Österreichs Manager-Ranking: Die Top 10

Wolfgang Eder, Voestalpine

Wolfgang Eder, Voestalpine

Im kleinen Kreis spricht Eder manchmal von der „größten Enttäuschung“ seines Manager-Lebens, die ihm 2011 widerfahren ist: In diesem Jahr flog das Schienenfreunde-Kartell auf, für die zu erwartenden Schadenersatzzahlungen wegen mehrjähriger Preisabsprachen bei Bahnschienen in Deutschland – sowie die Schließung eines Werks in Duisburg – hat die Voestalpine in der Bilanz Rückstellungen in Höhe von 205 Millionen Euro gebildet. Eders Beliebtheit im Kreis der Managerkollegen hat die Sache keinen Abbruch getan: Wie schon 2011 rangiert er dieses Jahr wieder auf Rang zwei, die Voestalpine wirkt trotz des Ergebnisknicks von fast 30 Prozent fest auf Kurs: Ein Rekordumsatz von über zwölf Milliarden Euro belegt auch, dass die Transformation vom reinen Stahlkocher zum Verarbeitungs- und Technologiekonzern geglückt ist. Auch der Konzernumbau – die Verschmelzung der bisherigen Automotive- und Profilform-Divisionen – ist „typisch Eder“ verlaufen: unspektakulär. Das Votum für ihn gilt aber auch seinen klaren standortpolitischen Aussagen, etwa dass er in Österreich keine neuen Hochöfen mehr bauen wird. So stellt er Politik, Kunden und Mitarbeiter darauf ein, dass das Wachstum – und damit die Investitionen – in Zukunft in jenen Weltregionen passiert, in denen das CO2-Regime weniger industriefeindlich und der Hunger nach Voestalpine-Produkten noch groß ist: Südostasien und Südamerika zum Beispiel. Dass er auch dieses Jahr im trend-Manager-Ranking platziert ist, in dem er schon in den letzten Jahren beständig vorgekommen ist, „damit habe ich allein schon angesichts des Kartellthemas absolut nicht gerechnet“, atmet der 60-Jährige auf. „Offenbar traut man uns ein ehrliches Aufarbeiten der Angelegenheit zu.“

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