Jeder Zweite checkt berufliche Mails in der Freizeit

Jeder Zweite checkt berufliche Mails in der Freizeit

Arbeit und Freizeit werden immer weniger getrennt: Mehr als jeder zweite Österreicher checkt seine beruflichen Mails auch in seiner Freizeit. Experten raten, dass jeder wissen sollte, wo die Aus-Taste ist – und diese auch benutzen soll.

Eine Auszeit vom Beruf nehmen, das fällt im Smartphone-Zeitalter und der permanenten Verfügbarkeit sowohl von privaten wie auch beruflichen Nachrichten immer mehr Österreichern schwer. Die kontinuierlich ansteigende Zahl Internetfähiger Produkte sorgt dafür, dass Informationen praktisch überall und ständig verfügbar sind und bedeutet gleichzeitig, dass eine Trennung zwischen Freizeit und Arbeit immer weniger stattfindet.

Eine europaweit im Auftrag der gfu Consumer & Home Electronics GmbH durchgeführte Studie zeigt, dass 54 Prozent der Österreicher ihre Mails auch nach Dienstschluss checken und dabei auch berufliche Nachrichten lesen oder bantworten. Die Österreicher sind damit sogar fleißiger als die Deutschen. In Deutschland befassen sich demnach nur 42 Prozent in ihrer Freizeit mit beruflichen Nachrichten.

Genau ein Drittel sagte, dass sie auch nach Feierabend und am Wochenende für Kunden, Kollegen und Vorgesetzte zu erreichen sind. 28 Prozent gaben an, dass sie Nachrichten und E-Mails, die in der Freizeit eingehen, nicht nur passiv zur Kenntnis nehmen, sondern auch in der Freizeit beantworten.

Österreicher erledigen viel Privates am Arbeitsplatz

Die Arbeit regiert also immer häufiger in das Privatleben hinein, doch für die Berufstätigen schein das ein faires Geschäft zu sein, denn gleichzeitig findet privates häufig auch während der Arbeitszeit statt. So nehmen es die Österreicher mit der Trennung von Beruf und Privatem generell nicht mehr so genau. 52 Prozent der Arbeitnehmern erledigen während der Arbeitszeit auch Privatangelegenheiten. Dazu gehören etwa private E-Mails zu lesen oder der schnelle Blick in das Facebook-Account. Die Österreicher sind damit Spitzenreiter in Europa. Die Deutschen sind dabei etwas korrekter. Nur 42 Prozent erledigen Privatangelegenheiten am Arbeitsplatz.

Abschalten und Entspannen wird schwieriger

Indem private Dinge während der Arbeitszeit erledigt werden, scheinen Berufstätige einen Ausgleich dafür gefunden zu haben, dass die Arbeit zunehmend in das Privatleben hineinreicht. Trotzdem beklagen viele, dass die Vernetzung dazu beiträgt, dass Abschalten und Entspannen kaum noch möglich sind. 45 Prozent der Österreicher stimmen dieser Aussage zu. Auch wenn eine ständige Erreichbarkeit das Abschalten und somit auch eine echte Entspannung verhindern, so stehen sie der Technik und vernetzen offen gegenüber: Die Mehrheit ist der Meinung, dass die Geräte den Alltag erleichtern.

„Flexibilisierung ist einer der großen gesellschaftlichen Trends, der sich in allen Bereichen unseres Lebens niederschlägt“, meint gfu-Chef Hans-Joachim Kamp. „Technologieprodukte unterstützen uns alle dabei, Dinge nach unseren eigenen zeitlichen Bedürfnissen außerhalb eines festgelegten Zeitrasters zu erledigen. Das gilt sowohl für private als auch berufliche Aspekte“. Die der Studie zufolge ebenfalls angestiegene Nutzung von Mediatheken der TV-Sender und die wachsende Bereitschaft der Konsumenten kosten-pflichtige Video-On-Demand-Dienste zu nutzen, sieht Kamp als einen weiteren Beleg für das Ausbrechen der Konsumenten aus festen zeitlichen Rastern. „Die Menschen schauen heute immer häufiger Sendungen dann, wenn sie sie sehen wollen, weil es für sie zeitlich passt – und nicht dann, wenn ein Sender sie ausstrahlt.“ Trotz der Vorteile, die mehr Flexibilität mit sich bringt, rät Kamp aber zu Augenmaß: Kein Arbeitgeber darf es für selbstverständlich halten, dass die Arbeit in die Freizeit hineinregiert und jeder Anwender sollte wissen, wo die Aus-Taste ist – und sie auch benutzen.“

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