Wer könnte am Krisenereignis beteiligt sein?

4.Unternehmerische Krisen
Feindliche Übernahmeangebote, Rechtsstreitigkeiten, Liquiditätsengpässe oder Abwanderung von Mitarbeiterteams. Trotz schädigender Auswirkungen stehen die meisten Unternehmen nach einer solchen Krise bereits nach einem Jahr wieder gut da. Diese Art von Krisen bietet das größte Potential, das Vorkrisenniveau um 15 Prozent zu übertreffen. Achten Sie hier besonders darauf ob es sich um einen Einzelfall oder ein strukturelles Problem handelt. Spüren Sie fehlendes oder unzureichendes Vertragsmanagement auf und beheben Sie dieses.

Tipps: So verhalten Sie sich im Krisenfall

1. Erkennen Sie Ihre Geschäftsrisiken
Nehmen Sie sich Zeit und eventuell Beratung in Anspruch. Gehen Sie Probleme an und machen Sie sich nicht vor, dass Krisen immer nur die Anderen trifft.

2.Gewinnen Sie einen Überblick
Welche Risiken gibt es? Welche Krisen könnten uns treffen? Schaffen Sie im Vorfeld Strukturen: Wie sind die Verantwortlichkeiten verteilt? Wie hat wann welche Kommunikation abzulaufen? Gibt es einen Leitfaden für Mitarbeiter? Gibt es eine Checklist für Verantwortliche?

3.Training und "Stress-Tests"
Testen Sie die Abläufe für bestimmte Krisenfälle. Gewährleisten Sie Handlungsfähigkeit: Wie sieht das Handover von einem Krisenmanager zum anderen aus?

4. Klären Sie Rechtliches im Vorfeld
Inwiefern wird Kommunikation dokumentiert? Welche Dokumente sind wo gespeichert? Kennen Sie Ihre Verträge gut? Schauen Sie sich Versicherungen und Haftungen an: Wo und wie ist das Unternehmen abgedeckt? Wie werden Haftungen im Ernstfall verteilt?

5. Lückenlose Aufklärung
Transparenz bedeutet Fairness, die nicht nur gegenüber den Betroffenen angebracht ist - Ihr Unternehmen selbst profitiert so von der Krise und lernt sich weiter zu entwickeln. Schauen Sie sich den Verlauf in nachhinein genau an: Wie hat das Unternehmen die einzelnen Schritte gemeistert? Wo braucht es Verbesserungen?

Planen Sie weitestgehend das Unvorhersehbare. Im Falle des Eintretens einer Krise halten Sie so sich und Ihren Mitarbeitern zumindest teilweise den Rücken frei und vermeiden Chaos.

Testen Sie Ihr Unternehmen auf die häufigsten Krisen

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