Schmerz, lass nach - neue Hoffnung für Schmerzpatienten

Chronische Schmerzen können sich bis zur Unerträglichkeit steigern. Wenn Schmerzmittel nicht mehr helfen kann Nervenchirurgie Abhilfe schaffen.

Schmerz, lass nach - neue Hoffnung für Schmerzpatienten

Wenn der Schmerz nicht mehr nachlässt kann ein chirurgischer Eingriff Erleichterung bringen.

Gelenke sind die Bindeglieder in unseren Skeletten und für unsere Beweglichkeit zuständig. Für viele, die an Gelenkschmerzen leiden, bedeutet aber jede Bewegung auch automatisch Schmerz. Altere Menschen sind am häufigsten davon betroffen, es leiden aber auch immer öfter junge Leute darunter. Und wenn die Schmerzen als therapieresistent eingestuft sind, bedeutet das in der Regel für die Patienten, dass sie sich mit ihrem Zustand abfinden müssen.

Doch es gibt Hoffnung für die leidenden Patienten. Mit dem chirurgischen Verfahren der Gelenkdenervation, kann ihr Leiden beendet oder zumindest signifikant erleichtert werden. „Bei der Gelenkdenervation handelt es sich um einen schonenden Eingriff zur Entfernung schmerzleitender Nerven eines Gelenks“, erklärt Veith Moser, Nervenchirurg und Oberarzt am Wiener Lorenz Böhler Unfallkrankenhaus, der mit den Kollegen Pia Hollosi und Arthur Schultz auch das erste Wiener Nervenschmerz-Zentrum (www.nervenschmerz.com) betreibt.

„Schonend ist der Eingriff deshalb, weil das betroffene Gelenk nicht eröffnet werden muss“, erklärt Sporttraumatologe und Unfallchirurg Schultz. Die Nerven, die lediglich der Schmerzweiterleitung dienen, werden gesucht und durchtrennt. In manchen Fällen genügt eine medizinisch als Dekompression bezeichnete Befreiung eines eingeengten Nervs. Der Vorteil daran: Nach der Operation ist keine Ruhigstellung notwendig und auch keine lange Rehabilitationszeit zu erwarten. Eine kurzzeitige, erleichternde Physiotherapie ist ausreichend.

Der Rücken, die Hüfte, das Hand-, Sprung-, Knie-, Schulter- oder Ellbogengelenk, aber auch Fingergelenke sowie der Bereich des Vorfußes kann mit dieser Methode behandelt werden. Die Denervation ist auch für Träger künstlicher Gelenke geeignet: Fünf bis zehn Prozent aller Patienten leiden nach dem Einsetzen einer Prothese an chronischen Schmerzen.

Genaue Abklärung vor der Operation

Für eine genaue Diagnose ist eine neurologische Untersuchung ebenso erforderlich wie die so genannte Testblockade. „Dabei wird dem Patienten ein Betäubungsmittel in den schmerzenden Bereich injiziert, um zu überprüfen, ob sich der Schmerzzustand dadurch verbessert.“, erklärt Nervenchirurg Moser. Die Injektion zeigt dem Mediziner, ob ein Eingriff überhaupt Sinn macht. Bleibt der Zustand nach der Lokalanästhesie beinahe unverändert, wird nicht operiert.

Nervenchirurg Moser und seine Kollegen können mit dieser Methode verschiedene Gelenkbeschwerden erfolgreich behandeln. Aber auch wenn ein Nerv durch Narben- oder Bindegewebe eingeengt wird, kann er chirurgisch befreit oder verlegt werden. „Eine Einengung kann nach Unfällen, Operationen (z.B. Kaiserschnitt oder Leistenbruch) oder aus unerfindlichen Gründen entstehen.“, weiß Moser. „Auch Migräniker, Diabetiker oder Menschen, die eine Chemotherapie hinter sich haben, sind von Nervenproblemen betroffen.“ Das häufigste und bekannteste Nervenkompressionssyndrom ist das Karpaltunnelsyndrom und fällt ebenfalls in diesen Bereich.

Für die Spezialisten des Nervenschmerz-Zentrum stent jedenfalls fest: Schmerz ist kein Zustand, mit dem man sich abfinden muss. Vielmehr sollte man eine Alternative zur Schmerzmitteleinnahme in Erwägung ziehen, wenn dies möglich erscheint. Denervative Mikrochirurgie kann zwar nicht allen Patienten Schmerzfreiheit garantieren, stellt aber für viele Menschen eine neue Option dar.

Innenminister Karl Nehammer, Vizekanzler Werner Kogler, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober bei ihrer Erklärung.

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