Jung, engagiert, marktreif

Wie exportiert man Getränkedosen nach Israel? Eine solche Frage stellt sich Schülern normalerweise eher nicht. Das junge Team von Levedrink musste genau dieses Problem lösen.

Jung, engagiert, marktreif

Als österreichische Vertreter bei der europäischen JUNIOR-Handelsmesse in Haifa wollten sie dort natürlich auch ihr Produkt vorstellen. Doch die Einfuhr des selbst kreierten und in Dosen abgefüllten Erfrischungsgetränks nach Israel erwies sich wegen der strengen Sicherheitsbestimmungen als schwierig.

Genau im rechten Moment kam da die Unterstützung von Alexander Klacska, Spartenobmann für Transport und Verkehr der WKO. Der erfahrene Transportunternehmer betreute die Schüler im Rahmen der FORMAT-Aktion "Schule macht Wirtschaft“ und konnte auch bei dem Logistikproblem helfen. Mit durchschlagendem Erfolg: Levedrink wurde in Haifa prompt als bestes Unternehmen ausgezeichnet (siehe Kasten links).

Bei "Schule macht Wirtschaft“ besuchen Experten aus der Wirtschaft ausgewählte Schulen, die am JUNIOR-Projekt teilnehmen. Deren Schülerinnen und Schüler gründen und führen Unternehmen mit echten Produkten und Dienstleistungen, von der Produktentwicklung bis zum Vertrieb..

Levedrink ist nur eines von drei höchst erfolgreichen JUNIOR-Unternehmen der Wiener Privatschule w@lz. Bei der Handelsmesse in Riga gleich doppelt ausgezeichnet - bestes Unternehmen und beste Videowerbung - wurde reBottling, eine Firma, die Glasflaschen zu Designerstücken verarbeitet beziehungsweise "upcycelt“. Die jungen Modemacher von Holy Crab konnten schließlich bei der österreichischen Handelsmesse mit ihrem Businessplan überzeugen.

Experte Klacska zeigte sich von allen drei Unternehmen beeindruckt: "Das sind Produkte, die man am Markt sofort umsetzen könnte.“ Er empfahl ihnen, die Unternehmen auch in Zukunft weiterzuführen und dazu mit der Gründerberatung der Wirtschaftskammer Kontakt aufzunehmen. Denn das Land brauche dringend Unternehmer, die keine Angst davor haben, zu scheitern. "Die Gründermentalität in Österreich muss sich ändern“, so Klacska.

Genau das ist eines der Ziele von "Schule macht Wirtschaft“, in deren Rahmen kürzlich auch der steirische Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk die JUNIOR-Unternehmen der HTL Zeltweg besuchte.

HTL Zeltweg

Energiesparende LED-Lampen aus recycelten Autokolben, langlebige Gürtel und Handytaschen aus alten Feuerwehrschläuchen, in Holz oder Leder gebundene und individuell gestaltete Ringmappen - die Themen Natur und Nachhaltigkeit spielten in den JUNIOR-Unternehmen der HTL Zeltweg eine entscheidende Rolle.

Der steirische Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk bewegte sich bei seinem Besuch auf gewohntem Terrain: Er hat selbst in einer HTL maturiert, und auch die verwendeten Materialen - ganz besonders die recycelten Autokolben - sind ihm durchaus vertraut, führt er doch einen Karosserie- und Lackierfachbetrieb in Knittelfeld.

Die Jungunternehmer von Pistonlights, Refire und Prozip interessierten sich daher auch ganz besonders für den beruflichen Werdegang des Kammerpräsidenten und Firmenchefs, der ihnen im Rahmen der FORMAT-Aktion "Schule macht Wirtschaft“ bei ihren JUNIOR-Projekten mit praktischen Ratschlägen zur Seite stand.

"Durchhaltevermögen und Einsatzwille“ sind für Herk die wichtigsten Eigenschaften eines Unternehmers. Er selbst sei "Schritt für Schritt“ in die zeitaufwendige Doppelrolle als Firmenchef und WK-Funktionär hineingewachsen.

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