Erfahrung als Potenzial: Coaches aus dem eigenen Team

Erfahrung als Potenzial: Coaches aus dem eigenen Team

Unternehmen sollten altere Mitarbeiter stärker zu firmeninternen Coaches und Trainern ausbilden.

Ältere Mitarbeiter zu firmeninternen Trainern, Beratern oder Coaches auszubilden ist für Unternehmen eine gute Strategie, um den Wissenstransfer an jüngere Mitarbeiter zu gewährleisten.

Der demografische Wandel zeichnet sich auch in den Personalstrukturen von Unternehmen ab: Mit jungen Mitarbeitern allein können die Betriebe speziell in den technischen Berufen, in denen ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften besteht, ihren Bedarf an Arbeitskräften nicht decken. In den Unternehmen werden die Belegschaften daher zusehends älter.

Bisher praktizierte Personalstrategien wie etwa ältere Mitarbeiter in den letzten zehn, 15 Jahren ihrer Berufstätigkeit nur noch mitlaufen zu lassen ohne weiter in deren Entwicklung zu investieren, oder in den in den vorgezogenen Ruhestand zu verabschieden werden zusehends zum Luxus, den sich Betriebe künftig nicht mehr leisten können. Themen wie der Erhalt der Leistungskraft oder die Identifikation der älteren Mitarbeiter mit den Unternehmen gewinnen an Bedeutung. Zunehmend wird Unternehmen bewusst, dass rund 50-jährige Fachkräfte und Spezialisten, vor denen noch etwa 15 Jahre Berufstätigkeit liegen, keine alte Eisen sind, bei denen sich eine Investition in die berufliche Weiterentwicklung nicht mehr lohnt. Ältere Mitarbeiter haben sich obendrein im Verlauf ihrer Karriere Kompetenzen erworben, die für die Unternehmen ein wertvolles Kapital sind.

Weil aber das Thema „Karriere machen“ für die Älteren sie nicht mehr im Fokus steht, geben sie ihr Fach- und Erfahrungswissen tendenziell auch bereitwillig weiter. Unternehmen können diese Potenziale noch besser nutzen, wenn sie die erfahrenen Mitarbeiter zu firmeninternen Trainern, Beratern oder Coaches ausbilden oder sie ihren jüngeren Kollegen im Rahmen von Mentoren-Programmen als individuelle Ansprechpartner zur Seite stellen.

Vom Mitarbeiter zum Trainer, Berater oder Coach

Für angehende firmeninterne Trainer und Coachs gilt: Sie müssen Lust auf den Kontakt mit Menschen und ein Gespür für sie haben. Trainer müssen in Schulungen auf verschiedene Typen zu- und eingehen können; Coaches oder Mentoren müssen mit Menschen eine so innige Beziehung aufbauen können, dass diese mit ihm auch über berufliche Probleme sprechen, die ihre Wurzeln in ihrer Persönlichkeit haben. Ihre Funktion ist es nicht, sich zu profilieren, sondern andere Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen und zu begleiten.

Gegenüber externen Trainern und Beratern haben firmeneigene außerdem etliche Vorteile: Sie kennen die Kultur und Arbeitsabläufe in der Organisation und müssen nicht erst eingearbeitet werden. Sie sind in der Organisation verankert und verfügen über ein firmeninternes Netzwerk. Sie sind bei akuten „Problemen“ erreich- und ansprechbar. Und die Mitarbeiter haben zu ihnen meist mehr Vertrauen als zu externen Beratern.

Und noch einen Grund gibt es, der zumindest für einen ergänzenden Einsatz berufserfahrener Mitarbeiter als Trainer, Berater oder Coaches spricht: Sie kennen die spezifischen Anforderungen in ihren Unternehmen und für den jeweiligen Arbeitsplazt besser und können daher zielgerichtetere Unterstützungen anbieten.

Reiner Voss ist Geschäftsführer des Trainings- und Beratungsunternehmens Voss+Partner, Hamburg.

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