Boom bei privaten Berufsschulen in Österreich

Mit kommendem Herbst bekommen die privaten Berufsschulen in Österreich Zuwachs: Zu den fünf bestehenden Angeboten kommen mit der privaten Berufsschule von McDonald's in Waldegg und jener der ÖBB in St. Pölten (beide NÖ) zwei neue hinzu.

Boom bei privaten Berufsschulen in Österreich

Mit Unzufriedenheit mit dem staatlichen Angebot habe das allerdings nicht zu tun, betonen die Betreiber bestehender wie neuer Standorte gegenüber der APA. Vielmehr soll damit ein maßgeschneidertes Angebot für das jeweilige Unternehmen geschaffen werden.

In der Privatberufsschule für Systemgastronomie von McDonald's sollen im ersten Jahrgang 50 Lehrlinge zu "Führungskräften von morgen" werden. In der "Akademie" sollen die Jugendlichen eine Ausbildung erhalten, deren kaufmännische und gastronomische Inhalte "weit über die klassische Gastronomielehre hinausgehen", heißt es in einer Aussendung dazu. Dabei soll die aktuelle duale Lehrlingsausbildung um "umfangreiche Management-, Leadership- und unternehmensrelevante Ausbildungen" ergänzt werden. Weiterer Hintergrund laut Unterrichtsministerium: McDonald's sei der Meinung, "dass die anderen Firmen, die Systemgastronomiefachleute ausbilden, nicht mit ihrer Ausbildungsphilosophie 'kompatibel' sind".

Die ÖBB wollen in ihrer privaten Berufsschule unterdessen Jugendliche für sieben neue Eisenbahner-Lehrberufe ausbilden. Da diese eisenbahnspezifischen Inhalte an bestehenden Berufsschulen nicht angeboten werden konnten, sei mit Ministerium und Wirtschaftskammer vereinbart worden, dass Spezialisten der ÖBB diese in einer privaten Einrichtung direkt vermitteln sollen, so die ÖBB gegenüber der APA. In der Berufsschule sollen die Lehrlinge bei "Eisenbahnexperten" die theoretischen Grundlagen und spezifisches Fachwissen erlernen und sichergestellt werden, "dass die Absolventen rasch in die anspruchsvollen Arbeitsprozesse integriert werden können". Neben ÖBB-Lehrlingen steht die Berufsschule auch allen Lehrlingen von Privatbahnen, Nahverkehrsunternehmen und sonstigen Eisenbahnmobilitätsanbietern zur Verfügung.

Die private Berufsschule der Spar AG in Wien hat unterdessen schon eine lange Geschichte: Sie ist die Weiterführung der bereits seit mehr als 100 Jahren bestehenden Meinl-Akademie, die von Spar im Jahr 2000 gemeinsam mit den Meinl-Märkten übernommen wurde. "Meinl war berühmt für seine feine Kost und seine extrem gut ausgebildeten Mitarbeiter", daher habe das Unternehmen das Fachpersonal in einer eigenen Akademie ausgebildet, erklärt Spar-Konzernsprecherin Nicole Berkmann. Abseits von der Berufsschule in Wien hat Spar mittlerweile auch begonnen, eigene Klassen in Berufsschulen in den Bundesländern zu eröffnen. Der Grund für dieses Angebot sei jedoch nicht Unzufriedenheit mit dem öffentlichen Schulsystem, betont Berkmann. In den Spar-Klassen würden die Lehrlinge eine Ausbildung erhalten, "die über das Maß einer normalen Berufsschulausbildung hinausgeht", etwa mit Angeboten zu Ethik, Kulturpflege oder Sprachkurse.

Eine eigene private Berufsschule nur für ihre Insassen bietet die Justizanstalt Graz-Karlau an: Sie ermöglicht einen Lehrabschluss für Kfz-Mechaniker, Metallbearbeitungstechniker, Tischler, Schuhmacher, Elektriker, Installateur, Koch und Restaurantfachmann, Maurer sowie Maler und Anstreicher. Die zehn dortigen Berufsschullehrer legen laut Anstaltshomepage nicht nur Wert auf die Vermittlung der theoretischen Kenntnisse für die Lehrabschlussprüfung, sondern würden auch einen Beitrag zur Insassenmotivation und Persönlichkeitsbildung leisten.

Weitere Anbieter privater Berufsschulen: Die Firma Swarovski, die seit 1959 Lehrlinge in Maschinenbautechnik und Produktionstechnik an ihrer Privaten Fachberufsschule ausbildet, das Unternehmen Plansee mit seiner Fachberufsschule in Reutte (für Metall- und Werkstofftechnik) sowie die Private Berufsschule für Brauer, Mälzer und Destillateure am österreichischen Getränkeinstitut in Wien.

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