Demokratie statt Zuckerbrot und Peitsche - die bessere Personalführung + Video

Angst und Belohnung als ultimative Lern- und Führungsstrategie vom Kindergarten bis zur Pension? Die Androhung von Strafe und die Aussicht auf Belohnung verbessern Leistung nicht. Wie Engagement und Motivation gesteigert werden können zeigen vier Videos zum Thema Personalführung.

Demokratie statt Zuckerbrot und Peitsche - die bessere Personalführung + Video

Eigenmotivation, Engagement, Kritikfähigeit, kommunikatives Talent und soziale Fähigkeiten wünschen sich Unternehmen von potentiellen Mitarbeitern. Die Unternehmenskultur steht in Österreich dazu allerdings oft ganz im Gegensatz. Derartige Social Facts werden kaum oder zu wenig gefördert. Demokratisches Mitspracherecht der Mitarbeiter ist eher die Ausnahme als die Regel.

Resourceful Humans statt Human Ressources

Eine Organisation, in der jeder führen kann oder sich führen lässt, je nach Erfordernis, ist für den deutschen Personalmanager und Management-Coach Heiko Fischer schon lange keine Utopie mehr. Der Personaler in dritter Generation verfolgt das Ziel, Personalmanagement abzuschaffen. "Management ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts und hat den Zweck, dass Regeln und Ziele befolgt werden. Unternehmen des 21. Jahrhunderts brauchen allerdings ein neues Betriebssystem", erklärt Fischer. Autonomie, Engagement und Motivation entwickle sich erst durch Eigenregie der Belegschaft: "Die Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource eines Unternehmens. Werden sie aber so behandelt und geschätzt?"

Mit seiner Philosophie krempelte Fischer unter anderem das deutsche Spielentwicklungs-Unternehmen Crytek um. Auch der brasilianische Maschinenbauer Semco demokratisierte seine Unternehmensstruktur und erzielte damit erstaunliche Ergebnisse.

Gerade im digitalen Zeitalter verlange die Marktwirtschaft nach Offenheit, Kreativität und nachhaltigem Denken. Diese Anforderungen könnten jedoch nur intrinsisch motivierte Mitarbeiter erfüllen. Für diese intrinsische Motivation - eine Motivation, die aus den Mitarbeitern selbst kommt, sind sinnvolle Anforderungen und Aufgaben nötig. Belohnungen oder Sanktionen helfen hier nichts. „Unternehmen, die von eigenverantwortlichen, glücklichen Mitunternehmern beseelt sind, sind erfolgreicher als Hierarchie-Liebhaber mit ihren Hamsterrädern“, ist Heiko Fischer überzeugt.

Mehr Demokratie wagen

Kundenorientiertes Unternehmertum und Menschlichkeit sind schon lange kein Widerspruch mehr. Gerechte Entlohnung und Freiheit führen zu immenser Innovation. Google beispielsweise räumt seinen Mitarbeitern Freiräume ein und steigert so seine Innovationen. 20 Prozent ihrer Arbeitszeit können Google-Mitarbeiter dafür verwenden, sich eigenen Ideen und Projekten hinzugeben. Die Hälfte neuer Produkte eines Jahres werden in dieser Zeitspanne der Autonomie entwickelt, wie etwa Gmail, Orkut und GoogleNews.

"Give control, don't take control"

Dass demokratisches Führen selbst im Militärkontext funktioniert, bewies David Marquet. Der ehemalige Befehlshaber des Atom-U-Bootes USS Santa Fe dachte lange Zeit, Führen sei wenigen Menschen vorbehalten, alle anderen müssten folgen. Die Not brachte ihn zu der Erkenntnis, dass es besser sei, viele kompetente, kreative und selbstbewusste Mitarbeiter im Team zu haben als einen allein. Althergebrachte Hierarchiestrukturen funktionieren nirgendwo gut, Komplexität kostet Zeit und Geld. Haben CEOs einfach nur Angst, ihre Macht und Position zu verlieren, wenn sie andere dazu befähigen zu führen? In seinem Buch "Turn The Ship Around" hat David Marquet seine Erfahrungen mit der Besatzung der Santa Fe aufgeschrieben. Ein Lehrstück in Sachen demokratische Führung, auch unter schwierigen Umständen.

Mythos Motivation

Daniel Pink ist Bestsellerautor, wahrscheinlich zurecht, denn er demystifiziert so einiges, was uns selbstverständlich erscheint. In seinem Buch "Drive: The Surprising Truth About What Motivates Us" erklärt er das Ende von Zuckerbrot und Peitsche. Das Geheimnis hoher Leistung liegt nicht in Bestrafungen oder Belohnungen, sondern im inneren Antrieb, die Dinge um ihrer Sache willen zu tun, weil sie Bedeutung haben. Wissenschaftliche Studien zeigen "Wenn-Dann-Belohnungen" zerstören Kreativität, verringern die Leistung und verhindern Autonomie und Sinnhaftigkeit. Pinks Ausführungen zeigen, dass die Praxis der Wirtschaft stark dem wissenschaftlichen Kenntnisstand um Leistung und Motivation hinterherhinkt.

Innovations-Chance Wiener Kaffeehaus

Österreich ist ja nicht gerade Vorzeigeland in Sachen Innovation, Kaffeehäuser haben hierzulande jedoch lange Tradition. Was gute Ideen mit Kaffee und Müßiggang zu tun haben, erklärt der Wissenschaftsautor Steve Johnson. Wie muss eine Umgebung räumlich und kulturell beschaffen sein, damit Ideen und Wissen entstehen? Die Kognitions- und Bildungswissenschaften beschäftigen sich schon lange mit diesen Fragen. In Schulen, Universitäten und an Arbeitsplätzen. Österreichs Kinder gehen nach wie vor in militärisch durchstrukturierte Einrichtungen, um aufs Leben vorbereitet zu werden. Johnson hat recherchiert: Die überwiegende Mehrzahl der wichtigsten 200 Erfindungen der Weltgeschichte entstand in nicht-kommerziellen/vernetzten Kontexten. Labors, Büros und Hörsäle sind demnach nicht die Orte an denen die Geistesblitze sprühen, vielmehr haben chaotische, lebendige und kommunikative Umgebungen zu neuen Produkten und Ideen geführt. Wie viel Wert legen Sie auf die Beschaffenheit von Kaffeeküchen und Gemeinschaftsräumen?

Kein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen wurde je gegründet mit der Prämisse, so viel Geld zu machen wie möglich. Gute Unternehmen starten immer mit einer guten Idee, die ein Kunde braucht oder zumindest gerne kaufen will. Kooperation und Austausch fördern Innovation und Produktivität, harter Wettbewerbskampf ist von gestern. Da technologische Entwicklungen, immer mehr Aufgaben von Menschen im Arbeitsalltag übernehmen, ist es umso wichtiger die Zukunft der Lern- und Arbeitswelt so zu gestalten, dass sich Kreativität und Selbständigkeit entfalten können.

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