Roche investiert in Pille gegen tödliches Superbakterium" NDM-1

Roche investiert in Pille gegen tödliches Superbakterium" NDM-1

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat eine Lizenz für ein völlig neuartiges Antibiotikum von Schweizer Biotechfirma Polyphor erworben. Der Wirkstoff POL7080 des Unternehmens bekämpft ein lebensbedrohliches "Superbakterium", das oft in Krankenhäusern auftritt.

Das Basler Unternehmen Roche leiste eine Vorauszahlung von 28,43 Mio. Euro an Polyphor. Werden bestimmten Meilensteinen in der Entwicklung erreicht, der Zulassung und der Vermarktung würden weitere maximal 465 Mio. Franken fällig.

Zudem habe Polyphor Anspruch auf Lizenzgebühren auf Produktverkäufe im zweistelligen Prozentbereich. POL7080 habe eine gute Verträglichkeit in klinischen Phase-I-Studien gezeigt.

Superbakterium vor allem in Indien und Pakistan

Seinen Ausgangspunkt nahm das neue Superbakterium im Dezember 2009. Damals erkrankte ein Schwede in Neu Dehli an einer Bakterieninfektion. Es stellte sich heraus, dass diese Bakterien gegen alle intravenösen Antibiotika und gegen fast alle anderen Antibiotika resistent waren. Zunächst wurde der Patient in Neu Delhi behandelt. Als dort die Behandlung fehl schlug wurde der Mann nach Schweden überführt. Dort wurde der Krankheitserreger eingehend untersucht. Dabei fanden der Wissenschaftler Timothy Walsh heraus, dass ein Gen für die alamierende Antibiotikaresistenz verantwortlich war. Dieses Gen wurde New Delhi metallo-beta-lactamase (kurz NDM-1) genannt.

Nach Schönheits-OPs in Asien Bakterium nach Europa eingeschleppt

Mittlerweile ist dieses Gen in vielen Bakterienstämmen Asiens (wie Indien und Pakistan) isoliert worden. Doch auch in Europa, Amerika und Australien gibt es bereits infizierte Personen. Viele Patienten haben sich einer Schönheitsoperation in Indien oder Pakistan unterzogen . In den Krankenhäusern haben sie sich dann mit antibiotikaresistenten Bakterien infiziert. So gelangte das Gen auch nach Europa. Vor allem Großbritannien war bisher von solchen Fällen betroffen. 2010 waren dort etwa 37 Patienten betroffen.

Grundsätzlich birgt jede bakterielle Erkrankung ein NDM-1 Risiko.

Daher treten spezielle Symptome bei einer NDM-1 Infektion nicht auf. Erst eine Antibiotikaresistenz lässt eine solche Erkrankung vermuten. Gewissheit bringt dann eine Genanalyse. Stellt sich eine Infektion mit NDM-1 Bakterien heraus, muss der Patient isoliert werden. Ein hohes Maß an Hygiene ist notwendig um eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Gelingt es uns nicht, das Gen frühzeitig zu bekämpfen droht möglicherweise eine Pandemie, die viele Tote fordert.

Neue Technologie soll bei Lungen- und Hautkrankheiten, Krebs und Entzündungen helfen

Polyphor forscht auch an anderen innovativen Produkte mit hohem therapeutischem Nutzen für Patienten und unterstützt industrielle Partnern bei der Arzneimittelforschung. Das Biotechunternehmen hat die sogenannte Protein Epitope Mimetics (PEM) Technologie entwickelt, aus der ein Portfolio von Arzneimittelkandidaten hervorgegangen ist. Dieses umfasst Mittel, das zur Stammzellen-Transplationen geeignet ist und bei Patienten mit Multiplem Myelom eingesetzt wird. Es befindet sich in der zweiten klinischen Testphase. Ein weiterer PEM- Wirkstoffe dient zur Behandlung von Lungen- und Hauterkrankungen und zur Bekämpfung verschiedener Krebsarten und Entzündungskrankheiten.

Ob Cremes um ein paar Euro oder knapp 80 Euro. Viele der gesteten Antifaltencremes erwiesen sich als wirkungslos.

Leben

Stiftung Warentest: Antifalten-Cremes wirkungslos

Leben

ELGA startet: Fragen und Antworten zur elektronischen Gesundheitsakte

Gesundheit

Sehen um zu hören: Gebärdensprachen-App am Start