Schwerer Aufstieg: Weniger Führungskräfte in Österreich

Schwerer Aufstieg: Weniger Führungskräfte in Österreich

Die Zahl der Führungskräfte ist in Österreich in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 100.000 gesunken, der berufliche Aufstieg wird schwieriger. Das geht aus dem Führungskräfte Monitor der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich hervor, der am Freitag in Wien präsentiert wurde. Führungskräfte sind überwiegend älter und männlich. Den höchsten Anteil an Chefs gibt es in der öffentlichen Verwaltung.

Österreichs Beschäftigte schätzen ihre Aufstiegschancen immer schlechter ein. Arbeitnehmer ohne Leitungsfunktion machen sich bei den eigenen Entwicklungsmöglichkeiten im Beruf nur wenig Hoffnung auf Aufstieg. Jeder Fünfte ist wenig bis gar nicht zufrieden mit seinen Chancen. Führungskräfte bewerten demgegenüber ihre Karrieremöglichkeiten naturgemäß positiver: Fast 80 Prozent sind damit zufrieden. Kein Wunder, mehr als die Hälfte der Führungskräfte erhält auch regelmäßig Weiterbildungen zum Ausbau ihrer fachlichen Kompetenzen, weniger aber immer noch knapp 40 Prozent erhalten darüber hinaus Weiterbildungen zum Ausbau ihrer Führungskompetenzen.

Ungleiche Aufstiegschancen

Die Aufstiegschancen in eine Führungsposition werden in Österreich nicht nur immer geringer, sie sind auch ungleich verteilt, so die AK. Laut den Daten des Arbeitsklima Index sind Faktoren wie Bildung, Geschlecht, Herkunft und Alter entscheidende Voraussetzung bzw. entscheidend für einen Führungsjob. Je höher das formale Bildungsniveau, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass ein Beschäftigter eine leitende Funktion innehat.

Weiß, alt, männlich: Die typische Führungskraft

Frauen, Beschäftigte mit Migrationshintergrund und Teilzeitbeschäftigte hätten eine signifikant geringere Chance auf Führungspositionen. "Führungskräfte sind großteils älter und männlich", schreibt die Arbeiterkammer. Zwei Drittel der Chefs seien Männer, fast die Hälfte älter als 45 Jahre. 91 Prozent hätten keinen Migrationshintergrund und 92 Prozent seien vollzeitbeschäftigt. "Nur 1 Prozent der Führungskräfte sind Frauen mit Migrationshintergrund in Teilzeitbeschäftigung."

Aufstieg für's Börserl, Belastung für die Psyche

Der berufliche Aufstieg zahle sich immer noch aus: Der AK-Arbeitsklimaindex von Führungskräften liege 2014/15 bei 110 Punkten, jener von nicht-leitenden Beschäftigten um vier Punkte darunter. Allein im Einkommen seien Führungskräfte zu 76 Prozent und damit 18 Prozentpunkte zufriedener als die übrigen Beschäftigten. Positive Effekte hat die berufliche Position auch auf den gesellschaftlichen Status und betriebliche Sozialleistungen. Führungspositionen um der Kohle und Karriere willen anstreben überfordert aber auch oft, denn nicht selten landen Menschen in Verantwortungsbereichen, die mit ihrem eigentlichen Arbeitsfeld nicht mehr viel zu tun haben. Viele Führungskräfte seien auch gestresst: so klagten beispielsweise 27 Prozent über Zeitdruck, 22 Prozent gäben dauerhaften Zeitdruck ohne Zeit zum Verschnaufen an. Die Arbeitszeit liege mit 43 Stunden pro Woche deutlich über dem Durchschnitt sonstiger Beschäftigter, 36 Prozent machten häufig Überstunden, 44 Prozent gelegentlich und ein Fünftel selten oder nie.

In der öffentlichen Verwaltung gab fast jeder Vierte (23 Prozent) an, in einer leitenden Position zu sein. Schlusslichter sind der Unterrichtsbereich (3 Prozent) und der Tourismus (5 Prozent). Einen relativ hohen Chef-Anteil gibt es auch noch im Geld- und Kreditwesen mit 17 Prozent.

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