Ewald Nowotny ortet massive Finanzunbildung

Ewald Nowotny ortet massive Finanzunbildung

Ewald Nowotny, Chef der Oesterreichische Nationalbank (OeNB), will der ökonomischen Bildung der Österreicher auf die Sprünge helfen und sieht in diesem Bereich "erheblichen Nachholbedarf".

Bei einer kürzlich veröffentlichten Studie zum Finanzwissen in 11 Ländern war Österreich Schlusslicht, sagte OeNB-Chef Ewald Nowotny am Donnerstag vor Journalisten. "Das ist ein alarmierender Hinweis." In heimischen Schulen finde Finanzbildung generell "zu wenig Beachtung".

Die Nationalbank werde künftig deutlich weniger in allgemeine Werbung zu Wirtschaftsthemen stecken und mehr in spezielle Förderangebote für Finanzwissen, erklärte Nowotny. Im Programm gebe es derzeit Lehrerseminare, Schülerwettbewerbe, eine Euro-Tour an Schulen und Online-Angebote zu Wirtschaftsthemen.

Der OeNB-Chef präsentierte am Donnerstag das neue Online-Tool "Finanzcockpit". Es gehe darum, den "simplen Zusammenhang" von Risiko und Ertrag begreifbar zumachen. Wenn dieser elementare Zusammenhang von Anlegern beherzigt worden wäre, dann hätte es in den vergangenen Jahren "sehr viele Probleme nicht gegeben". "Einen hohen Ertrag gibt es nur mit hohem Risiko."

Das OeNB-"Finanzcockpit" - mit vier Modulen - richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene. Mit einem Fragebogen wird zuerst das persönliche Veranlagungs-Risikoprofil ermittelt - etwa risikofreudig, vermögend, zurückhaltend oder sicherheitsbewusst. Bei der folgenden Portfoliosimulation kann dann ein individuellen Anlageportfolio (Sparbuch, Anleihen, Aktien und Gold) in den vergangenen Jahren beobachtet werden. Der Ertragsrechner berücksichtigt aber keine Nebenkosten wie Bankgebühren oder die Kapitalertragssteuer (KESt).

Wer vor 10 Jahren beispielsweise 10.000 Euro in ein Sparbuch gesteckt hätte, würde heute laut "Finanzcockpit" über 12.468 Euro verfügen, bei österreichischen Staatsanleihen wären es 16.576 Euro, bei Aktien des österreichischen Leitindexes ATX wären es 22.399 Euro. Eine goldene Nase hätte man sich mit Goldinvestments verdient. Aus 10.000 Euro wurden in den vergangenen zehn Jahren 38.921 Euro. Das Online-Tool bietet auch eine langfristige Best-&Worst-Case-Entwicklung, um sich nicht von kurzfristigen Gewinnen blenden zu lassen.

Weiters gibt es eine Wissensbörse mit Information über Veranlagungsprodukte, wie zum Beispiel Sparbücher, Anleihen, Derivate oder Investmentfonds. Das erworbene Wissen kann zum Schluss beim „Risikodarts" überprüft werden.

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