Österreichs Manager-Ranking: Die Top 10

Christian Kern, ÖBB

Christian Kern, ÖBB

Mit – wie seine Bewunderer meinen – Kompromisslosigkeit hat es der ÖBB-Chef geschafft, den Konzern auf neue Schienen zu setzen: Der Turnaround in der angeschlagenen Güterverkehrssparte Rail Cargo Austria (RCA) ist geglückt, die Produktivität um 20 Prozent gestiegen. Und dass er die neue Konkurrenz auf der Westbahn grundsätzlich begrüßt, ist auch in der Tonlage neu – das beleidigte Lamento eines Ex- Monopolisten ist von ihm definitiv nicht zu erwarten. Der 46-jährige ehemalige Verbund-Manager hat mit der Einsetzung eines eigenen Compliance Officers auch gezeigt, dass er mit unsauberen Praktiken aus der Vergangenheit endgültig aufräumen will. Auffällig ist, dass er die unvermeidbaren Kämpfe mit Politik und Belegschaftsvertretung nicht nach außen trägt. Und fachlich wird ihm reihum Kompetenz attestiert. Ein Mitbewerber aus der Logistikbranche begründet seine Stimme für Kern wie folgt: „Er ist ein harter Arbeiter und ein wirklich guter Kenner der Materie.“ Verstanden seine Vorgänger an der ÖBB-Spitze abwechselnd viel von Straßenbahnen, Bau oder dem Hardcore-Eisenbahngeschäft, so ist Kern, der früher einmal Wirtschaftsjournalist war, ein echter Kommunikator. „Dass unsere Mitarbeiter und Kunden wieder mehr Selbstbewusstsein haben“, bezeichnet er selbst als eine seiner größten Leistungen bisher. Das ist Balsam auf die Wunden der imagemäßig schwer verwundeten Eisenbahner: „Denn die sind in den letzten Jahren intensiv drangekommen.“ Gerüchten, er werde schon bald in Richtung Politik oder Privatwirtschaft wechseln, tritt er entgegen: „Es wird zehn Jahre dauern, bis wir bei den ÖBB ein Stück Normalität erreichen, und dieses Zehnjahresprojekt will ich begleiten.“

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