Projektmanagement hat sich in den Firmen endgültig durchgesetzt

Wikipedia weiß bekanntlich alles besser: „Als Projektmanagement (kurz PM) bezeichnet man das Initiieren, Planen, Steuern und das Kontrollieren und Abschließen von Projekten.“ So weit, so gut.

Projektmanagement hat sich in den Firmen endgültig durchgesetzt

Wenn ein Begriff aus dem Management in dem Online-Lexikon dermaßen knapp und präzise erläutert wird, ist das ein Zeichen, dass diese Methode weit verbreitet und allseits bekannt ist. Es geht natürlich auch noch etwas genauer: Für das Projektmanagement gibt es sogar eine eigene Normenreihe, nämlich DIN 69901, laut dieser ist ein Projekt ein „Vorhaben, bei dem innerhalb einer Zeitspanne ein spezifisches Ziel erreicht werden soll“. Es handelt sich also um etwas Einmaliges, nicht um eine Routinetätigkeit.

Abschreckendes Beispiel

Einmalig war auch der Ausbau des Flughafens Wien, der letztlich doppelt so viel gekostet hat wie geplant. Der dortige Skylink ist heute nicht nur wegen der exorbitanten Rechen- und Verrechnungsfehler ein Paradebeispiel dafür, wie Projektmanagement nicht funktioniert. Projekte wie dieses zeichnen sich eben dadurch aus, dass sie deutlich riskanter sind als das übliche Geschäft, außerdem aufwändiger und komplexer. „Die Umstände sind kompliziert geworden“, meint Brigitte Schaden, Chefin der Branchenvereinigung pma: Stakeholder wollen ständig informiert und eingebunden werden. Und um nicht immer auf den Flughafen Wien hinzuhacken: Wie Projektmanagement nicht umgesetzt werden sollte (oder besser: wo professionelles Projektmanagement fehlt), zeigt auch der neue Berliner Flughafen, der ein ständiges Reizthema für Politiker und Bewohner der deutschen Hauptstadt bleibt.

Die steigende Bedeutung von Projektmanagement zeigt sich auch am österreichischen Arbeitsmarkt: Auf Karriereportalen wie karriere.at werden eifrig entsprechende Profis gesucht, auch die Wochenend-Ausgaben der Tageszeitungen sind mit entsprechenden Job-Inseraten gespickt. Können muss ein solcher Projektmanager schon einiges: Neben der Planung, dem Controlling und der Steuerung der jeweiligen Spezialaufgabe muss er das Ganze nach außen vertreten und viele unterschiedliche Interessen unter einen Hut bringen. Der Beruf des Projektmanagers ist aber nicht nur stark nachgefragt, auch entsprechende Aus- und Weiterbildungsangebote an Fachhochschulen und Universitäten – zum Teil postgradualer Natur – boomen.

Ansprüche steigen

Die Ansprüche an die dort geschulten Experten haben sich gewaltig gesteigert, weil eben die Aufgaben für ein professionelles Projektmanagement gestiegen sind. „Führung und Stakeholder-Management sind heute zentrale Themen“, erläutert Martina Huemann, Assistenzprofessorin an der Wirtschaftsuniversität Wien und seit kurzem wissenschaftliche Leiterin des Professional MBA Project Managemt der WU Executive Academy. Bei diesem MBA-Lehrgang wurden nun neue inhaltliche Schwerpunkte gesetzt. „Die Aufgaben werden immer vielfältiger, weil man flexibel reagieren können muss.“ So sei es ein Problem in der Praxis, dass die Projektmanager oftmals keine Weisungsbefugnis hätten und die adäquaten Strukturen fehlen würden. „Die Unternehmen sind noch nicht soweit, um Projekte entsprechend zu unterstützen“, sagt Huemann.

Als zielführend wird von Experten momentan eine Unternehmensstrategie namens „Management by projects“ erachtet, was ja zunächst als Widerspruch erscheinen könnte. Gemeint ist aber eine Ausrichtung und Aufstellung des Unternehmens, um rasch entscheiden zu können, was in der Linie geschieht und was mit Projektteams umgesetzt wird. Speziell für Betriebe, die in Branchen tätig sind, die sich rasch verändern – Stichwort Informationstechnologie – ist eine solche Strategie sinnvoll.

Neben grundlegendem Wissen im Projektmanagement brauchen die Profis auch die entsprechenden Soft Skills, um die an sie gestellten Anforderungen bewältigen zu können. Gerade auch weil viele Projekte außerhalb der üblichen Routine ablaufen – sozusagen jenseits der eingespielten Unternehmenslinie – brauchen die Verantwortlichen nicht nur Durchsetzungsvermögen, sondern auch Führungsqualitäten. pma-Chefin Schaden: „Geistige Mobilität ist das A und O im Projektmanagement.“ Deshalb ist Mobilität auch das generelle Kernthema des heurigen Kongresses „pma focus“ (17. Oktober in Wien, Informationen und Anmeldung unter www.pma.at ).

Nachhaltigkeit in den Projekten

Beim Professional MBA der WU Executive Academy, bei dem der nächste Durchgang im Oktober mit maximal 20 Teilnehmern startet, wird aber noch ein weiterer Aspekt angeschnitten: Nachhaltigkeit. Das ist auf den ersten Blick überraschend, denn zeitlich begrenzte Projekte passen da kaum dazu. „Das stimmt aber so nicht“, sagt Martina Huemann. „Über ein Projekt entsteht ja etwas Konkretes wie ein Produkt und daher besteht der Bedarf, das nachhaltige Denken schon ins Projektmanagement zu bringen.“ Daher müssten die Verantwortlichen wissen, welche wirtschaftlichen, ökologischen und auch sozialen Aspekte berücksichtigt werden müssen.

Keine Frage: Der Wikipedia-Eintrag zum Projektmanagement wird auch in Zukunft einer ständigen – um nicht zu sagen: nachhaltigen – Überarbeitung bedürfen.

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