Fast jeder dritte Arbeitnehmer mit Chef unzufrieden

Fast jeder dritte Arbeitnehmer mit Chef unzufrieden

Die Richtung mit Begeisterung und Empathie vorgeben: Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller zeigt auch Chefs, wie sie Mitarbeiter zum Erfolg führen können.

Mit dem Chef zufrieden oder doch nicht? Die Institute SORA und IFES haben im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich nachgefragt. Laut Studie fällt einer von drei Chefs bei seinen Mitarbeitern durch. Und: Weniger Betriebsräte bedeuten weniger Zufriedenheit. Alarmierend ist, dass die Bezahlung reicht für mehr als die Hälfte der Befragten kaum ausreicht.

Wien. Was ist Führung? Mach ich's richtig, wie kann ich'S besser machen und was bedeutet es auch für die Mitarbeiter? Diese Fragen sollten sich in Österreich die Chefs eigentlich immer wieder einmal stellen, soweit si reflektiert ihren Job auch als Leader empfinden. Top-down zu reagieren alleine reicht nicht. Mitarbeiter brauchen mehr. Und schauen bei ihren Chefs genau hin, wenn es um den Führungsstil geht.

Die Insitute SORA und IFES haben 4000 Menschen befragt. Und das Ergebnis ist dann doch ernüchternd. Jeder dritte Chef fällt durch. 30 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich sind mit dem Führungsstil ihrer Vorgesetzten unzufrieden. Und damit nicht genug: Für manche Beschäftigten ist die Situation so unerträglich, dass sie deswegen sogar den Job wechseln wollen. Das geht aus dem Ergebnis der Umfrage vor, die von der Arbeiterkammer OÖ in Auftrag geben hat. Und damit den "Arbeitsklima Index" berechnet.

Die Rückkopplung

Andrererseits: Wer mit den Chefs zufrieden ist, der hängt sich dann auch voll rein. Und findet Gefallen am Unternehmen und dem Job. Zufriedenheit mit dem Chef oder der Chefin spiegelt sich auch mit der Arbeit insgesamt: 90 Prozent der Beschäftigten, die mit ihren Vorgesetzten zufrieden sind, sind auch mit ihrer beruflichen Tätigkeit zufrieden.

Gibt es hingegen Zweifel, Kritik oder Unzufriedenheit mit dem Führungsstil der Chefs, bröckeln die Sympathiwerte für die Arbeit auf 57 Prozent herab.

Die Wechselabsichten

Der Führungsstil hat klarerweise auch Auswirkungen auf die Betriebstreue und somit der Bereitschaft des Arbeitgeberwechsels. Von den Mitarbeitern, die mit ihren Vorgesetzten zufrieden sind, wollen nur 7 Prozent das Unternehmen wechseln, bei den Unzufriedenen sind es 18 Prozent.

Das Geld

Gefragt wurden die Arbetnehmer nach ihrere finanziellen Situation. Der Anteil jener Arbeitnehmer, die angeben, dass ihr Einkommen nicht ausreiche, pendle seit 15 Jahren zwischen 6 und 8 Prozent, heißt es in der AK-Aussendung. 46 Prozent sagen, dass sie mit dem Geld nur knapp auskommen - allerdings sind fast zwei Drittel der Befragten damit zufrieden.

Die Mitbestimmung

Arbeiterkammer-OÖ-Präsident Johann Kalliauer glaubt, dass die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten mit dem Grad der Mitbestimmungsmöglichkeit steigt. Laut "Arbeitsklima Index" sagten vor 15 Jahren noch 46 Prozent der Arbeitnehmer, sie wollten "unbedingt wieder im selben Betrieb" arbeiten. Heute sagen das nur noch 32 Prozent.

Die Deutung: Im selben Zeitraum ging der Anteil der Beschäftigten, die in ihrem Betrieb einen Betriebsrat haben, von 63 auf 55 Prozent zurück.

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