Schöne Zähne, schöne Karriere

Schöne Zähne, schöne Karriere

Betrachtet man Bilder vieler amerikanischer Top-Manager, kommt man zum Schluss, die gängigste US-Karrierestrategie müsse wohl lauten: Grinsen Sie sich nach oben! Breites Hollywood-Lächeln scheint dort jedenfalls bereits Eingang in Anforderungsprofile bei der Besetzung von CEO-Positionen gefunden zu haben.

Doch auch in anderen Weltgegenden und bei ehrgeizigen Führungskräften nachgelagerter Ebenen blitzt es immer öfter ebenmäßig und strahlend weiß aus den Mündern. Wer aufsteigen will, muss eben mehr Biss zeigen als die Konkurrenz - im wahrsten Sinne des Wortes. Allfällige Unzulänglichkeiten der Natur werden dabei von fähigen Dentaltechnikern und Zahnmedizinern behoben und die Strahlkraft der so erworbenen Norm-Kauleisten wird durch regelmäßige Bleaching-Prozeduren aufgefrischt.

Doch wozu das Ganze? Wieso reicht es offenbar gerade in den Chefetagen nicht mehr, über gesunde und ansonsten ganz durchschnittliche Zahnreihen zu verfügen? Zwei Faktoren dürften dafür entscheidend sein. Einerseits sind Manager heute öffentlich viel präsenter als früher. Manche, wie Yahoo-Chefin Marissa Mayer, die gerade mit einem gewagten Fotoshooting für die aktuelle "Vogue“ Aufsehen erregt, entwickeln sich gar zu Medienstars, die sich auch entsprechend präsentieren. Die Zeiten, als es undenkbar war, dass ein Generaldirektor auf dem einzigen offiziellen Porträtbild seine Lippen auch nur einen Millimeter öffnet, sind jedenfalls endgültig vorbei.

Schönheit macht erfolgreich

Andererseits kennen Manager und Führungsnachwuchs natürlich jene Forschungsergebnisse, die den Zusammenhang zwischen attraktivem Aussehen und beruflichem Erfolg eindrucksvoll beweisen. Schon in den 90er-Jahren entdeckten US-Forscher, dass schöne Menschen für die gleiche Arbeit bis zu 15 Prozent mehr verdienen als unterdurchschnittlich attraktive. Akademiker, die schon auf Fotos aus Studentenzeiten besser wirkten als ihre Studienkollegen, ließen diese in der Folge auf der Karriereleiter und bei der Einkommensentwicklung klar hinter sich.

Experimente an der Duke University, publiziert in der Studie "A Corporate Beauty Contest“, zeigen, dass Versuchspersonen, denen Bilder von - ihnen gleichermaßen unbekannten - Managern und "normalen“ Menschen zum Vergleich vorgelegt wurden, Führungskräfte sowohl als attraktiver als auch als kompetenter einschätzten. Noch deutlicher wurde der Zusammenhang, wenn zwei Manager-Bilder verglichen wurden: Die als attraktiver bewerteten Firmenlenker hatten es tatsächlich an die Spitze der größeren Konzerne geschafft.

Attraktivität als Karrierefaktor gewinnt laut einem Langzeitvergleich der Universität Hamburg auch in Europa unaufhaltsam an Terrain: Die äußere Erscheinung war 1986 erst für sechs Prozent der Führungskräfte wichtig für den erfolgreichen Jobeinstieg - dieser Wert stieg auf zuletzt 27 Prozent. Und weil alle ambitionierten Aufsteiger ihre Kleiderschränke mit feinem Business-Tuch schon gut bestückt und ihre Bodys im Fitnessstudio zur gleichen Perfektion gestählt haben, wird der Kampf um die besten Jobs und die höchsten Gehälter nun eben im Dentalbereich geführt.

Karriere

Land der Berge, Land der IT-Experten: Österreich legt zu

Service

Gehalt: In diesen Branchen verdienen Sie am meisten

Karriere

Auf Jobsuche? Das sind die beliebtesten Branchen

Karriere

Arbeite klug, nicht hart: Versöhnen Sie sich mit Ihrer To-Do-Liste