Wie Skihelme Leben retten können

Wie Skihelme Leben retten können

Der kürzliche Unfall Michael Schumachers wirft Fragen bezüglich der Sicherheit beim Skifahren auf. Worauf Sie beim Kauf und Tragen des Skihelmes achten müssen und weiteres Wissenswertes zum Thema Sicherheit auf der Skipiste.

Durch mehr Skitouristen und schnelle Lifts tummeln sich mehr Skifahrer auf den Pisten als je zuvor. Obwohl Kollisionen mit anderen Skifahrern zu den häufigsten Unfallursachen zählen, sind es doch die Unfälle auf relativ leeren Pisten, die sehr schwere Folgen nach sich ziehen. Gepaart mit Spitzenwetter und gut laufendem Material locken leere Pisten viele Fahrer ans Limit zu gehen. Die Geschwindigkeit führt zu einem Tunnelblick, Risiken können nicht mehr wahrgenommen und eingeschätzt werden.

Die Anzahl der Wintersportunfälle dieser Saison sind im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Bisher starben acht Menschen auf Österreichs Pisten, 626 Unfälle wurden registriert. Das liegt zum Einen am Wetter, zum Anderen aber auch daran, dass Skihelme immer mehr Akzeptanz unter Sportlern finden. Das Fahren auf präparierten Pisten kann das Unfallrisiko ebenso minimieren. Auch unterliegt hier der Skigebietsbetreiber einer Versicherungspflicht. Begibt man sich aber abseits der Piste, so kann ein Aufprall heftige Folgen für die Gesundheit und den Geldbeutel haben. Michael Schumacher war nur wenige Meter abseits der präparierten Piste unterwegs und trotz angeblich gemäßigtem Tempo hatte sein Sturz verheerende Folgen. Da hilft auch der Helm nicht mehr viel, dessen Sicherheitspolster bei Tempo 50 endet. "Ohne Helm hätte er es wohl nicht bis ins Krankenhaus geschafft", sagte jedoch der Chef-Anästhesist des Grenobler Traumazentrums bei einer Pressekonferenz. Ein Aufprall hat heftige Folgen. Alles was starr im Gelände getroffen wird, sei es Stein oder Holz kann tödliche Folgen haben. Die größten Risiken, die man beim Skifahren eingehen kann sind natürlich keinen Helm zu tragen, zu schnell und alkoholisiert unterwegs zu sein und die markierte Piste zu verlassen.

Skihelm-Pflicht in Österreich

Im Gegensatz zum Nachbar Deutschland besteht in Österreich eine Helmpflicht für Minderjährige bis zum vollendeten 15. Lebensjahr. Allerdings wird diese Pflicht nicht kontrolliert oder geahndet wie auf Italiens Pisten. Hier sind der Entzug des Skipasses und ein Bußgeld von 200 Euro bei Antreffen eines Kindes unter 14 Jahren fällig. Die meisten Skiunfälle ziehen schwere Kopfverletzungen nach sich - mit Helm kann das Risiko einer schweren Kopfverletzung verringert werden.

Darauf kommt es an:

Beim Aufprall auf einen Felsen beispielsweise wird durch den Helm der Druck auf eine größere Fläche des Kopfes verteilt. Ohne Schutz kann ein solcher Unfall schnell tödlich enden. Ein Helm kann dies, zumindest teilweise, verhindern. Laut einer kanadischen Studie verringert der Kopfschutz die Chance einer schweren Hirnverletzung um rund 35 Prozent. Bei leichteren Stürzen können Kopfverletzungen durch das Tragen eines Helms sogar ganz vermieden werden.

Nichtsdestotrotz warnen Experten immer wieder: Auch der beste Skihelm kann lebensbedrohliche Kopfverletzungen nicht immer verhindern. Ähnlich wie bei einem Airbag oder Sicherheitsgurt sind diese zum Schutz immens wichtig, garantieren aber bei leichtsinnigem Verhalten keine Unversehrtheit. Deswegen muss nach wie vor, auch mit Spitzen-Sicherheitsausrüstung, umsichtig und rücksichtsvoll gefahren werden.

Kriterien für Skihelme

Ein Helm sollte Grundsätzliche der europäischen Norm entsprechen (EN 1077). Weiters spielen verschiedene Faktoren bei Skihelmen eine Rolle. Zum einen wird auf Bruchsicherheit, Stoßdämpfung und Durchstichfestigkeit geachtet. Zum anderen muss der Helm eine ausreichende Belüftung und eine gute Geräuschwahrnehmung aufweisen. Auch das Gewicht spielt eine Rolle, da ein zu schwerer Helm die Nackenmuskeln zu stark beansprucht.

Abgesehen von dem Sicherheitsfaktor spricht inzwischen auch ein rechtlicher Aspekt für das Tragen eines Skihelms. Wer ohne Helm in einen Unfall verwickelt wird und Verletzungen im Kopf- und Wirbelsäulenbereich davonträgt, trägt rechtlich eine Mitschuld an den Verletzungen, da mit Helm die Verletzungen vermeidbar gewesen wären.

Klicken Sie hier zur Slideshow: "Michael Schumacher - Eine Rennfahrer-Legende"

Kinnband

Das Kinnband eines Skihelms sollte durchgehend gepolstert sein. Auch am Verschluss! Um den Riemen optimal einzustellen, werden die Polster entfernt, der Verschluss geschlossen und die Gurtenden angezogen. Der Kinnriemen sollte dann fest sitzen, jedoch weder die Atmung, das Schlucken oder bestimmte Bewegungen beeinträchtigen. Ist alles richtig eingestellt, werden die Polster wieder montiert.

Ein wichtiger Faktor für den optimalen Komfort ist zudem der Verschluss an sich. Um sicherzustellen, dass der Helm auch im Gelände gut einsetzbar ist, sollte man ein paar Mal versuchen, ihn mit angezogenen Handschuhen zu schließen. Ist der Verschluss bereits im Laden zu knifflig, wird er bei Minusgraden, starkem Wind oder kalten Fingern nicht besser funktionieren.

Brillenträger

Wer sich einen neuen Skihelm zulegt, sollte an den Augenschutz denken. Die Skibrille muss mit dem Helm im Bezug auf die Passform kompatibel sein. Der Rahmen der Brille muss in die Aussparung des Helmes passen, das heißt zwischen Helm und Brille sollte nur ein geringer Schlitz sein, um möglichst optimal vor Kälte und Wind geschützt zu sein.

Die Belüftungsschlitze sollten individuell einstellbar und komplett verschließbar sein, damit man gerade bei tiefen Temperaturen oder starkem Wind reagieren kann.

Wann sollte ein Helm getauscht werden?

Häufig wird geraten, dass ein Helm grundsätzlich nach einem heftigen Sturz ausgetauscht werden sollte. Es gibt allerdings je nach Bauweise unterschiede. In jedem Fall empfiehlt es sich die Meinung eines Fachberaters einzuholen. Grundsätzlich sollte jedoch jeder Helm, auch ohne Sturz, nach drei bis maximal fünf Jahren ausgetauscht werden.

Ob Cremes um ein paar Euro oder knapp 80 Euro. Viele der gesteten Antifaltencremes erwiesen sich als wirkungslos.

Leben

Stiftung Warentest: Antifalten-Cremes wirkungslos

Leben

ELGA startet: Fragen und Antworten zur elektronischen Gesundheitsakte

Gesundheit

Sehen um zu hören: Gebärdensprachen-App am Start