Problemzone Rücken: Wenn der Körper streikt

Ein Großteil der Arbeitnehmer verrichtet die tägliche Arbeit im Sitzen. Das kann sich äußerst negativ auf den Bewegungsapparat auswirken. Der Bewegungsmangel und die einseitige Körperhaltung können Erkrankungen der Wirbelsäule verursachen und dadurch die Gesundheit dramatisch beeinträchtigen.

Problemzone Rücken: Wenn der Körper streikt

Kreuz- und Rückenschmerzen gehören laut Österreichischer Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden überhaupt. Etwa jeder fünfte Krankenstand lässt sich auf Probleme mit dem Rücken zurückführen, circa 70 Prozent aller Erwachsenen werden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal von derartigen Schmerzen geplagt.

Schuld daran sind sehr oft Bewegungsmangel und eine einseitige Körperhaltung am Arbeitsplatz, denn der menschliche Rücken ist zwar überaus belastbar, allerdings sollte er auch ausgewogen belastet werden.

Volkskrankheit Bandscheibenvorfall

Die bekanntesten Rückenbeschwerden sind Erkrankungen der Bandscheiben, der so genannte Bandscheibenvorfall. Etwa zwei Millionen Österreicher, also jeder Vierte, sind davon betroffen sind.

Die 23 Bandscheiben, die als eine Art Stoßdämpfer zwischen den Wirbelköpern liegen, sind von festen Faserring umschlossen. Alters-, fehlhaltungs- oder belastungsbedingt kann er allerdings brüchig werden und reißen. Dann ergießt er seinen gallertartigen Kern in das umliegende Gewebe. Die Bandscheibe fällt vor und drückt auf das umliegende Gewebe. Dadurch kommt es zu Schmerzen und, schlimmer noch, teilweise auch zu Lähmungen.

Von diesem Phänomen sind immer mehr Menschen betroffen. Primaria Pia Hollosi, Neurologin (www. neurologiepraxis.at) , Psychiaterin und Ärztliche Direktorin im Rehabilitationszentrum Kittsee, und Mitbegründerin des 1. Wiener Nervenschmerzentrum , erläutert: „Wir konnten in den letzten Jahren einen Anstieg im Bereich der Bandscheibenerkrankungen beobachten, aufgrund des wenig rückenfreundlichen Lebensstils vieler Patienten, einerseits durch den Lebensstil (Ernährungsgewohnheiten), andererseits auch durch Bewegungsmangel.“ Die Folgen sind häufig starke Schmerzen, da die Nervenwurzel gereizt wird, sowie Lähmungserscheinungen. Behandeln lässt sich der Bandscheibenvorfall meist konservativ mit Medikamenten und vor allem richtige physiotherapeutische Therapiemaßnahmen, selten ist eine akute chirurgische Behandlung notwendig.

Physische, aber auch psychische Belastung

Wer aufgrund eines Bandscheibenvorfalls in Behandlung ist, hat nicht ausschließlich mit körperlichen Problemen zu kämpfen. „Studien haben gezeigt, dass nahezu jeder Patient mit Bandscheibenproblemen nach sechs Monaten eine Depression entwickelt.“, erläutert Hollosi. „Deshalb ist es von enormer Wichtigkeit, auch der Psyche in Form von Neurorehabilitation (hierbei konzentriert man sich auf die Heilung von Körper und Psyche neurologisch erkrankter Menschen, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, Anmerkung) unsere Aufmerksamkeit zu widmen.“ Die psychische Stabilisierung ist für die körperliche Genesung unabdingbar, so die Medizinerin. „Insbesondere nach einem Bandscheibenvorfall sind sowohl eine Physiotherapie als auch das Therapieren psychischer Probleme sehr hilfreich, teilweise auch im Sinne einer Rehabilitationsaufenthaltes in einem spezialisierten Zentrum.“

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Dr. Hollosi, die auch auf die Schmerztherapie nach Bandscheibenvorfällen spezialisiert ist, ist sich der enormen psychischen Belastung dieser Patienten äußerst bewusst: „Leider gilt eine psychische Erkrankung heute noch immer als Stigma. Eine somatische, also körperliche Krankheit wird wesentlich besser akzeptiert, weshalb man sich in erster Linie noch immer fast ausschließlich auf die körperliche Komponente bei der Bandscheibentherapie konzentriert.“ Da diese Erkrankung häufig mit unerträglichen Schmerzen und körperlichen Beeinträchtigungen einhergeht, leidet der Patient enorm, was sich wiederum auf sein Umfeld auswirkt. Deshalb müssen Experten gezielt gegensteuern.

Wer nach einem Bandscheibenvorfall mit psychischen Folgeerkrankungen zu kämpfen hat, sollte das offen mit seinem Arzt besprechen – nur so kann auch der Körper heilen. Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Innenminister Karl Nehammer, Vizekanzler Werner Kogler, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober bei ihrer Erklärung.

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