Onkopedia: Erste Datenbank über Krebsexpertenwissen

Onkopedia: Erste Datenbank über Krebsexpertenwissen

Nach vier Jahren intensiver Vorbereitung liegen seit kurzem richtungsweisende Leitlinien für die Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen vor. Erarbeitet wurden diese Leitlinien – die unter www.onkopedia.at für alle Ärzte, aber auch Betroffenen zugänglich sind – als Gemeinschaftsprojekt der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie.

“Onkopedia ist eine Wissensdatenbank mit außerordentlicher Tiefe”, erläutert Uniprofessor Hellmut Samonigg, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (OeGHO). “Sie bündelt das gesammelte Wissen der führenden Experten aus dem gesamten deutschen Sprachraum. In Summe haben fast 350 Ärzte mitgewirkt, wobei Österreich besonderen Anteil an der Entwicklung der Leitlinien im Bereich der soliden Tumore hatte.”

Leitlinien für die Behandlung von Krebs, Studien und Medikamente

Inzwischen sind mehr als 67 Leitlinien enthalten, die aktuelle und übersichtliche Empfehlungen zu verschiedenen Bereichen abgeben. Im Detail gliedern sie sich in die Bereiche
• Allgemeine Grundlagen
• Nicht-maligne hämatologische Erkrankungen
• Hämatologische Neoplasien
• Solide Tumore
• supportive Therapien und
• Pädiatrische Onkologie und Hämatologie
Weitere 16 Leitlinien sind bereits in Ausarbeitung. Zusätzlich bietet das Portal auch Zugang zu Studienergebnissen, Protokollen der medikamentösen Therapie und zu einem Überblick über den Zulassungsstatus von Medikamenten.

“Damit ist Onkopedia ein maßgebliches Element der Qualitätssicherung.“

„Onkopedia umfasst die jeweils neuesten Erkenntnis“, so Samonigg weiter. Um die Arbeit der Ärzte zu erleichtern, sind die Leitlinien einheitlich strukturiert, beschreiben überschaubare Therapie-Algorithmen und zeigen Schemata für die Systemtherapie.
Ergänzend enthalten Nutzer jeweils Informationen über den Zulassungsstatus von Medikamenten, Links zu Referenzen und eine Zusammenfassung meinungsbildender Studien. Onkopedia wird laufend aktualisiert, wodurch gewährleistet ist, dass immer der letzte Stand des Wissens abgebildet ist.

Über 72.400 Nutzer

“Wir stoßen hiermit offenbar auf höchste Akzeptanz”, so Samonigg, “denn allein in den letzten vier Monaten haben über 72.400 Nutzer auf die Plattform zugegriffen und sie regelmäßig besucht.” Außerdem zeigen sich in Deutschland bereits erste Folgewirkungen. So werden die Onkopedia-Leitlinien beispielsweise von den deutschen Krankenkassen als Standard für die Bewertung von Therapien und Erstattung von Medikamenten herangezogen. Und in der Qualitätssicherung wird immer öfter darauf verwiesen.

Ab Frühsommer auch für “Nicht-Mediziner” verständlich geschrieben

Leitlinien für Patienten befinden sich in Vorbereitung: “Wir sind der Überzeugung, dass Patienten bestmöglich über ihre Erkrankung informiert sein sollten”, so Samonigg, “und arbeiten deshalb derzeit daran, die Leitlinien auch in eine Laien-verständliche Sprache zu bringen.” Voraussichtlich im Frühsommer soll eine Patientenversion vorliegen.

Diese Laien-kompatible Ausgabe erklärt die Krankheit und informiert über Vorbeugung und Früherkennung, Krankheitszeichen, Untersuchungen, Behandlung, Medikamente, Rehabilitation und Nachsorge. Außerdem werden Links zu Selbsthilfegruppen, Experten und weiterführenden Informationen angeführt sein.

Interessierte Betroffene können freilich schon jetzt auf www.onkopedia.at at zugreifen.

Die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie (OeGHO) ist die Fachgesellschaft von HämatologInnen und OnkologInnen und hat sich zum Ziel gesetzt, die Betreuung von PatientInnen österreichweit an den höchsten Standard heranzuführen. Die OeGHO zählt aktuell ca. 550 Mitglieder, davon sind ein Großteil Fachärzte oder Fachärztinnen für Innere Medizin mit Additivfach Hämatologie und Internistische Onkologie.

In Kooperation mit www.medizin.at

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