Auslaufmodell Headhunter?

Auslaufmodell Headhunter?

Der aktuelle Social Media Recruting Report 2013 des Heidelberger Institute for Competetive Recruiting (ICR) hält für Headhunter und Verkäufer von Jobinseraten keine guten Nachrichten parat: In Deutschland suchen bereits 50 Prozent der Arbeitgeber ihre Mitarbeiter via soziale Netzwerke, Datenbanken und Suchmaschinen wie Xing und LinkedIn.

Personalisten sind derzeit, laut der Studie, gleich mit zwei Problemen konfrontiert. So geben mehr als 90 Prozent der teilnehmenden Unternehmen an, Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen zu haben. Einer der Gründe: Der Markt aktiv suchender Bewerber nimmt ab. Viele Arbeitgeber gehen daher selbst aktiv auf die Suche nach Bewerbern.

Diese aktive Haltung ist im neuen Report deutlich spürbar. Bereits doppelt so viele Arbeiter suchen proaktiv neue Mitarbeiter als im Jahr 2010. In Österreich dürfte die Tendenz ähnlich sein, kämpfen doch etliche Headhunter mit rückläufigen Geschäften, manche sogar ums Überleben. Nur ein Teil davon lässt sich mit der schwachen Konjunktur erklären.

Soziale Netzwerke, vor allem die Platzhirschen Xing und LinkedIn, liegen damit, laut der Studie, bereits auf dem dritten Platz im Ranking bei der Frage, wo Stellenanzeigen veröffentlicht werden. Bei den Einstellungsquellen liegt Social Media auf Platz 4 und hat sich damit innerhalb von 3 Jahren von Platz 7 hochgearbeitet.

Erfahrung der Personalisten mit Recruiting in sozialen Netzwerken ist entscheidend

Die Unternehmen sprechen dabei in der Regel solche Kandidaten an, die in ihrem Online-Profil vermerken, dasss sie neue Herausforderungen suchen oder zumindest Offenheit für Neues signalisieren. Allerdings kommt es, laut Untersuchung, auch bei diesem sogenannten Active Sourcing auf die Erfahrung der Recruiter/Personalchefs an. Diejenigen Arbeitgeber/Personalisten, die mindestens drei Jahre Erfahrung mit dieser Methode haben, erzielen eine deutlich höhere Antwortquote (30 bis 50 Prozent Rücklauf) als Neulinge auf diesem Gebiet. Jene rund zwölf Prozent der Recruiter, die mehr als 40 Prozent Response-Quote erreichen, nutzen persönliche Angaben aus dem Profil des Kandidaten, die zum konkreten Job passen und bleiben bei den Informationen zur Position vage, um zunächst einmal Interesse zu wecken.

In den Branchen Verkehr/Tourismus oder Medienwirtschaft sind die Erfolgsraten hoch

Ob die Personalsuche im Netz erfolgreich ist, hängt, laut Studie, jedoch auch von den Branchen ab. Im Verkehr/Tourismus oder in der Medienwirtschaft ist die sogenannte Responserate im Durchschnitt deutlich höher als etwa in der Elektrotechnik. Innerhalb der Unternehmen sind wiederum beispielsweise Marketingpositionen durch Online-Recruiting leichter zu besetzen als etwa offene Stellen für Ingenieure. IT-Stellen waren dagegen nicht so schwer via Online-Recruiting zu besetzen, als von den Studienautoren erwartet.

Xing ist der beste Platz um auf Personalsuche zu gehen

Die meisten aktiven Personalisten nutzen für Recruitingzwecke zu 76 Prozent den Premiumaccount von Xing, gefolgt von LinkedIn (41 Prozent). Auch auf die Frage welches Recruiting-Netzwerk lag Xing klar auf Platz 1. Auf Platz zwei folgen Curriculum-Vitae-Datenbanken wie Stepstone oder Mosnter, auf Platz drei LindedIn.

Für die ICR-Studie wurden im zweiten Halbjahr 2013 mehr als 5000 Personalverantwortliche in Deutschland befragt. Die Teilnehmer der Studie kamen aus allen Wirtschaftsbereichen mit Schwerpunkt IT (28 Prozent), Automobil- und Fahrzeugbau (10 Prozent), Elektrotechnik- und Mechanik (8 Prozent) und Finanzdienstleistung (7 Prozent).

Die Studie zum Downloaden finden Sie unter /ICR-Active-Sourcing-Report-2013

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