Wenn Arbeit zur Sucht wird: Sieben Warnsignale

Wenn Arbeit zur Sucht wird: Sieben Warnsignale

Arbeit kann auch krank machen. Für Workaholics wird Arbeit schnell zu einer Sucht, gegen die nur eine Therapie hilft. In einer norwegischen Studie wurden erstmals die sieben Zeichen der Arbeitssucht ermittelt.

Worcaholics werden viele oft nur im Scherz genannt, die permanent viel arbeiten. In unserer Gesellschaft wird übermäßiger Arbeitseinsatz jedoch oft als Ehrgeiz und Fleiß interpretiert und als "Ausdauer" honoriert. Übersehen wird dabei, dass daraus schnell eine Sucht und eine ernst zu nehmende Erkrankung werden kann, die die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit des Arbeitswütigen massiv belasten.

Das Forschungsteam rund um Cecilie Schou Andreassen der Universität Bergen hat sich des Themas Workaholism angenommen und in einer breiten Studie unter 1100 Personen das Phänomen der Arbeitssucht wissenschaftlich untersucht. Um die genauen Grenzen zwischen Ehrgeiz und echter Arbeitssucht zu unterscheiden wurde der BWAS (Bergen Work Addiction Scale), ein Test mit sieben Fragen, entwickelt, der sich an diagnostische Tests traditioneller Suchterkrankungen anlehnt. Mit diesem Maßstab werden Kern-Symptome von Suchterkrankungen im traditionellen Sinne festgestellt.

Die sieben Fragen eignen sich auch zu einem schnellen Selbstcheck, mit dem auch Sie testen können, ob Sie nur gerne arbeiten oder bereits Symptome einer Sucht aufweisen. Wenn mehr als vier der nachfolgenden Aussagen auf Sie „häufig“ oder „immer“ zutreffen, sollten Sie ernsthaft ihr Verhältnis zu Arbeit überdenken, entsprechende Maßnahmen ergreifen und mit einem Arzt sprechen.

  • Sie denken darüber nach, wie Sie mehr Zeit für ihre Arbeit gewinnen können
  • Sie arbeiten viel länger, als Sie zu Beginn vor hatten
  • Sie arbeiten um Gefühle der Schuld, Angst, Hilflosigkeit oder Depression zu mindern
  • Sie haben von anderen gehört, dass Sie ihre Arbeit reduzieren sollten, Sie hören aber nicht darauf
  • Sie fühlen Sich gestresst wenn Sie nicht Arbeiten dürfen
  • Hobbies, Freizeitaktivitäten oder Sport ordnen Sie der Arbeit immer unter
  • Sie arbeiten so viel, dass ihre Gesundheit Schaden nimmt

Sollten bei Ihnen die Alarmglocken läuten, sind Sie keinesfalls alleine. Die Studie hat ergeben, dass 8,3 Prozent der Testpersonen unter chronischem Workaholismus leiden. "Wir haben herausgefunden, dass junge Erwachsene in viel größerem Ausmaß betroffen sind, als ältere Arbeiternehmer," kommentiert Co-Autorin der Studie Cecilie Schou Andreassen. "Workaholismus scheint unabhängig von Geschlecht, Bildungsgrad, Familienverhältnissen, Halbtag- oder Vollzeit-Beschäftigungsverhältnissen zu sein.

Falle Helfersyndrom

Personen, die sich zuhause um Kinder kümmern, sind häufiger von Arbeitssucht betroffen als Personen ohne Kinder. Darüber hinaus gibt es drei Persönlichkeitsmuster, die besonders anfällig für Arbeitssucht sind:

  • Typ "Mutter Teresa", die Liebenswürdige (selbstlos, entgegenkommend, bescheiden, genügsam)
  • Typ "Woody Allen", der Neurotische (nervös, feindselig, impulsiv)
  • Typ "Kolumbus", der Intelligente mit der großen Vorstellungsgabe (offen für neue Impulse, erfinderisch, handlungsorientiert)

Sollten Sie sich angesprochen fühlen, drängt das Forschungsteam darauf, diese Anzeichen ernst zu nehmen, "Probleme im Zusammenhang mit Arbeit werden von den Betroffenen nicht als etwas angesehen, das einer Behandlung bedarf. Echter Workaholismus braucht jedoch echte Behandlung mit Therapie.“

Weitere Informationen zur Studie und Download hier

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