Fachkräfte mit Lehrwert

Fachkräfte mit Lehrwert

"Unsere Gesellschaft soll wieder stolz sein auf ihre Lehrlinge und Fachkräfte", sagt Valerie Höllinger. Kein leichtes Ziel, das sich die Geschäftsführerin des Berufsförderungs-institut Wien (BFI) da gesteckt hat.

Erreichen will sie dieses mit einem ungewöhnlichen Programm zur Förderung von Lehrlingen. Es handelt sich um ein Mentoring-Projekt, dessen Rahmen mit Einbindung der entsprechenden Partnerunternehmen nun festgezurrt wurde. Diese Initiative, die den Titel "Meister statt Master“ (siehe Kasten) trägt, sieht eine Unterstützung von Lehrlingen durch jeweils zwei Mentoren mit Erfahrung vor.

Verantwortung

Fünf Unternehmen beteiligen sich daran: A1, Bank Austria, Flughafen Wien, die Rewe Group International (mit ihren Unternehmen Billa, Merkur und dem Werbestudio Marian) sowie die Wiener Städtische Versicherung. Bei der Kick off-Veranstaltung im Wiener Tech Gate stellten diese Unternehmen ihre Beweggründe für eine Teilnahme an der BFI-Offensive dar. "Die Lehre hat einen sehr hohen Stellenwert, wir freuen uns über jede Bewerbung“, sagte Elke Berger, Head of HR Management & Strategy bei der Bank Austria. Allerdings komme es darauf an, schon beim ersten Bewerbungsgespräch ehrlich und realistisch zu sein. Johannes Zimmerl, Konzernpersonaldirektor bei der Rewe Internationale AG, wies auf die Verantwortung des Unternehmens hin: "Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ehemalige Lehrlinge bei uns bis in die oberste Managementebene vorstoßen können. Das klappt nur dann, wenn nicht nur der Lehrling, sondern auch das Unternehmen den Stellenwert von jungen Menschen respektiert und fördert.“

Das Lehrlings-Mentoring des BFI soll die Lücke schließen zwischen den Wünschen und Ansprüchen der Unternehmen und den tatsächlichen Fähigkeiten der Lehrlinge. Zu den Zielen des Programms zählt demnach auch die ganz persönliche Entwicklung des Lehrlings - schließlich soll dieser auch als Person reifen. Die Lehrlinge sollen mit den Mentoren auf Augenhöhe kommunizieren, generell soll Wert auf die Schulung sozialer Kompetenzen gelegt werden.

Wertvolle Freude

Das bringt für die Unternehmen nicht nur die Aussicht auf motivierte, verlässliche Mitarbeiter, sondern steigert auch ihren Wert am Arbeitsmarkt. Unter dem Stichwort Employer Branding ist ja ein solches positives Unternehmensbild in der Öffentlichkeit von steigender Bedeutung, wie auch beim Kick off thematisiert wurde. Johannes Zimmerl: "Ein Lehrling ist keine günstige Arbeitskraft, sondern ein wertvoller Teil des Unternehmens.“ BFI Wien-Chefin Valerie Höllinger ergänzt: "Wir setzen beim Crossmentoring ganz bewusst bei der Persönlichkeitsentwicklung an, um auch Freude in den Berufs-alltag zu bringen und die Identifikation mit der Ausbildung zu steigern.“

Als nächstes Ziel will Höllinger eine Lehrlingsakademie aufbauen - doch zunächst muss einmal der generelle Wert der Lehre mit Hilfe des Projekts gesteigert werden.

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