Erfolgreiche Menschen arbeiten weniger

Erfolgreiche Menschen arbeiten weniger
Erfolgreiche Menschen arbeiten weniger

Eine Studie in der Fachzeitschrift "Technology Review" zeigt, dass Studenten bessere Ergebnisse erzielen, wenn sie fokussierter lernen und Pausen einlegen. Diese Erkenntnis lässt sich 1:1 in die Arbeitswelt übertragen.

Ständig werden neue Dinge erfunden, um unser Leben effizienter zu gestalten – trotzdem haben wir keine Zeit. Gründe dafür gibt es viele; und einen recht plausiblen erläuterten Autoren des Wirtschaftsmagazins „The Economist“ in der Weihnachtsausgabe 2014: Immer mehr Menschen arbeiten in Wissensberufen; und in diesen ist es schwer, einen Output quantitativ zu messen. Während nämlich bei zum Beispiel einem Tischler am Ende der fertiggestellte Sessel ein Urteil über die Qualität der Arbeitskraft erlaubt, kann man dies bei Wissenschaftlern, Werbefachleuten und anderen Büroarbeitern, die keine physischen Produkte herstellen, nur schwer ermitteln. Also nimmt man zur Beurteilung der Arbeit jenen Faktor, den man messen kann: Die Zeit, die der Mitarbeiter im Büro verbringt. Wer also mehr Überstunden macht, der leistet auch mehr – so zumindest das allgemeine, oft unausgesprochene Credo.

Doch inzwischen werden Stimmen immer lauter, dass genau das Gegenteil der Fall ist: Erfolgreich sind Menschen, die früher Feierabend machen und öfter Pausen einlegen. Ein prominentes Beispiel ist etwa Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz: In Interviews hat er erklärt, seine Arbeitszeit inzwischen auf eine 3-Tage-Woche zu reduziert zu haben. In der Hälfte der Fälle gelinge es ihm auch, die kurzen Wochen einzuhalten.

Studie: Härter arbeiten - aber in kürzerer Zeit

Untermauert wird die These, dass weniger Arbeitszeit produktiver macht auch in einer von der Fachzeitschrift „Technology Review“ publizierten Studie. Dafür wurden die Lernzeiten von Musikstudenten analysiert, um herauszufinden, was besonders herausragende Studenten anders machen. Ergebnis: Die besonders guten Studenten arbeiten härter, aber in kürzeren Zeitabschnitten.

Dem obenstehenden Chart zufolge haben die besten Studenten am Vormittag intensiv geübt, bevor sie anschließend eine Mittagspause einlegten und am Nachmittag weiter übten – während ihre Kollegen ohne Pause durchackerten und anschließend schlechtere Ergebnisse erzielten.

Schriftsteller: Vier Stunden Arbeit pro Tag

Eine Artikel des World Economic Forum zufolge zeigen sich ähnliche Verhaltensweisen auch in anderen Berufszweigen: Berühmte Autoren etwa schreiben lediglich für vier Stunden am Vormittag und nutzen anschließend den Nachmittag, um das Hirn auszuruhen und neue Ideen zu sammeln. Jene Autoren also, die ihre Arbeitsgewohnheiten kontrollieren und ihre Produktivität erhöhen wollen, fokussieren ihre wichtigste Hirnaktivität auf wenige Stunden pro Tag, wenn sie gleichzeitig wissen, dass ihr Projekt insgesamt etliche Monate – oder gar Jahre - bis zur Fertigstellung braucht.

Der Rückschluss für den Büroalltag ist logisch: Wer konzentriert arbeitet und mögliche Ablenkungen (Email-Box, Handy) eliminiert, der kann in kurzer Zeit viel erreichen – deutlich mehr als derjenige, der unfokussiert arbeitet und dafür viele Überstunden macht.

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