Deutschsprachige CEO sind Sesselkleber

Laut einer Booz-Studie ist die Fluktuationsrate bei den Firmenchefs im deutschsprachigen Raum so niedrig wie sonst nirgends auf der Welt.

Deutschsprachige CEO sind Sesselkleber

Die Gefahr, schon bald den Job zu verlieren, ist für Firmenchefs im deutschsprachigen Raum besonders gering. Das zeigt eine aktuelle Studie von Booz & Company. Die Strategieberatung hat sich angesehen, wie die die Fluktuationsrate bei CEOs in unterschiedlichen Regionen der Welt aussieht. Und diese Rate ist im deutschsprachigen Raum mit knapp zwölf Prozent deutlich niedriger als in jeder anderen Region der Welt.

Im Klartext: Im Vorjahr mussten nur 11,7 Prozent der Vorstandsvorsitzenden der 300 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihren Chefsessel räumen. Damit ist der Boss-Job in dieser Region im Vergleich zum üblichen Europa und der Welt deutlich weniger "gefährlich" als anderswo. Die Wechselquote ist sonst in Europa und auch im globalen Schnitt auf 15 Prozent gestiegen.

Dabei gibt es aber Unterschiede zwischen den Branchen: Im deutschsprachigen Raum war im Vorjahr die Energiebranche jene mit der höchsten Fluktuationsrate bei den CEO (29,4 Prozent); traditionell ist auch die IT-Branche eine mit relativ häufigen Chef-Wechseln (22,2 Prozent im Vorjahr).

Brasilianische Firmen wechseln die CEO rasch aus

Am wenigsten sicher ist der CEO-Job in den Wachstumsregionen Brasilien, Russland und Indien: Dort wurden im Vorjahr 23,7 Prozent der Chefs ausgetauscht. Eine Strategie, die in Europa - oder zumindest in Deutschland, Österreich und der Schweiz - nicht verfolgt wird.

Ein weiterer Aspekt: Ein Wechsel in der Chefetage wird von den Aufsichtsräten deutschsprachiger Firmen als langfristige Strategie verstanden, nicht als Teil einer Hire-and-Fire-Taktik. "Gezielter Aufbau und proaktives Suchen geeigneter Kandidaten für Toppositionen wird zunehmend als Kernaufgabe des Boards wahrgenommen”, wird Klaus Hölbling, Geschäftsführer und Partner im Wiener Büro von Booz & Company, dazu in einer Aussendung zitiert. So erfolgten im deutschsprachigen Raum rund 80 Prozent der Wechsel wie vorgesehen, das heißt aufgrund auslaufender Verträge oder altersbedingt. Nur 15 Prozent der ausgeschiedenen Firmenchefs wurden zum Rücktritt gezwungen, rund sechs Prozent der Abgänge an der Unternehmensspitze seien auf Fusionen und Übernahmen zurückzuführen.

Keine allzu lange Verweildauer

Wie lange aber bleiben die Chefs im Amt? Die durchschnittliche Verweildauer im Amt ist laut Booz im deutschsprachigen Raum auf 6,2 Jahre etwas gesunken; europaweit beträgt die durchschnittliche Amtszeit 5,1 Jahre.

Mehr als ein Drittel der neuen CEOs kommen aus einem anderen Land als Deutschland, Österreich oder der Schweiz. „Vorstände mit internationaler Erfahrung sind von zentraler Bedeutung, damit das Unternehmen im globalen Wettbewerb nicht auf der Strecke bleibt“, sagt dazu Hölbling.

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