Pessimisten: Die Gene sind schuld

Pessimisten: Die Gene sind schuld

Manche Menschen sehen in jeder noch so schönen Landschaft etwas Negatives oder meckern auf jedem noch so schönen Fest ständig herum und sehen die Welt, die Menschheit oder die Wirtschaft – auch bei besseren Bedingungen - ständig vor dem Untergang. Jetzt wissen wir warum: Das düstere Weltsicht ist genetisch bedingt. Allerdings sind die Pessimisten nicht überall auf der Welt gleich verteilt. So gibt es in Europa wesentlich mehr Schwarzsseher als vielfach in Afrika.

Forscher der University of British Columbia untersuchten in einer aktuellen Studie, warum manche Menschen eher zu einer negativen Einschätzung ihrer Perspektiven, Erlebnisse oder ihrer Umgebung neigen als andere. Wie sich zeigte, tragen diese Menschen die genetische Veranlagung in sich, die Welt schwarz zu sehen.

Die Studie, die in Psychological Science veröffentlicht wurde, beschreibt, dass eine bereits bekannte Gen-Variante Individuen dazu prädestiniert, emotionale Ereignisse – besonders aber negative – wesentlicher intensiver wahrzunehmen.

Erlebnisse durch die schwarze Gen-Brille wahrgenommen

“Dies ist die erste Studie, die untersuchte, wie diese genetische Variation die Art und Weise beeinflussen kann, wie Menschen die Welt sehen und erleben”, sagt Studienleiterin Professor Rebecca Todd vom Department für Psychologie der University of British Columbia.

“Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen emotionale Aspekte der Welt wenigstens teilweise durch eine Art “Gen-Brille” erleben und dass die biologischen Unterschiede auf genetischer Ebene eine bedeutende Rolle bei der individuellen Wahrnehmung der Realität spielen.”

Die Ergebnisse der Arbeit eröffnen neue Ansätze zum Verständnis kultureller Unterschiede und menschlicher Subjektivität auf biologischer Ebene parallel zu den Faktoren Bildung, Kultur und Emotionalität.

Die Studie

Zentral für die Studie ist die Genvariante “ADRA2b Gendeletion”, die das Noradrenalin -Hormon und Neurotransmitter- beeinflusst. Bislang bereits bekannt als Faktor bei der Bildung von emotionalen Erinnerungen, zeigt die neue Studie, dass ADRA2b Gendeletion auch eine Rolle bei der Echtzeitwahrnehmung spielt.

Im Rahmen der Studie wurden 200 Probanden positive, negative und neutrale Wörter in rascher Folge gezeigt. Das Ergebnis ist erstaunlich:

Pessimisten können andere frustrierte Menschen in einer Menge schneller erkennen

Die Teilnehmer mit der ADRA2b Genvariante nahmen dabei negative Worte weit besser wahr als andere, während beide Gruppen in gleichem Maß positive Worte besser wahrnahm, als neutrale Wörter. “Menschen mit dieser Genvariante können zum Beispiel wütende Gesichter in einer Menschenmenge besser und schneller erkennen”, sagt Todd. “Und wenn sie draussen sind, sehen nicht die Schönheit der Natur – stattdessen fallen ihnen potenzielle Gefahren auf: Stellen, an denen sie vielleicht ausrutschen oder Steine, die auf sie fallen könnten.”

In Ruanda haben zehn Prozent das Pessimisten-Gen, in Europa und den USA mehr als die Hälfte

Um dieses Phänomen anhand anderer ethnischer Gruppen untersuchen zu können, sind weitere Studien geplant: Statistisch gesehen ist die ADRA2b Genvariante sehr unterschiedlich verbreitet, so etwa tragen nur 10 Prozent der Menschen in Ruanda diese Genvariante, wohingegen mehr als die Hälfte der Europäer oder Amerikaner die ADRA2b Genvariante zeigen.

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medizin.at

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