Stiftung Warentest: Viele rezeptfreie Medikamente sind sinnlos

Bei Erkältungen oder Halsschmerzen greifen Millionen Menschen zu Pillen – ohne Rücksprache mit dem Arzt zu halten. Doch Experten der Stiftung Warentest halten viele der Mittel für problematisch. So halten sie Erkältungsmittel wie Grippostad C, Wick DayMed und Wick MediNait für nicht geeignet. Die komplette Liste aller Pillen, vor denen die Experten abraten und welche Medikamente eine bessere Alternative darstellen.

Stiftung Warentest: Viele rezeptfreie Medikamente sind sinnlos

Es ist ein ernüchterndes Ergebnis: Fast jedes dritte von rund 2.000 überprüften rezeptfreien Medikamenten ist laut Stiftung Warentest allen vollmundigen Werbeversprechen zum Trotz wenig geeignet. Darunter viele Mittel gegen Erkältung, Schnupfen, Halsweh, Verstopfung, Sodbrennen, Durchfall, Zahnfleischentzündungen, Läuse, Schürfwunden und Narben, Schnupfen, Ohrenschmerzen, Linsentrübung, Altersbeschwerden, Allergischer Schnupfen und Insektenstiche. Ein Expertenteam überprüft regelmäßig alle Medikamente, die laut Marktanalysen besonders häufig verkauft werden, darunter rund 2.000 rezeptfreie. Etwa 600 schneiden schlecht ab.

Kombinpräparate oft nicht sinnvoll zusammengesetzt

Unter den wenig geeigneten Medikamenten sind viele Kombipräparate mit mehreren Wirkstoffen. Meist ergänzen sich diese Inhaltsstoffe nicht sinnvoll oder weisen keinen oder keinen zusätzlichen Nutzen auf. Bekannte Beispiele sind die Erkältungsmittel Grippostad C, Wick DayMed und Wick MediNait.

Wirksamkeit oft nicht ausreichend belegt

Bei anderen Medikamenten ist die therapeutische Wirksamkeit oft nicht ausreichend belegt oder im Vergleich zu den Nebenwirkungen gering. So wirken Präparate gegen Verstopfung mit Aloe drastisch abführend und reizen den Darm stark. Besser sind schonendere Abführmittel, etwa mit Flohsamen, Laktulose oder Macrogol.

33 bekannte rezeptfreie Präparate werden als besonders ungeeignet eingestuft

Diese und weitere Medikamente stehen in einer Liste, die die Stiftung Warentest aktuell zusammengestellt hat. Die Infos dazu finden Sie in dieser Tabelle

Darin finden sich 33 besonders bekannte und wenig geeignete rezeptfreie Präparate. Verbraucher sollten diese Mittel nicht kaufen und lieber geeignete Alternativen wählen, die auch in der Tabelle zu finden sind. Die Arzneimittelbewertungen der Stiftung Warentest erfolgen auf Grundlage der Fach-literatur sowie der internationalen wie nationalen klinischen Studien in vier Stufen von „geeignet“ bis „wenig geeignet“. Ausführliche Informationen zu allen 2 000 bewerteten rezeptfreien Medikamenten sowie den verschreibungspflichtigen Medikamenten stehen in der großen Medikamenten-Datenbank

Alleine in Deutschland werden jedes Jahr mehr als 600 Millionen rezeptfreie Medikamente verkauft. Die Apotheken machen damit in Deutschland einen Umsatz von mehr als sechs Milliarden Euro.

Patienten bei rezeptfreien Pillen keine Risiken

Patienten sehen laut einer Studie aber keine Risiken bei der Einnahme rezeptfreier Mittel und nehmen neben dem vom Arzt verschriebene Medikamente oft noch andere parallel. Gerade das Zusammenwirken der Mittel birgt aber Experten zufolge zusätzliche Risiken.

Neue Pillen, die alte ersetzen, wirken oft schlechter

Eine Auswertung über die Wirkungsweise von Pillen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen in Köln ergab, dass viele neue Medikamente gegen schwere Krankheiten nicht besser sind als die alten. Einige wirken laut der Studie sogar schlechter.

In den vergangenen zwei Jahren hat das Institut 48 neue Medikamente daraufhin geprüft, ob diese einen Zusatznutzen gegenüber dem alten Medikament aufweisen. Dabei sind 16 Pillen durchgefallen. Bewertet wurden neue Mittel gegen Krebs, Diabetes, Epilepsie, Multiple Sklerose und andere schwere Krankheiten.

In drei Fällen hatte der Wirkstoff innerhalb der Testgruppe mehr Nachteile als Vorteile gegenüber der bisherigen Medikation gebracht.
Bei 22 Medikamenten wurde festgestellt, dass sie besser sind als die bisherigen Mittel. Drei davon waren erheblich besser, 11 sogar um noch vieles besser.

Innenminister Karl Nehammer, Vizekanzler Werner Kogler, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober bei ihrer Erklärung.

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