So finden Sie einen neuen Job - Tipps für die diskrete Suche

So finden Sie einen neuen Job - Tipps für die diskrete Suche
So finden Sie einen neuen Job - Tipps für die diskrete Suche

Wer sich aus einem bestehendem Arbeitsverhältnis heraus einen neuen Job sucht, muss will das möglichst diskret tun. Der Arbeitgeber und auch die Kollegen sollen am besten erst davon erfahren, wenn die Unterschrift auf dem Vertrag trocken ist. Die wichtigsten Tipps für die diskrete Jobsuche.

Wer einen Jobwechsel plant kann heutzutage mit dem Smartphone und dem mobilen Internet jederzeit und überall nach einem neuen Job suchen . Auch am Arbeitsplatz. Es ist allerdings ungünstig, wenn man dabei ertappt wird und der Wechsel vielleicht noch gar nicht definitiv besiegelt ist. Wer diskret vorgeht vermeidet langwierige Erklärungen und Diskussionen und auch den möglicherweise aufkommenden Neid von Kollegen.

Eine vom Online-Jobportal karriere.at durchgeführte Umfrage zeigt, dass sich die Arbeitnehmer in Österreich der Risiken sehr wohl bewusst sind und daher auch besonders diskret vorgehen, wenn sie einen Jobwechsel anbahnen. Vier von zehn (40 Prozent) weihen nur einige wenige Kollegen in ihre Absichten ein. Fast genauso viele (39 Prozent) behalten ihre Jobwechsel-Absichten ganz für sich, weil sie sich nicht selbst schaden wollen. 13 Prozent der sind ehrlich, wenn sie gefragt werden. Und nur acht Prozent haben kein Problem, mit Kollegen über ihre Jobsuche zu sprechen.

„Die Vorsicht ist nachvollziehbar: Denn auch Kollegen-Tratsch dringt oft schnell bis zur Geschäftsführung vor und lässt die Gerüchteküche brodeln. Das wiederum schwächt die eigene Position im Unternehmen“, analysiert karriere.at-Geschäftsführer Jürgen Smid das Umfrageergebnis.

Buhlen um wertvolle Mitarbeiter

Auf Unternehmensseite will jeder Zweite (48 Prozent) will die Gründe dafür wissen, weshalb ein Mitarbeiter auf der Suche ist. 37 Prozent gehen offensiv auf den Mitarbeiter zu, wenn dieser eine Schlüsselposition innehat. Elf Prozent der Befragten unternehmen nichts und sagen: „Wer gehen will, soll gehen“. Vier Prozent bleiben defensiv und warten auf ein Gespräch. „Die Bereitschaft mit wechsel-affinen Mitarbeitern in Kontakt zu treten und über die Gründe zu sprechen, zeigt, dass viele Führungskräfte Fluktuation im eigenen Team unbedingt vermeiden möchten. Sucht ein Mitarbeiter also das Gespräch, kann das in vielen Fällen durchaus Chancen eröffnen", erklärt Smid.

Tipps für die Jobsuche in geheimer Mission

Mit etwas Planung und Sorgfalt kann man sich auf Jobsuche begeben, ohne dass Chef und die Kollegen davon erfahren.

Der Arbeitsplatz

Die Suche nach einer neuen Stelle kann viel Zeit und Energie kosten. Auch wenn es verlockend ist, die Arbeitszeit im möglicherweise ungeliebten Job dafür zu nutzen sollte man das lieber nicht tun. Der Arbeitsplatz, der firmeninterne Computer und auch der Drucker sind dafür tabu. Man will schließlich vermeiden, dass ein heikler Druckauftrag von einem Kollegen oder einem Vorgesetzten aus dem Drucker gefischt wird.

Um stets auf Dokumente wie den Lebenslauf oder ein vorgefertigtes Konzept eines Bewerbungsschreibens Zugriff zu haben empfiehlt es sich außerdem, diese in einem Cloud-Speicherdienst wie Google Drive oder Dropbox abzulegen.

Die Kollegen

Tratsch verbreitet sich schneller, als man das für möglich halten würde. Und kommt dann schnell auch jemand zu Ohren, der besser (noch) nichts davon wissen hätte sollen, dass man sich nach einem neuen Job umsieht. Man sollte daher genau überlegen, welche Kollegen so vertrauenswürdig sind, dass man ihnen von dem Vorhaben erzählen kann. Je weniger davon wissen, desto besser.

Online-Präsentation

Wer die diversen Job- und Internetportale richtig nutzt und pflegt, muss mitunter gar nicht aktiv nach einem neuen Job suchen. Eine gute Qualifikation, entsprechendes Fachwissen und Erfahrung vorausgesetzt kann man heutzutage auch damit rechnen, von potenziellen Arbeitgebern kontaktiert zu werden, wenn man sich entsprechend wechselwillig zeigt.

Bitte um Diskretion

Für HR-Manager ist es eigentlich üblich, nicht über Bewerber für offene Stellen zu sprechen. Dennoch kann der Hinweis in einem Bewerbungsschreiben, dass man sich in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befindet und das Schreiben daher vertraulich gehalten werden sollte, Gold wert sein. Empfehlenswert ist auch die bevorzugte Art der Kontaktaufnahme. Etwa eine private E-Mail-Adresse oder eine Handynummer mit der Angabe einer Zeit, zu der man normalerweise gut erreichbar und auch ungestört sprechen kann.

Vorsicht bei Telefonaten

Telefonate mit Headhuntern oder Personalverantwortlichen sind nicht immer in der Freizeit möglich. Sollte ein Gespräch während der Arbeitszeit unumgänglich sein und es nicht möglich sein, eine Pause einzulegen kann, um es ungestört führen zu können, dann empfiehlt es sich, aktiv einen Rückruf anzubieten und dafür einen Termin zu vereinbaren. Da die Gesprächspartner ohnehin aus dem Bewerbungsschreiben damit rechnen können, einen am Arbeitsplatz anzutreffen wird das in der Regel auch verstanden und gerne akzeptiert.

Dresscode

Zu einem Bewerbungsgespräch kommt man normalerweise nicht in Jeans und T-Shirt. Wenn das allerdings die normale Kleidung im Büro ist, dann kann es auffällig sein, wenn man an einem Tag in Anzug, Krawatte oder im feinem Kostüm am Arbeitsplatz erscheint und dann auch noch ein paar Stunden "zu einem Termin" muss. Ideal ist es, sich den Tag oder zumindest einen halben Tag frei zu nehmen und vor oder nach dem Gespräch in das Bewerbungs-Gewand schlüpft. So bleiben einem auch Fragen von Kollegen erspart.

Unterschrift und Exit

Auch wenn man im Bewerbungsgespräch eine Jobzusage erhalten hat und die Freude darüber groß ist sollte man das noch nicht an die große Glocke hängen, ehe der neue Arbeitsvertrag nicht von beiden Seiten unterschrieben wurde, denn so mancher Job hat sich noch in letzter Minute zerschlagen. Ist das geschehen, empfiehlt es sich, mit dem Vorgesetzten zuerst das Gespräch zu suchen und ihn zu informieren, dass man den Job wechseln will, ehe man mit den Kollegen spricht. Langsam aber sicher entwickelt sich in Österreich auch die Kultur der Exit-Gespräche. Diese Gespräche zwischen den ausscheidenden Mitarbeitern und den Vorgesetzten können für die weitere Karriere durchaus erhellend sein, da der bisherige Vorgesetzte darin auch offen über die Vorzüge und das vorhandene Verbesserungspotenzial sprechen kann.

Weitere nützliche Karriere-Tipps finden Sie im Karriere-Blog von karriere.at

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