Osteoporose: Erhöhtes Risiko für Frauen nach der Menopause

Osteoporose: Erhöhtes Risiko für Frauen nach der Menopause

"Die Östrogenrezeptoren an den Knochen fördern auch die Knochendichte, sinkt das Östrogen erhöht sich das Risiko für eine Fraktur", erklärte Teresa Wagner, Leiterin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Kaiser Franz Josef Krankenhaus bei einer Pressekonferenz am Donnerstag, die anlässlich des 12. Wiener Osteoporose-Tags stattfand.

Vorbeugung ist in diesen Fällen besonders wichtig. Nicht immer sind dazu Medikamente nötig, oft reicht auch eine Kombination aus Bewegung, gesunder Ernährung und Vitamin D.

Osteoporose, auch "Knochenschwund" ist die weltweit häufigste Knochenerkrankung. Risikofaktoren sind nicht nur Alter, sondern auch der Lebensstil und medikamentöse Behandlungen wie etwa eine Cortisontherapie. "Hat man sich früher vor allem auf die Densiometrie, also Knochendichtemessungen, zur Risikobestimmung verlassen, nutzt man heute vielschichtigere FRAX-Risiko-Scores. Das ermöglicht eine weitaus genauere Diagnose", erklärte Peter Bernecker, Ärztlicher Direktor des Pflegewohnhauses der Stadt Wien und Geriatriezentrum Leopoldstadt.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bereits eine Fraktur vorliegt. Denn nach einem einmaligen Bruch erhöht sich das Risiko für einen weiteren um das Dreifache. Hat man bereits mehr als drei Frakturen erlitten, steigt das Risiko sogar um das Achtfache.

Neben einer ausgewogenen Ernährung – sowohl Untergewicht als auch Übergewicht sind Risikofaktoren – steht vor allem Vitamin D im Zentrum der Osteoporose-Prävention. Vitamin D unterstützt die Kalzium-Aufnahme im Darm und kann sowohl durch die Nahrung oder Supplemente zugeführt werden, als auch vom Körper selbstständig durch Sonnenlichtaktivierung gebildet werden. Vor allem im Alter lässt die körpereigene Produktion aber nach.

"Die Empfehlung liegt zur Prophylaxe bei 800-1.200 Einheiten Vitamin D täglich", so Elisabeth Zwettler, Ärztliche Leiterin der Osteologisch-Endokrinologischen Ambulanz im Wiener Hanusch-Krankenhaus. Für höhere Dosen gebe es dagegen keine evidente Wirksamkeit, sondern sogar Hinweise auf mögliche schädliche Wirkungen, betonte Bernecker.

Teil des Präventionsprogramms ist auch regelmäßige Bewegung. "High-Impact-Sportarten wie Springen stärken die Knochendichte in der Jugend. Mit fortschreitendem Alter ist vor allem das regelmäßige Muskelaufbautraining wichtig", erklärte Elisabeth Preisinger, Vorstand des Instituts für Physikalische Medizin am Krankenhaus Hietzing in Wien. Liegt bereits Osteoporose vor, muss Bewegung ebenfalls sein – allerdings unter ärztlicher Kontrolle.

Auch Männer betroffen

Aber auch Männer sind von Osteoporose betroffen – ihre Knochendichte reduziert sich etwa ein Prozent pro Jahr. "Jeder fünfte Mann wird im Laufe seines Lebens eine osteoporotische Knochenfraktur erleiden", schilderte Alois Gessl, Professor an der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der Medizinischen Universität Wien am AKH. Aufgrund der von Geburt an dichteren Knochenstruktur treten Frakturen bei Männern etwa fünf bis zehn Jahre später als bei Frauen auf, dadurch erhöht sich jedoch auch die damit verbundene Morbidität und Mortalität.

"In der Hälfte aller Fälle ist Osteoporose beim Mann auf sekundäre Ursachen wie Medikamente, Alkohol, Nikotin oder andere Erkrankungen zurückzuführen", sagte Gessl. Problematisch kann aber auch ein Testosteronmangel sein. Ab dem 40. Lebensjahr verringert sich der Testosteron-Wert etwa um ein Prozent jährlich. Hier kann zusätzlich zu körperlicher Aktivität, ausgewogener Ernährung und Vitamin-D-Supplementation auch eine Substitutionstherapie mit Testosteron in Frage kommen.

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