VKI-Test: Krebserregende Zusatzstoffe im Olivenöl

VKI-Test: Krebserregende Zusatzstoffe im Olivenöl

Olivenöl: Ungesunde Zusätze in gesunden Ölen.

Einem Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zufolge gibt es bedenkliche Inhaltsstoffe in vermeintlich gesunden Ölivenölen. Darunter sind Weichmacher und krebserregende Stoffe. Auch bei den Herkunftsbezeichnungen wird gemogelt.

15 von 18 vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) getestete Olivenöle dürfen sich "nativ extra" nennen. Keines der getesteten Öle ist jedoch frei von den gefährlichen Umweltschadstoffen "PAK". So lautete die gemischte Bilanz des VKI am Donnerstag in Wien. Wärmebehandlungen zur Aufbesserung der Qualität konnten, im Gegensatz zu vorherigen Test, nicht mehr nachgewiesen werden.

"Im Großen und Ganzen haben die getesteten Olivenöle diesmal im Test etwas besser abgeschnitten als bei früheren Untersuchungen. Nach wie vor ist aber nicht alles im grünen Bereich", zog der VKI-Geschäftsführer Franz Floss, bei der Pressekonferenz Resümee. Drei von 18 Ölen, nämlich jene der Marken "Bertolli", "Carapelli" und "San Fabio", entsprechen der Untersuchung zufolge nicht der angegebenen höchsten Güteklasse "nativ extra" und wurden daher als "nicht zufriedenstellend" bewertet. Ebenfalls nicht zufriedenstellend fiel die Testung der Olivenöl-Eigenmarke von Billa aus. Hier wurde ein hoher Gehalt des Weichmachers DEHP festgestellt. Gute bewertet wurden hingegen die Öle der Marken "Ja! Natürlich", "natürlich für uns", "Iliada" und "Filippo Berio".

Weichmacher und Krebserreger

Problematisch seien laut der Ernährungswissenschafterin Nina Zellhofer die nach wie vor enthaltenen gefährlichen Umweltstoffe "PAK" (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe, Anm.), die krebserregend wirken. "Hier wurden wir zahlreich fündig. Ausschlaggebend ist jedoch die Menge", betonte Zellhofer. Im Test wurde nicht nur ein Schadstoff, sondern in drei Ölen sogar bis zu neun unterschiedliche PAK entdeckt. In neun von 18 Olivenölen wurde zudem das krebserregende "BaP" (Benzapyren, Anm.) nachgewiesen. Der gültige Grenzwert von zwei Mikrogramm pro Kilogramm wurde dabei aber nicht überschritten.

Während beim letzten VKI-Test noch in jedem Olivenöl sogenannte Weichmacher festgestellt wurde, war das dieses Mal nur noch bei drei von 18 Proben der Fall. Weichmacher sind kritische Substanzen, die sich aus Kunststoffen lösen können und während der Herstellung durch Schläuche oder ungeeignete Flaschenverschlüsse in das Öl gelangen. Die verbotene Technik der Wärmebehandlung, bei der die Qualität von leicht fehlerhaften Ölen aufgebessert werden kann, wurde im jüngsten Test für kein Öl nachgewiesen werden.

"Fragwürdig" ist für Floss aber die Aufmachung der Öle. "Einige Produzenten suggerieren beispielsweise, dass sie aus Italien stammen. Sieht man sich das Etikett genau an, wird aber klar, dass es sich um eine EU-Mischung handelt." Betroffen sind hier etwa die Marken "Bertolli", "Carapelli" und "Olio Carli". Preislich bewegen sich die als gut bewerteten Öle ab elf Euro pro Liter. Weil Olivenöl lichtempfindlich ist, sollten Konsumenten laut Floss außerdem Flaschen wählen, die im Regal nicht ganz oben zu finden sind. Im Haushalt sollten die Öle kühl und dunkel gelagert und innerhalb von 15 Monaten aufgebraucht werden.

Ob Cremes um ein paar Euro oder knapp 80 Euro. Viele der gesteten Antifaltencremes erwiesen sich als wirkungslos.

Leben

Stiftung Warentest: Antifalten-Cremes wirkungslos

Leben

ELGA startet: Fragen und Antworten zur elektronischen Gesundheitsakte

Gesundheit

Sehen um zu hören: Gebärdensprachen-App am Start