Digitalisierung bringt mehr Frauen in Top-Jobs

Digitalisierung bringt mehr Frauen in Top-Jobs
Digitalisierung bringt mehr Frauen in Top-Jobs

Studie: Digitalisierung als Karriere-Boost für Frauen

Gleichberechtigung durch Digitalisierung und Multitasking: Frauen sind einer Accenture-Studie zufolge den Anforderungen der digitalen Arbeitswelt besser gewachsen als Männer. Unternehmen bereiten ihre Mitarbeiterinnen zusehends auf Führungspositionen vor.

Digitalisierung der Arbeitswelt als Fördermittel der Gleichberechtigung der Frauen in der Arbeitswelt: Eine vom Managementberatungs-Unternehmen Accenture unter dem Motto #ListenLearnLead durchgeführte Studie zeigt, dass die neue, vernetzte Arbeitswelt gerade Frauen neue Karrierechancen auch auf Führungsebene öffnet.

Multitasking ist aus dem vernetzten Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken, zieht Accenture aus den Schluss aus der Studie, für die mehr als 3.600 Frauen und Männer in 30 Ländern befragt wurden. In Österreich müssen demnach mittlerweile bereits 97 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zumindest zeitweilig mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen - eine der Hauptanforderungen der digitalisierten Arbeitswelt. Und Frauen, so die Erkenntnis, können damit Multitasking besser. "Mehr als die Hälfte der Befragten in Österreich empfindet es als positiv, durch Multitasking mehr Arbeit erledigen zu können, Frauen neigen mehr zu Multitasking als Männer", heißt es in der Studie.

Das steigert offenbar auch das Selbstbewusstsein der Damen: Frauen trauen sich deutlich häufiger nach einer Beförderung und Gehaltserhöhung zu fragen. 44 Prozent von ihnen hat bereits aktiv nach einer Beförderung gefragt – im Vergleich zum Vorjahr (26 Prozent) ein sehr deutlicher Anstieg.

Schattenseiten der Digitalisierung

Allerdings werden die Auswirkungen der Digitalisierung nicht nur positiv gesehen. „Die Digitalisierung verändert alles. Viele sehen in der Vernetzung große Vorteile hinsichtlich Flexibilität und Erreichbarkeit. Gleichzeitig hindert die über verschiedene Kanäle hereinbrechende Informationsflut und ständige Unterbrechungen Führungskräfte daran, sich zu fokussieren“, sagt Sandra Babylon, Managing Director und Leiterin der Women Initiative bei Accenture.

Wieder zeigt sich, dass Frauen mit den Anforderungen der digitalisierten Welt besser umgehen können als Männer: 60 Prozent der österreichischen Frauen und 70 Prozent der Männer sind der Meinung, dass neue Technologien und die mit ihnen einhergehende ständige Erreichbarkeit von Führungskräften die Führungsarbeit auch behindern kann. „Frauen stehen den veränderten Anforderungen in der hypervernetzten Welt grundsätzlich positiv gegenüber.", ist die Babylons Conclusio.

Top-Positionen

Auch auf Seite der Arbeitgeber ist der Accenture-Studie zufolge eine positive Entwicklung erkenntlich. Jeder zweit österreichische Arbeitgeber gibt an, mehr zu tun, um Frauen auf Führungsrollen vorzubereiten. Im deutschsprachigen Raum liegt der Anteil bei 56 Prozent.

Insgesamt setzt sich der Positivtrend für Frauen fort: Weltweit glauben 71 Prozent aller Befragten, dass bis 2030 mehr Frauen in die in der digitalen Welt immer wichtiger werdende Position des Chief Technology Officer (CTO) kommen werden; in Österreich 70 Prozent. In Österreich ist die Skepsis allerdings größer: Nur sechs Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer halten diese Entwicklung für realistisch. „Diese Zahl ist für uns als Arbeitgeber und Technologiekonzern alarmierend. Den Anforderungen der Digitalisierung gewachsen zu sein, ist schon jetzt ein entscheidender Wettbewerbsfaktor und wird dramatisch an Bedeutung zunehmen“, sagt Babylon.

Work-Life-Balance

Karriere um jeden Preis zu machen - das wollen jedoch im Vergleich zur Studie des Vorjahres merklich weniger. Die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz hat tendenziell abgenommen. 60 Prozent gehen inzwischen weniger motiviert zur Arbeit als im Vorjahr. Der Hauptgrund ist allerdings die fehlende Perspektive auf Entwicklungsmöglichkeiten in der Karriere.

Wenn die finanzielle Situation es zuließe, würden der Accenture-Studie zufolge sogar fast 60 Prozent der Frauen und 54 Prozent der Männer ihren Job aufgeben, um sich ausschließlich dem Familienleben widmen zu können. Im Vorjahr konnten sich das nur 40 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer vorstellen.

Statistik: Gender Gap in Österreich

Fakten zum Gender Gap in Österreich (Quelle: Statistik Austria)

  • Ausbildung: 2012/13 wurden 58,3 Prozent der Maturaabschlüsse von Frauen abgelegt und 58,7 Prozent der Studienabschlüsse an Universitäten wurden von Frauen erworben.
  • Erwerbstätigenquote: Die Quote der Frauen im Beruf ist von 61,6 Prozent (2003) auf 67,6 Prozent (2013) gestiegen. Die Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit ist jedoch in erster Linie auf einen Anstieg der Teilzeitarbeit zurückzuführen. Teilzeit prägt vor allem die Erwerbsbeteiligung von Frauen mit betreuungspflichtigen Kindern. 2013 waren 70,6 Prozent der Frauen im Alter von 25 bis 49 Jahren mit Kindern unter 15 Jahren teilzeitbeschäftigt.
  • Einkommen: Die Einkommen der Frauen liegen immer noch deutlich unter denen der Männer. Gemäß dem von Eurostat publizierten „Gender Pay Gap“, beträgt der geschlechtsspezifische Verdienstunterschied gemessen an den Bruttostundenverdiensten in der Privatwirtschaft 23,0 Prozent (2013). Damit liegt Österreich im EU-Vergleich an vorletzter Stelle. Nur in Estland ist der Verdienstunterschied noch größer als in Österreich.

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