Teure Diagnose Burnout

Teure Diagnose Burnout

Laut einer Studie des Instituts Wirtschaftsstandort (IWS) Oberösterreich verursacht das Stress- und Manager-Leiden in Österreich jährlich Kosten in Milliardenhöhe.

Ausgebrannt, abgewrackt, total erledigt. Für immer mehr Berufstätige endet der tägliche Arbeitsstress im Burnout. Die Folge sind oft monatelange Arbeitsausfälle und teure Behandlungen. Forscher Friedrich Schneider vom Institut Wirtschaftsstandort (IWS) Oberösterreich kommt in einer neuen Studie zu dem Ergebnis, dass die volkswirtschaftlichen Kosten von Burnout und anderen arbeitsbedingten psychischen Krankheiten in Österreich jährlich bei sieben Milliarden Euro liegen.

Je später das Leiden diagnostiziert wird, desto höher sind die Kosten für Krankenbehandlung, Anstaltspflege und Krankengeld. Wird Burnout früh erkannt, verursacht es im Einzelfall nur Kosten in Höhe von rund 1500 bis 2300 Euro, bei einer späten Diagnose steigen die Kosten auf bis zu 131.000 Euro pro Patient an. Noch besser und billiger sei es allerdings, präventiv entgegenzuwirken und für das Thema Burnout ein Bewusstsein zu schaffen.

Der IWS-Forscher Schneider macht darauf aufmerksam, dass psychische Belastungen die zweithäufigste Ursache für Frühpensionierungen seien, die ebenfalls entsprechende Kosten verursachen würden. "Das ist leider ein negativer Wirtschaftsfaktor geworden", sagte er.

Keine umfassende, systematische Erhebung zu Burnout in Österreich

Burnout ist keine Krankheit, zumindest wenn es nach der Internationalen Klassifikation der Erkrankungen geht. Es bezeichnet „Ausgebranntsein“ und den „Zustand der totalen Erschöpfung“. Man zählt es zu „Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen“.

Es existieren zahlreiche Studien zu Burnout in Österreich, aber keine umfassende österreichweite Erhebung zur Gefährdung bzw. Betroffenheit von Burnout. Verschiedene Studien erfassen bestimmte Berufsgruppen wie Ärzte oder Führungspersonal allgemein. Deshalb schwankt die Burnout-Betroffenheit der Befragten zwischen sechs und 25 Prozent. Maßnahmen gegen zu viel Stress kosten oft nichts

Das IWS will in Kooperation mit dem Verein pro mente OÖ Betriebe bei der Prävention unterstützen. 95 Prozent der Maßnahmen gegen zu viel Stress würden wenig bis gar kein Geld kosten und 80 Prozent davon innerhalb kurzer Zeit greifen, erklärte dessen Vorstandsvorsitzender Werner Schöny. Das gemeinsam gestartete Projekt "Stressfrei!" soll dazu beitragen, Tabus zu brechen und die Eigenverantwortlichkeit zu erhöhen, sagte IWS-Geschäftsführer Gottfried Kneifel.

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