2015 wollen deutlich mehr Job wechseln

2015 wollen deutlich mehr Job wechseln

Laut einer aktuellen Studie von Xing in Österreich wollen um 36 Prozent mehr der befragten Arbeitnehmer heuer den Job wechseln als im Vorjahr. Wer besonders wechselwillig ist, welche Arbeitszeitmodelle angestrebt werden und was der neue Job bieten soll.

Rund ein Drittel der österreichischen ArbeitnehmerInnen will im neuen Jahr mehr Zeit mit der Familie oder Freunden verbringen (36 %), mehr Sport treiben (30 %) oder an der Beziehung arbeiten (30 %). Im beruflichen Kontext soll das Jahr 2015 erfüllend sein: Ein Fünftel will heuer mehr Erfüllung im aktuellen Job finden und 6 % haben den Vorsatz, den Job zu wechseln. So die Ergebnisse einer aktuellen Studie, die Marketagent.com im Auftrag von XING zum Jahreswechsel durchgeführt hat.

Offener für Arbeitgeber-Wechsel als 2014

36 % stehen heute einem Job-Wechsel offen gegenüber, 2014 waren es noch 30 %. Und die Bereitschaft, langfristig beim gleichen Arbeitgeber zu bleiben, sinkt im Jahresvergleich deutlich (2015: 53 %, 2014: 60 %). Beim tatsächlichen Schritt sind die ÖsterreicherInnen allerdings noch zaghaft: 11 % planen konkret, noch in diesem Jahr einen neuen Arbeitgeber zu suchen (2014: 10 %).
Vor allem die Jungen sind wechselwillig: Rund ein Fünftel (19 %) der 18- bis 29-Jährigen hat konkret vor, 2015 in einem neuen Job durchzustarten. Bei den ArbeitnehmerInnen ab 40 sind es nur mehr 7 %. Wer mehr verdient, bleibt eher: Wer weniger als 2.000 Euro Haushaltsnettoeinkommen zur Verfügung hat, wechselt 3 Mal wahrscheinlicher seine Arbeitsstelle als die Befragten mit mehr als 5.000 Euro
(23 % vs. 7 %).

„Den Österreichern ist ihr Privatleben sehr wichtig. Daher muss der Job zu ihrer aktuellen Lebenssituation passen und dabei sind sie durchaus fordernd“, so Carmen Windhaber, XING Country Managerin Österreich. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Wechselwilligkeit deutlich steigt. 11 % haben vor, im Jahr 2015 den Arbeitgeber zu wechseln.“

Job-Suche: Persönlicher Kontakt und Internet helfen

Mehr als die Hälfte der ÖsterreicherInnen (53 %) meint, der direkte Kontakt zu Personalentscheidern in Unternehmen und / oder zu Personalberatern ist für einen erfolgreichen Jobwechsel hilfreich. Zudem setzen die Befragten beim Jobwechsel auf Internet-Plattformen, auf denen man gezielt nach Jobs suchen kann, die zu einem passen, (48 %) und auf Internet-Portale, die auf Basis des eigenen Lebenslaufs Jobvorschläge liefern (40 %). Und zwei von fünf setzen auf Erfahrungsberichte von Mitarbeitern zu einem potenziellen Arbeitgeber als hilfreiches Tool.
Stressfaktor Nr. 1 beim Job-Wechsel: Arbeitgeber hält nicht, was er verspricht.

Für 65 % der ÖsterreicherInnen ist der größte Stressfaktor bei der Jobsuche, dass ein neuer Arbeitgeber nicht dem Bild entspricht, das er im Vorfeld nach außen präsentiert hat.
Zwei von fünf fühlen sich bei der Jobsuche gestresst, weil sie nicht wissen, welcher Job zu ihnen passt. Und 34 % fühlen sich durch das Bewerbungsgespräch unter Druck gesetzt. Dies trifft vor allem bei Young Professionals (49 %) zu, während Führungskräfte (21 %) und Mitglieder der Geschäftsführung (17 %) Bewerbungsgesprächen gelassener gegenüber stehen.

Männer schauen auf Gehalt und Karriere, Frauen aufs Arbeitsklima

Drei Viertel der österreichischen ArbeitnehmerInnen (74 %) legen bei einem neuen Job sehr viel Wert auf eine positive Arbeitsatmosphäre. Für nur 38 % ist das Gehalt „sehr wichtig“. Auch das Verhalten des Vorgesetzten (53 %) und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (53 %) liegen in ihrer Wichtigkeit deutlich vor dem Einkommen.
Allerdings ticken Frauen und Männer anders: Frauen legen in einem viel höheren Ausmaß Wert auf ein positives Arbeitsklima (Frauen: 85 %, Männer: 65 %), Männer schauen eher auf gute Aufstiegschancen (Männer: 25 %, Frauen: 20 %).
Je höher man auf der Karriereleiter steht, desto unwichtiger wird das positive Arbeitsumfeld eingeschätzt: Bei den Young Professionals legen 84 % Wert darauf, bei den Mitgliedern der Geschäftsleitung sind es nur 63 %.

„Wenn es um das Arbeitsklima oder die Teilzeit geht, sehen wir klar einen Männer-Frauen-Unterschied, der aus der traditionellen Arbeits- und Lebenswelt kommt. Es sind oft immer noch die Frauen, die Familie und Kinder mit ihrer Arbeit unter einen Hut bringen müssen“, analysiert Carmen Windhaber. „Gleichzeitig sehen wir, dass sich die Arbeitswelt im Umbruch befindet, etwa wenn die Arbeitnehmer der Generation Y zugunsten der persönlichen Entwicklung und Freiheit bewusst auf mehr Gehalt verzichten. Wir bei XING beschäftigen uns schon länger damit, wie wir in Zukunft arbeiten werden. Im Sinne von ‚For a better working life‘ wollen wir unsere Mitglieder in ihrem Arbeitsalltag und bei der Suche nach dem für sie passenden Job unterstützen.“

Präsenzkultur ade, Flexibilität ist gefragt

Mehr als die Hälfte der Befragten (54 %) hält flexible Arbeitszeiten für „sehr wichtig“. Home-Office ist für 28 % essentiell, Teilzeit-Arbeit für 24 %. Letzteres wird vor allem von Frauen als „sehr wichtig“ bewertet (Frauen: 39 %, Männer: 11 %). Auch fordern Frauen eher die Möglichkeit der Kinderbetreuung im Unternehmen (Frauen: 15 %, Männer: 4 %).
Und je höher die Hierarchiestufe, desto größer der Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten

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